Masterarbeit, 2016
52 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitende Gedanken und Struktur der Arbeit
2 Begriffsannährung: Christlicher Fundamentalismus
2.1 Fundamentalismus allgemein
2.2 Christlicher Fundamentalismus
2.3 Ursprung und Verbreitung ders christlichen Fundamentalismus
2.3.1 Christlicher Fundamentalismus in den USA
2.3.2 Christlicher Fundamentalismus in Westeuropa, mit Augenmerk auf Deutschland
2.4 Unterschiedliche Spielarten des christlichen Fundamentalismus
3 Grundlagen der Sprachphilosophie nach Wittgenstein
3.1 Was ist ein Sprachspiel und was machen Sprachspiele aus?
3.2 Unterschiedliche Arten von Sätzen in Sprachspielen
3.2.1 Kognitiv- propositional bzw. enzyklopädische Sätze
3.2.2 Grammatische bzw. regulative Sätze
3.3 Das Weltbild und seine Dynamik
3.4 Weltbildinternen und –externe Begründungsfiguren
3.5 Verortung religiöser Überzeugungen – Eine erste Vorüber-legung
4 Das Gewissheitsmodell nach Heim
4.1 Glaubensgewissheit im einlinigem Gewissheitsmodell
4.2 Glaubensgewissheit im zweilinigem Gewissheitsmodell
5 Glaubensgewissheit im Einlinigen Gewissheitsmodell
5.1 Reformed Epistemology – Gewährter Glauben
5.1.1 Kritik an der natürlichen Theologie
5.1.2 Glaube an Gott als angemessener Weise basal
5.1.3 Einwände (Defeaters) und die Widerlegung der Einwände Defeaters Defeaters)
5.1.4 Gewährleisteter Glaube (warranted belief)
5.2 Parallelen und Einschränkungen durch die Spätphilosophie Wittgensteins
5.3 Ein interessanter Ansatz: Mit Wittgenstein glauben, mit Tillich zweifeln
6 Konkretisierung der vorher gewonnenen Ergebnisse
6.1 Das Gebet – Ein Beispiel für einen internen Zweifel
6.2 Ein Beispiel eines konkreten religiösen Glaubenssatzes
7 Resümee
8 Reflexion des eigenen Vorgehensweise
9 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potential und die Grenzen des christlichen Fundamentalismus, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse der spezifischen Glaubensgewissheit liegt. Ziel ist es, diese Gewissheit methodisch mittels der Spätphilosophie Ludwig Wittgensteins und des Gewissheitsmodells nach Heim zu beleuchten, um zu einer fundierten theologischen Einordnung und einem dialogfähigen Verständnis zu gelangen.
3.1 Was ist ein Sprachspiel und was machen Sprachspiele aus?
Wittgenstein, durch den ‚Linguistic Turn‘ geprägt, geht davon aus, dass Sprechen immer zugleich ein Handeln ist. Er ist zudem der Auffassung, dass Sprachspiele überhaupt nur dann verstanden werden können, wenn man berücksichtigt, in welchen Zusammenhang von Tätigkeiten sie hineingehören, in welchen praktischen Kontext sie also eingebettet sind. Sprachspiele sind sozusagen selbst dieses interdependente Ineinander von Sprechen und Tätigkeit. Der Begriff bezeichnet bei Wittgenstein also immer ein organisches Miteinander von Sprache und Tun (vgl. von Stosch, 2001, S. 19f.).
In den Worten Ludwig Wittgensteins wird dies so beschrieben: „Wieviele Arten der Sätze gibt es aber? Etwa Behauptung, Frage und Befehl? – Es gibt unzählige solcher Arten: unzählige verschiedene Arten der Verwendung alles dessen, was wir „Zeichen“, „Worte“, „Sätze“, nennen. Und diese Mannigfaltigkeit ist nichts Festes, ein für allemal gegebenes; sondern neue Typen der Sprache, neue Sprachspiele, wie wir sagen können, entstehen und andre veralten und werden vergessen. […] Das Wort Sprachspiel soll hier hervorheben, daß das Sprechen der Sprache ein Teil ist einer Tätigkeit, oder einer Lebensform“ (Wittgenstein, 1971, §23). Dieses Zitat zeigt über die oben genannte not-wendige Aufeinanderbezogenheit von Sprachspiel und Praxis hinaus, dass Sprachspiele ebenso einer Aktualtitätsdimension unterworfen sind. So wie Praxis unumgänglich dynamisch und veränderlich ist, entwickeln sich logischerweise auch neue Sprachspiele, wo andere obsolet werden.
