Diplomarbeit, 2005
105 Seiten, Note: 1,7
1. Zielsetzung
2. Theoretische Überlegungen
2.1 Einflussvariablen
2.2 Funktionale Beziehungen
2.3 Theorie des Kaufentscheidungsprozesses
3. Messtheoretische Überlegungen
3.1 Messverfahren
3.2 Auswertungsmethodik
3.3 Indikatoren und Fragen zum Kaufentscheidungsprozess
3.4 Gütekriterien
3.5 Auswahl der Ausstattungsvarianten
4. Stand der bisherigen empirischen Forschung
5. Hypothesen
6. Empirische Studie
6.1 Konzept der Studie
6.2 Stichprobe und Datenerhebung
6.3 Conjoint Analyse
6.3.1 Ergebnisse der Conjoint Analyse und Prüfung der Hypothesen
6.3.2 Kaufwahrscheinlichkeit und Zahlungsbereitschaft
6.3.3 Identifikation zielgruppenspezifischer Ausstattungspakete
6.4 Kaufentscheidungsprozess beim Automobilkauf
6.4.1 Allgemeines Informationsverhalten beim Automobilkauf
6.4.2 Für den Autokauf zur Verfügung stehendes Budget
6.4.3 Alternativenausschluss und Testen der Hypothese H6
6.4.4 Beschreibung der Kundensegmente aufgrund des Kaufentscheidungsprozess
7. Fazit
Die vorliegende Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse der Kundenpräferenzen gegenüber verschiedenen Automobilausstattungen bei der Einführung eines neuen Mittelklasse-Modells. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, mittels einer Conjoint Analyse zu ermitteln, welche Bedeutung verschiedene Ausstattungskomponenten – wie Motorisierung, innovative Sonderausstattung und Materialwertigkeit – für den Entscheidungsprozess der Kunden haben und welche Auswirkungen diese Erkenntnisse auf zukünftige Ausstattungspakete sowie die Preisgestaltung haben.
2.1 Einflussvariablen
Grundsätzlich wird bei genauerer Betrachtung der in Kapitel 1 formulierten Zielsetzung ersichtlich, dass bei der Analyse von unterschiedlichen Ausstattungsvarianten die (Objekt-)Wahrnehmung und die Einstellung der Kunden eine wichtige Rolle einnimmt: Kunden werden die Ausstattungsvarianten in der empirischen Studie nur bewerten und eine Einstellung gegenüber diesen bilden können, wenn sie die verschiedenen Varianten wahrnehmen und sich mit den präsentierten Ausstattungspaketen und Informationen auseinandersetzen. Insofern wird im Rahmen der Studie ein wichtiger Aspekt die Stimulierung der Objektwahrnehmung der Auskunftspersonen sein.
Die Theorie der Einstellungsforschung geht im Allgemeinen davon aus, dass sich Personen unter Berücksichtigung der Verhaltenssituation und weiterer Umwelteinflüsse gemäß ihrer Einstellung verhalten. So ist anzunehmen, dass Personen, die eine spezielle Automobilkonfiguration positiv beurteilen beziehungsweise eine positive Einstellung gegenüber dieser entwickeln, in der Regel eine höhere Kaufbereitschaft als Personen mit einer negativen Einstellung aufweisen (vgl. Kroeber-Riel 1992, S. 51). Die Intensität einer guten beziehungsweise positiven Einstellung wird in der Literatur als Präferenz bezeichnet (vgl. Gierl 1995, S. 34). Der Prozess der individuellen Einstellungsbildung wird von einer Vielzahl von Variablen beeinflusst, die für die empirische Studie relevant sein könnten. Im Zusammenhang mit der Definition der Einstellung werden neben der Objektwahrnehmung unter anderem Zielorientierungen, Motivationen, Emotionen sowie Triebe als direkte und indirekte Einflussvariablen genannt (vgl. Gierl 1995, S. 33).
1. Zielsetzung: Das Kapitel erläutert den intensiven Wettbewerb und die stagnierende Nachfrage auf dem Automobilmarkt sowie die Intention des Herstellers, durch die Analyse von Kundenpräferenzen für ein neues Mittelklasse-Modell ein besseres Verständnis für das Kaufverhalten zu erlangen.
