Bachelorarbeit, 2018
50 Seiten, Note: 2,0
1. THEORETISCHER RAHMEN
1.1. Ethnologische Theorien zur Gewalt
1.2. Ethnologie der Grenze
2. DIE AMERIKANISCH-MEXIKANISCHE GRENZE
2.1. Historisch-strukturelle Entwicklung beider Staaten
2.2. Technologien der Grenze
3. GRENZGEWALT GEGEN MIGRANTEN
3.1. Ökonomisch bedingte Gewalt
3.2. Politische bedingte Gewalt
3.2.1. Sicherheitspolitik
3.2.2. Transmigration in Mexiko
3.2.3. Prevention Through Deterrence
a. Invisible places
b. Hybrid collectif
c. Necroviolence und Necropolitics
3.3. Rassismus und Xenophobie
Die Arbeit untersucht ethnologische Perspektiven auf die Gewalt, die Migranten bei ihrem Versuch, die amerikanisch-mexikanische Grenze zu überqueren, erfahren. Ziel ist es, durch die Analyse theoretischer Gewaltkonzepte und der historischen sowie politischen Entwicklungen an dieser Grenze ein tiefgreifendes Verständnis für die strukturellen, ökonomischen und politischen Ursachen dieser Gewaltphänomene zu erlangen.
b. Hybrid collectif
Jenes hybrid collectif ist ein Ort an dem die Kontrollen und Garantien der Rechtsordnung aufgehoben werden können. Ein Gebiet, wo die Gewalt von Agambens state of exception für die Aufrechterhaltung eines Staates als nötig erachtet wird. Die souveräne Gewalt produziert Migranten als ausgeschlossene Subjekte, die mit Gewalt ferngehalten werden müssen, währenddessen gleichzeitig die Möglichkeit zur Gegenwehr und zum Protest der Migranten genommen wird. Im Zuge dessen nutzt der Staat die Umwelt und ihre potenziellen Gefahren zur Abwehr ungewollter Migranten, was die Tätigkeiten von sozialen und politischen Mächten maskiert.
Voraussetzung für das hybrid collectif ist der von Callon und Law geprägte Begriff der agency. Als agency bezeichnet De León eine Vielzahl von Komponenten, wie Menschen oder Objekte, die stets in komplexer Beziehung und Interaktion zu einander auftreten und so zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort materielle oder immaterielle Objekte kreieren oder möglich machen. „An actant never really acts alone. Its efficacy or agency always depends on the collaboration, cooperation and interactive interference of many bodies and forces“.
1. THEORETISCHER RAHMEN: Das Kapitel führt zentrale ethnologische Theorien zu Gewalt und Grenzen ein, um das Fundament für die anschließende Analyse zu bilden.
2. DIE AMERIKANISCH-MEXIKANISCHE GRENZE: Hier werden die historische Entwicklung, strukturelle Unterschiede und die technologische Aufrüstung der Grenze als Basis für die Untersuchung der Gewaltphänomene dargestellt.
3. GRENZGEWALT GEGEN MIGRANTEN: Dieses Kapitel analysiert detailliert die verschiedenen Formen ökonomisch und politisch bedingter Gewalt sowie die Rolle von Rassismus, Xenophobie und spezifischer Grenzstrategien.
Grenzgewalt, Ethnologie, Migration, Strukturelle Gewalt, Mexiko-USA Grenze, Prevention Through Deterrence, Biopolitik, Hybrid collectif, Necroviolence, Rassismus, Xenophobie, Grenzsicherung, Migrationspolitik, Identitätskonstruktion, Sicherheitsdispositiv.
Die Arbeit analysiert aus ethnologischer Sicht die Gewalt gegen Migranten an der amerikanisch-mexikanischen Grenze und untersucht die zugrunde liegenden politischen und strukturellen Ursachen.
Die zentralen Themen sind ethnologische Theorien zur Gewalt, die Entwicklung der amerikanisch-mexikanischen Grenze, staatliche Grenzpolitik, Migrationsphänomene sowie die Rolle von Rassismus und Xenophobie.
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Bedeutungen und Wechselwirkungen von Gewalt gegen Migranten an dieser Grenze zu schaffen, indem Theorie und Fakten synthetisiert werden.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte ethnologische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturrecherche und der Anwendung ethnologischer Gewaltkonzepte auf die reale Grenzsituation basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Rahmung, eine historische Analyse der Grenzregion und eine tiefgehende Untersuchung verschiedener Formen von Grenzgewalt, einschließlich ökonomischer und politischer Faktoren.
Wichtige Begriffe sind Grenzgewalt, Strukturelle Gewalt, Prevention Through Deterrence, Biopolitik, Hybrid collectif, Necroviolence sowie die soziale Konstruktion von Grenzen.
Es beschreibt die Grenze als ein hybrides System aus Mensch, Natur und Technik, bei dem Umwelteinflüsse bewusst zur Schwächung und Kontrolle von Migranten genutzt werden.
Der Autor nutzt den "Cultural turn", um von einem starren Kultur-Territorium-Verständnis zu einem dynamischeren, prozesshaften Bild von Identität und Grenzüberschreitung zu gelangen.
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