Masterarbeit, 2010
100 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Versuch über die Beziehung zwischen Mensch und Wal – Historische und soziokulturelle Betrachtung
2.1 Geschichte des Walfangs
2.1.1 Der Wal als Wirtschaftsfaktor – Auftakt des kommerziellen Walfangs
2.1.2 Abgesang des traditionellen Walfangs
2.1.3 Der amerikanische Pottwalfang – Sinnbild einer Nation?
2.2 Die Schiffsbesatzung
2.2.1 Lebensbedingungen an Bord
2.2.2 Der Walfänger und das ´Vis vincitur arte´-Thema
2.2.3 Beweggründe und Zusammensetzung der Schiffsmannschaft
3. Der Wal – Mythologische und biblische Rezeption
3.1 Der Wal in der griechischen Mythologie
3.1.1 Perseus und Andromeda
3.1.2 Herakles und Hesione
3.1.3 Melville und das mythische Seeungeheuer
3.2 Der Wal in der Bibel – Schöpfungsgeschichte und das Buch Jona
3.2.1 Die Genesis und der Wal
3.2.2 Das Buch Jona: Meerwurf und Verschlingung
3.2.3 Melville und das Buch Jona
3.3 Der Leviathan in der Bibel – Jesaja, Hiob und der Psalter
3.3.1 Die Vernichtung des Leviathans: Psalm 74 und das Buch Jesaja
3.3.2 Die Zähmung des Leviathans: Psalm 104 und das Buch Hiob
3.3.3 Melville und der Leviathan
4. Der Wal in der Literatur – Frühe Betrachtungen in den Seeromanen des 19. Jahrhunderts
4.1 Walter Scott: The Pirate – Nautische Fehlleistung in schematischer Darstellung
4.2 James F. Cooper: The Pilot – Der Wal als Gegenspieler
4.3 Scott und Cooper – Auftakt für künftige Darstellungen
5. Die Symbolik des Wals
6. Herman Melville
6.1 Typee. A Peep at Polynesian Life (1846)
6.1.1 Typee – Verknüpfung von Phantasie und Wirklichkeit
6.1.2 Typee und der Wal
6.2 Omoo. A Narrative of Adventures in the South Seas (1847)
6.2.1 Omoo und die Wirklichkeit – Beteuerung des Realitätsgehalt
6.2.2 Omoo und der Wal
6.2.3 Zwischenfazit: Typee und Omoo
6.3 Mardi and A Voyage Thither (1849)
6.3.1 Mardi und die Wirklichkeit – Fiktion und Realität
6.3.2 Mardi und der Wal
6.4 Moby-Dick; or, The Whale (1851)
6.4.1 Moby-Dick – ´a realistic and a symbolic novel´
6.4.2 Moby-Dick und der Wal
6.5 Melville und der Wal
7. Friedrich Gerstäcker
7.1 Omoo als Reiseführer ‒ Übersetzungs- und Wirkungsgeschichte
7.2 Tahiti (1854)
7.2.1 Typee, Omoo und Tahiti
7.2.2 Tahiti und der Wal
7.3 Erzählungen aus der Südsee
7.3.1 Der Schiffszimmermann (1855)
7.3.2 In der Südsee (1854-1857)
7.3.3 Die Nacht auf dem Walfisch (1854)
7.4 Gerstäcker und der Wal
8. Literarische Wa(h)lverwandtschaft? – Eine Zusammenführung
9. Schlussbetrachtung
Diese Arbeit untersucht die symbolische Bedeutung des Wals und des Walfangs im literarischen Werk von Herman Melville und Friedrich Gerstäcker. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutungstiefe Wal und Walfang bei den beiden Autoren einnehmen und in welcher Intensität eine literarische "Wa(h)lverwandtschaft" zwischen ihnen besteht, insbesondere unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Erfahrungen auf See und ihrer jeweiligen Rezeption mythologischer und biblischer Traditionen.
3.1 Der Wal in der griechischen Mythologie
Und Keto gebar Ein anderes Ungeheuer, unwiderstehlich, Ganz ungleich den sterblichen Menschen Und den todfreien Göttern
Das Wort ´Ketos´ ist etymologisch nicht eindeutig zu bestimmen. Als Grundbedeutung wird ´großes Meertier´ angenommen. Walter Marg übersetzt mit ´Seeungetüm´ und Karl Ke rényi mit ´Meerungeheuer´ ins Deutsche. ´Keto´ ist sowohl die weibliche Form von Ketos als auch Eigenname der mythischen Keto. Die mythische Keto hat als Schwester und Gattin des Phorkys und Mutter der Graien, Hesperiden und Gorgonen einen festen Platz im Stamm baum der griechischen Götter. Ihr Name wird im Allgemeinen mit dem des Ketos in Verbin dung gebracht, wobei unklar bleibt, ob die als Ketos identifizierbaren Wesen der griechi schen Mythologie als identisch mit der Gattin des Phorkys gesehen werden können. Dass so wohl Perseus als auch Herakles im Kampf ein Ketos töten, lässt die Annahme der Existenz einer einzigartigen unsterblichen Gottheit mit dem Eigennamen Keto neben der mehrerer Seeungeheuer zu. Marg gibt den entscheidenden Hinweis, wenn er schreibt, dass „Keto […] die Stammesmutter zahlreicher Ungetüme [ist], nicht nur der See; aber die See vor allem hat unheimliche Gebilde, in Wirklichkeit und in der Sage, die Riesenfische, den Hai insbesonde re, den Rochen, den Polypen und all die kleinen.“ Keto ist somit Mutter der namentlich be kannten Graien, Hesperiden, Gorgonen, der Echidna, der Thoosa und des Ladon und zugleich ´Stammesmutter´ aller Seeungeheuer, die sich nach ihr mit dem Gattungsnamen Ketos be zeichnen lassen.
