Bachelorarbeit, 2015
40 Seiten, Note: 2,0
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Melancholie
2. 1 Definition des Begriffs Melancholie im Wandel der Zeit
2. 2 Melancholie im 18. Jahrhundert
3. Das Motiv der Melancholie in Goethes Werther
3. 1 Entstehung und Verlauf von Werthers Melancholie
3. 2 Mögliche Ursachen
4. Aktualität
4. 1 Wertheriaden und das zeitlose Interesse an der Wertherfigur
4. 2 Melancholie in Medien und Literatur der Neuzeit
4. 3 Exkurs: Olivier Adam Keine Sorge, mir geht’s gut
5. Die Krankheitszüge im Zeichen der Authentizität
5. 1 Realitätsverlust als Folge von Isolation
5. 2 Flucht aus dem Kreislauf der Melancholie
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die anhaltende Aktualität der Melancholie als zentrales Motiv in Johann Wolfgang von Goethes Briefroman Die Leiden des jungen Werther, indem sie das Krankheitsbild und die individuellen sowie gesellschaftlichen Ursachen analysiert und in einen modernen Kontext, exemplarisch anhand von Olivier Adams Roman Keine Sorge, mir geht’s gut, stellt.
3. 1 Entstehung und Verlauf von Werthers Melancholie
In diesem Kapitel wird versucht, die Werther-Figur und ihren Hang zur Melancholie darzustellen. Hierbei werden die wesentlichen Aspekte untersucht, die der Autor zu Strategien bildet, um den fiktiven Charakter und seine Gedanken authentisch wirken zu lassen. Im Hinblick auf die These dieser Arbeit geht es vor allem um die Aktualität ausgewählter Bezüge, also die Deutung einzelner Textpassagen für die Gegenwart. In ausgewählten Abschnitten können historisch oder gesellschaftlich relevante Kommentare ergänzt werden, wobei das Kapitel vordergründig die Analyse der Primärliteratur zum Gegenstand hat.
„Goethe stellt [darin; Anm. d. Verf.] die Geschichte eines jungen Mannes dar, dessen Intensität seiner Empfindungsfähigkeit den Beschränkungen der Welt erliegt.“46
Dass Werther den besagten Beschränkungen der Welt erliegt, ist bereits oft diskutiert worden, weshalb hier nicht ein weiterer Suizid-Diskurs folgen soll, sondern ein Aufzeigen der Entstehung und des tragischen Verlaufs eines Krankheitsbilds, das anschließend im Kontext unserer Zeit betrachtet wird.
1. Einleitung: Die Einleitung etabliert die Relevanz von Goethes Werk für die Analyse überzeitlicher melancholischer Diskurse und formuliert das Ziel, die Aktualität des Romans unter Einbeziehung zeitgenössischer gesellschaftlicher Einflüsse zu untersuchen.
2. Melancholie: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Melancholie im historischen Wandel von der Antike bis zum 18. Jahrhundert und ordnet sie medizinisch sowie gesellschaftlich als Modethema ein.
3. Das Motiv der Melancholie in Goethes Werther: Die Analyse konzentriert sich auf die Entstehung und den Verlauf der Melancholie der Romanfigur Werther, wobei insbesondere der Einfluss gesellschaftlicher Strukturen und persönlicher Krisen beleuchtet wird.
4. Aktualität: Dieses Kapitel widmet sich dem zeitlosen Interesse an Werther und untersucht Melancholie in modernen Medien sowie in Olivier Adams Roman Keine Sorge, mir geht’s gut als zeitgenössisches Pendant.
5. Die Krankheitszüge im Zeichen der Authentizität: Die Krankheitsbilder werden hier unter dem Aspekt der Authentizität zusammengeführt, wobei der Realitätsverlust durch Isolation und die Flucht aus dem melancholischen Kreislauf zentrale Themen bilden.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Werthers Leiden einen zeitunabhängigen Charakter besitzen, die gesellschaftliche Tabuisierung jedoch weiterhin eine Herausforderung darstellt.
Melancholie, Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther, Depression, Literaturgeschichte, Sturm und Drang, Authentizität, Suizid, Individuum, Gesellschaft, Identität, psychische Erkrankung, Olivier Adam, 18. Jahrhundert, Postmoderne.
Die Arbeit untersucht die zeitlose Aktualität des Melancholie-Motivs in Goethes Briefroman und analysiert, wie das dort dargestellte Krankheitsbild auch auf moderne Lebenswelten übertragbar ist.
Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Melancholie, die Analyse von Werthers psychischem Zerfall sowie der Vergleich dieser Fiktion mit zeitgenössischen Darstellungen von Depressionen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Literatur das Innenleben eines melancholischen Charakters authentisch darstellt und inwiefern diese Leiden auch heute noch den Kern menschlicher Existenz berühren.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Interpretation angewandt, die durch historische Kontexte und kulturwissenschaftliche sowie psychologische Aspekte ergänzt wird.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung und den Verlauf von Werthers Melancholie, die soziologische Bedeutung des Umbruchs im 18. Jahrhundert und kontrastiert dies mit dem Roman Keine Sorge, mir geht’s gut.
Wichtige Begriffe sind Melancholie, Depression, Identität, Authentizität, soziale Isolation und die literarische Darstellung von Krisen.
Während bei Werther die gesellschaftliche Ständegesellschaft und die Unmöglichkeit der Selbstverwirklichung im Vordergrund stehen, thematisiert Adam eine moderne Form von Isolation in der Postmoderne, die stärker durch Leistungsdruck und individuelle Identitätskrisen geprägt ist.
Die Autorin folgert, dass Literatur als neutrale Plattform dient, um tabuisierte Themen wie Depressionen transparent zu machen und das gesellschaftliche Verständnis für diese Krankheitsbilder zu fördern.
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