Bachelorarbeit, 2019
52 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Religion und Literatur
2.1 Zur Beziehung von Religion und Literatur
2.2 Kriterien für einen gewinnbringenden Dialog zwischen Theologie und Literatur
2.3 Jesus in der Literatur
2.3.1 Umriss der jüngeren Entwicklungsgeschichte
2.3.2 Das Genre des Jesusromans
2.3.3 Jesusbilder
3. Der Jesusroman „Große Freiheit - die Geschichte des Wasserwandlers“
3.1 Inhaltsangabe
3.2 Erzählanalyse und Zuordnung des Jesusromantypus
3.3 Charakterisierung der literarischen Figur ‚Jesus’
3.4 Vermitteltes Jesusbild
4. Analyse der romanhaften Jesusdarstellung im theologisch - literarischen Dialog
4.1 Gewinndimensionen des Jesusromans und seiner Jesusdarstellung
4.1.1 Textspiegelung
4.1.2 Sprachsensibilisierung
4.1.3 Erfahrungserweiterung
4.1.4 Wirklichkeitserschließung
4.1.5 Möglichkeitsandeutung
4.2 Gegenüberstellung des möglichen Verlusts und Gewinns der Jesusdarstellung
5. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie Jesus Christus als Hauptprotagonist in dem zeitgenössischen Roman „Große Freiheit – die Geschichte des Wasserwandlers“ von Matthias Lemme und Susanne Niemeyer literarisch interpretiert und dargestellt wird. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie diese moderne Jesusfigur in das Spannungsfeld zwischen traditionellen biblischen Überlieferungen und aktuellen gesellschaftlichen Problematiken eingebettet ist und welchen theologischen Mehrwert eine solche literarische Darstellung für den zeitgenössischen Diskurs bietet.
3.3 Charakterisierung der literarischen Figur ‚Jesus’
Im Folgenden soll nun die Romanfigur ‚Jesus’ charakterisiert werden, um diese hinsichtlich ihrer Gestaltung und des dadurch vermittelten Bildes zu beleuchten.
Bereits bei dem ersten Auftreten Jesu wird ihm eine Besonderheit zugeschrieben, welche als Strahlen beschrieben wird. So schildert Sophie ihre erste Begegnung mit Jesus folgendermaßen: „Plötzlich steht da einer, den habe ich das ganze Wochenende noch nicht gesehen. [...]Alles an ihm strahlt. Ich schaue ihn fasziniert an.[...] Den hätte ich gerne kennengelernt.“176
Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt noch keine Konversation mit ihm geführt hat, scheint Jesus, basierend auf dem vorangestellten Zitat, eine auffallend positive Ausstrahlung zu besitzen, welche ihn aus der Masse hervorstechen lässt und Fremde, wie sie, dazu veranlasst, mit ihm in Kontakt treten zu wollen. Auch Alex’ erste Begegnung mit Jesus hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei ihm. Er betitelt Jesus als „Phänomen“177, da er vollkommen in sich zu ruhen scheint. Diese derart gelassene Ausstrahlung führt zu einer Form der Bewunderung seinerseits. Ebenso wie Sophie spricht er zunächst nicht mit ihm, jedoch empfindet er bereits seine bloße Anwesenheit als besänftigend und bestaunt diese heimlich.178
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der literarischen Jesusfiguren in der zeitgenössischen Literatur ein und definiert die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Religion und Literatur: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Wechselbeziehung zwischen Theologie und Literatur sowie die wissenschaftlichen Ansätze zur Analyse dieses Dialogfeldes.
3. Der Jesusroman „Große Freiheit - die Geschichte des Wasserwandlers“: Das Kapitel bietet eine inhaltliche Zusammenfassung des Romans, eine erzähltechnische Einordnung und eine detaillierte Charakterisierung der Jesusfigur.
4. Analyse der romanhaften Jesusdarstellung im theologisch - literarischen Dialog: Hier erfolgt die Anwendung der fünf Gewinndimensionen nach Georg Langenhorst auf den Roman, um den theologischen Mehrwert der literarischen Darstellung aufzuzeigen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die Jesusdarstellung im Roman und skizziert Ansätze für weiterführende Untersuchungen.
Jesusroman, Literatur und Theologie, Jesusbild, zeitgenössische Literatur, Imitatio, Gewinndimensionen, Georg Langenhorst, Karl-Josef Kuschel, moderne Religionsrezeption, christliche Botschaft, literarische Figur, Sozialkritik, fiktiver Jesus, religiöse Identität, Materialismus.
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung Jesu Christi im modernen Roman „Große Freiheit – die Geschichte des Wasserwandlers“ und untersucht, wie dieses zeitgenössische Werk das Jesusbild neu interpretiert.
Zentral sind die theoretische Fundierung des Dialogs zwischen Theologie und Literatur, die Gattungsgeschichte des Jesusromans sowie die konkrete Analyse der Romanfigur Jesus im Kontext heutiger gesellschaftlicher Herausforderungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Literatur eine Brücke schlagen kann, um die Botschaft Jesu in einer modernen, säkularisierten Welt greifbar und relevant zu machen.
Die Arbeit nutzt als methodische Basis die von Georg Langenhorst erarbeiteten fünf „Gewinndimensionen“, um den Mehrwert des Romans für einen theologisch-literarischen Dialog zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Inhaltsanalyse, eine Erzählanalyse, eine Charakterisierung der Jesusfigur und eine systematische Überprüfung der oben genannten Gewinndimensionen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Jesusroman, literarische Jesusdarstellung, theologische Gewinndimensionen, christliche Identität und zeitgenössische Rezeption geprägt.
Der Roman erhebt keinen Anspruch auf historische Korrektheit, sondern fungiert als Gedankenexperiment, das Jesus in eine moderne Umgebung verpflanzt, um seine Botschaft unter heutigen Bedingungen erfahrbar zu machen.
Jesus agiert in der Erzählung primär als Initiator, der die anderen Figuren (wie Sophie und Alex) dazu anregt, ihre bisherigen Lebensentwürfe und ihren Materialismus kritisch zu hinterfragen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der Roman durch seine fiktionale Freiheit eine neue, distanzierte Perspektive auf das christliche Erbe bietet, die bei den Lesern einen Reflexionsprozess über ihr eigenes Jesusbild auslösen kann.
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