1. Einleitung: Einführung in die Symbolik des Wals als polyvalentes literarisches Zeichen und Darlegung des Forschungsanliegens im Werk von Melville und Gerstäcker.
2. Versuch über die Beziehung zwischen Mensch und Wal – Historische und soziokulturelle Betrachtung: Analyse der wirtschaftlichen und ideologischen Bedeutung des Walfangs, insbesondere des amerikanischen Pottwalfangs, sowie der Lebensbedingungen und Beweggründe der Schiffsmannschaft.
3. Der Wal – Mythologische und biblische Rezeption: Untersuchung der frühzeitlichen Prägung des Wals als bedrohliches Ungeheuer in der griechischen Mythologie und der Bibel, insbesondere durch die Figur des Leviathans und die Geschichte Jonas.
4. Der Wal in der Literatur – Frühe Betrachtungen in den Seeromanen des 19. Jahrhunderts: Analyse der Vorläuferliteratur bei Walter Scott und James F. Cooper, die den Grundstein für die literarische Auseinandersetzung mit dem Walfang legten.
5. Die Symbolik des Wals: Zusammenfassende Betrachtung der vielschichtigen Symbolik des Wals als Ausdruck kultureller und naturwissenschaftlicher Entwicklungen.
6. Herman Melville: Tiefgehende Analyse von Melvilles Werk, von seinen realistischen Südseeromanen (Typee, Omoo) bis hin zur symbolischen Verdichtung in Moby-Dick.
7. Friedrich Gerstäcker: Untersuchung von Gerstäckers Literatur, die stark von eigenen Reiseerfahrungen und der Übersetzung von Melvilles Omoo geprägt ist, jedoch eine andere, eher jagdorientierte Perspektive einnimmt.
8. Literarische Wa(h)lverwandtschaft? – Eine Zusammenführung: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Diskussion der einseitigen literarischen Beziehung zwischen den beiden Autoren.
9. Schlussbetrachtung: Abschließende Einordnung der Ergebnisse und Würdigung der unterschiedlichen literarischen Leistungen Melvilles und Gerstäckers im Kontext des Walfangthemas.
Wal, Walfang, Herman Melville, Friedrich Gerstäcker, Moby-Dick, Symbolik, Literaturwissenschaft, Pottwalfang, Leviathan, Jona, Seeroman, Südsee, Realismus, Intertextualität, Wa(h)lverwandtschaft
Die Arbeit untersucht die literarische Symbolik und Bedeutung des Wals im Werk der Autoren Herman Melville und Friedrich Gerstäcker im Kontext des historischen Walfangs.
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung des Walfangs, die mythologische und biblische Rezeption des Wals (Leviathan), die literarische Tradition der Seeromane des 19. Jahrhunderts sowie die Analyse von Melvilles und Gerstäckers spezifischer literarischer Auseinandersetzung mit dem Thema.
Das Ziel ist es, die Bedeutungstiefe des Wals als literarisches Sinnbild bei Melville und Gerstäcker zu bestimmen und die Intensität einer persönlichen oder literarischen "Wa(h)lverwandtschaft" zwischen den beiden Autoren zu prüfen.
Die Arbeit verfolgt einen sozialgeschichtlichen und literaturwissenschaftlichen Ansatz, der Literatur auf die außertextliche Wirklichkeit bezieht und Texte durch eine vergleichende Analyse von Motiven, Symbolen und narrativen Strukturen interpretiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Betrachtung des Walfangs, die Analyse mythologischer und biblischer Ursprungsmythen, eine vergleichende Untersuchung früher Seeromane von Scott und Cooper sowie die detaillierte Analyse der einzelnen Romane von Melville und Gerstäcker.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Wal, Walfang, Symbolik, Moby-Dick, literarische Intertextualität, Seeroman und eine komparative Analyse der Autoren Melville und Gerstäcker geprägt.
Gerstäcker übersetzte Melvilles Omoo ins Deutsche und trat später selbst eine Südseereise an, bei der er bewusst den Spuren Melvilles folgte, was seine literarische Gestaltung seiner eigenen Romane maßgeblich prägte.
Während Melville den Wal zu einem hochkomplexen, symbolisch aufgeladenen Protagonisten (Moby Dick als Leviathan) erhebt, bleibt Gerstäcker bei einer Darstellung aus der Jägerperspektive, in der der Wal zwar stark und bedrohlich wirkt, jedoch keine tiefgreifende symbolische Überhöhung erfährt.
Der Leviathan dient in der Bibel und bei Melville als zentraler Schlüsselbegriff für das Meer als chaotische, bedrohliche und zugleich göttlich bestimmte Kraft, die den Wal für die Autoren als Symbolträger für fundamentale existentielle Fragen qualifiziert.
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