1 Einleitende Gedanken und Struktur der Arbeit: Einführung in die Thematik des christlichen Fundamentalismus und Darlegung des Forschungsanliegens.
2 Begriffsannährung: Christlicher Fundamentalismus: Begriffsbestimmung des Fundamentalismus und Kategorisierung verschiedener Ausprägungen des christlichen Fundamentalismus weltweit.
3 Grundlagen der Sprachphilosophie nach Wittgenstein: Erläuterung der zentralen Konzepte wie Sprachspiel, Arten von Sätzen und Weltbild zur methodischen Vorbereitung.
4 Das Gewissheitsmodell nach Heim: Differenzierung zwischen einlinigen und zweilinigen Modellen zur Einordnung von Glaubensgewissheit.
5 Glaubensgewissheit im Einlinigen Gewissheitsmodell: Analyse der epistemischen Basalität und Begründung von Glaubenssätzen im Rahmen der Reformed Epistemology.
6 Konkretisierung der vorher gewonnenen Ergebnisse: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf das Gebet und einen konkreten religiösen Glaubenssatz.
7 Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Reflexion der Glaubensgewissheit.
8 Reflexion des eigenen Vorgehensweise: Persönliche Auseinandersetzung des Autors mit dem methodischen Vorgehen und den eigenen Erfahrungen.
9 Ausblick: Überlegungen zu weiteren Forschungsfeldern und Möglichkeiten des Dialogs mit fundamentalistischen Strömungen.
Christlicher Fundamentalismus, Glaubensgewissheit, Ludwig Wittgenstein, Sprachphilosophie, Reformed Epistemology, existentieller Zweifel, Weltbild, Einlinienmodell, Gebet, Sprachspiel, epistemische Basalität, Alvin Plantinga, christlicher Glaube, Dialog, Theodizee.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem christlichen Fundamentalismus und der Frage, wie man dessen größte Stärke – die Glaubensgewissheit – theologisch und philosophisch rechtfertigen und verstehen kann.
Die zentralen Themen sind das Verständnis religiöser Sprache, die Epistemologie des Glaubens, die Abgrenzung zwischen Wissensansprüchen und Glaubenssätzen sowie der konstruktive Umgang mit Zweifeln im Glauben.
Das Ziel ist es, den christlichen Fundamentalismus nicht vorschnell zu verurteilen, sondern ihn als Dialogpartner ernst zu nehmen, um durch Wittgenstein und Plantinga ein tieferes Verständnis für die Kraft religiöser Überzeugungen zu gewinnen.
Der Autor nutzt die Spätphilosophie von Ludwig Wittgenstein (Sprachspiel-Theorie, Weltbild-Konzept) sowie das Gewissheitsmodell von Heim, um religiöse Glaubenssätze analytisch zu untersuchen.
Der Hauptteil analysiert die Glaubensgewissheit im einlinigen Modell, integriert die Reformed Epistemology (Plantinga) und prüft, inwiefern religiöse Überzeugungen als „epistemisch basal“ gelten können.
Die Kernbegriffe sind Glaubensgewissheit, christlicher Fundamentalismus, Sprachspiel, Weltbild und religiöse Erfahrung.
Das Gebet wird als Ort der Wahrheit und der performativen Erfahrung betrachtet, an dem der interne Zweifel gegenüber Gott geäußert werden kann, ohne den Glauben als Ganzes aufzugeben.
Sie verdeutlicht, dass die Unterscheidung zwischen festen Überzeugungen (Grammatik) und wandelbaren Sätzen dynamisch ist; das heißt, auch als sicher geltende Grundüberzeugungen können in Bewegung geraten.
Im einlinigen Modell gibt es innerhalb der Glaubensgewissheit keinen Raum für Zweifel, während im zweilinigen Modell der Zweifel ein produktiver und notwendiger Teil der Reflexion ist.
Das Verständnis der je eigenen Sprachspiele ermöglicht eine Begegnung auf Augenhöhe, bei der man erkennt, dass beide Seiten – Fundamentalisten wie Nicht-Fundamentalisten – auf der Suche nach Halt und Sinn sind.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