2. Theoretische Überlegungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Einstellungs- und Präferenzforschung sowie die Phasen des Kaufentscheidungsprozesses bei langlebigen Gebrauchsgütern wie Automobilen dargelegt.
3. Messtheoretische Überlegungen: Dieses Kapitel rechtfertigt die Wahl der Conjoint Analyse als geeignetes Messinstrument und erläutert die Auswahl der Indikatoren sowie die Gütekriterien der Studie.
4. Stand der bisherigen empirischen Forschung: Es erfolgt eine kritische Betrachtung relevanter Studien zur Präferenzmessung, die als methodische Basis und Orientierung für die eigene Untersuchung dienen.
5. Hypothesen: Basierend auf den theoretischen Überlegungen werden sechs konkrete Hypothesen über den Einfluss von Motorisierung, Sonderausstattung und Materialqualität sowie zum Entscheidungsverhalten der Kunden aufgestellt.
6. Empirische Studie: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, in dem das Studiendesign, die Stichprobe sowie die umfassende Auswertung der Daten (Conjoint Analyse, Clusteranalyse, Kaufentscheidungsprozess) präsentiert werden.
7. Fazit: Das Fazit fasst die empirischen Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfragen und leitet Handlungsempfehlungen für die zukünftige Produktentwicklung und Marketingstrategie des Herstellers ab.
Conjoint Analyse, Kaufentscheidungsprozess, Kundenpräferenzen, Automobilmarkt, Mittelklasse, Sonderausstattung, Motorisierung, Materialwertigkeit, Clusteranalyse, Kaufwahrscheinlichkeit, Zahlungsbereitschaft, Marktforschung, Einstellungsforschung, Kundenverhalten, Produktkonfiguration.
Die Arbeit untersucht, wie Kunden des Automobilherstellers Präferenzen für unterschiedliche Ausstattungsmerkmale (Motorisierung, Sonderausstattungen, Material) bilden und wie diese Erkenntnisse für eine bedarfsgerechte Fahrzeugkonfiguration genutzt werden können.
Zentrale Themen sind die Conjoint Analyse als Methodik zur Nutzenmessung, die Theorie des Kaufentscheidungsprozesses bei Automobilen sowie die Identifikation von Kundensegmenten durch Clusteranalysen.
Das primäre Ziel ist es, für die Markteinführung eines neuen Mittelklasse-Modells zu verstehen, welche Ausstattungskombinationen den höchsten Nutzen bei den Kunden stiften und wie diese Informationen zur Optimierung von Ausstattungspaketen beitragen können.
Die Studie nutzt primär die Conjoint Analyse (CA), um die Teilnutzenwerte einzelner Produktmerkmale zu bestimmen, ergänzt durch Regressions- und Clusteranalysen sowie deskriptive Auswertungen zum Kaufverhalten.
Der Hauptteil umfasst das Studiendesign, die Beschreibung der 292 Teilnehmer umfassenden Stichprobe, die Durchführung der Conjoint Analyse sowie die Analyse des Informationsverhaltens, des Budgets und der Ausschlussgründe für Modellalternativen.
Charakteristische Begriffe sind Conjoint Analyse, Kaufentscheidungsprozess, Kundenpräferenzen, Automobil-Konfiguration, Zahlungsbereitschaft und zielgruppenspezifische Ausstattungspakete.
Entgegen der Erwartung zeigt die Studie, dass die Motorisierung bei den befragten Kunden einen überraschend geringen positiven Einfluss auf die Präferenz hat und für die meisten Teilnehmer bei den gegebenen Preisen keinen signifikanten Mehrnutzen darstellt.
Innovative Sonderausstattungen, insbesondere das interaktive Bedienkonzept und das Kurvenlicht, haben einen signifikanten positiven Einfluss auf die Präferenz und werden von den Kunden als wichtiger bewertet als die Motorisierung oder die Wertigkeit der Materialien.
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