Fachbuch, 2019
137 Seiten
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Die Infrastruktur im Aktiengeschäft
2.1 Die Börse
2.2 Börsensegmente
2.3 Marktteilnehmer
2.4 Aktien
2.5 Der Aktienhandel
2.6 Der zentrale Kontrahent (CCP)
2.7 Der Zentralverwahrer (CSD)
2.8 Der internationale Zentralverwahrer (ICSD)
2.9 Der Zwischenverwahrer
3 Verwahrung und Verwaltung von Aktien
3.1 Immobilisierung der Wertpapiere
3.2 Verwahrarten
3.3 Pyramidenförmige Verwahrstruktur von Aktien
4 Informationstechnologie und Systeme im Aktiengeschäft
4.1 CASCADE
4.2 Creation
4.3 Target2-Securities (T2S)
5 Die Geschäftsprozesse im Aktiengeschäft
5.1 Trading
5.2 Clearing
5.3 Settlement
5.4 Die Risiken im Aktiengeschäft
5.5 Der gesamte Prozess und die Pain Points des Aktiengeschäfts im Überblick
6 Die Blockchain-Technologie
6.1 Begriffliche Abgrenzung von Blockchain und Distributed Ledger
6.2 Eigenschaften einer Blockchain
6.3 Blockchain-Typen
6.4 Die Funktionsweise der Blockchain-Technologie
6.5 Konsensmechanismus
6.6 Die Funktionsweise der Blockchain-Technologie am Beispiel einer Bitcoin-Transaktion
6.7 Die Blockchain-Technologie als disruptive Innovation im Aktiengeschäft
7 Initial Coin Offering (ICO)
7.1 Der Unterschied zwischen Coins und Token
7.2 Tokenarten und ihre Funktionen
7.3 Wesentliche Unterschiede zwischen Initial Coin Offering (ICO) und einem Börsengang (IPO)
7.4 Regulatorische Einordnung des Initial Coin Offering
8 Smart Contract
8.1 Funktionsweise von Smart Contracts
8.2 Anwendungsfelder von Smart Contracts
8.3 Möglicher Einsatz von Smart Contracts im Aktiengeschäft
9 Experteninterviews
9.1 Form der Befragung
9.2 Auswahl der Experten
9.3 Leitfaden
9.4 Durchführung und Auswertung der Interviews
9.5 Kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen
10 Die Blockchain-Technologie als Infrastruktur im Aktiengeschäft
10.1 Verschiedene Modelle einer Blockchain-Infrastruktur
10.2 Das Proof of Concept einer Blockchain-Infrastruktur im Aktiengeschäft
11 Schlussbetrachtung und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung, ob die Blockchain-Technologie als moderne Infrastruktur im Aktiengeschäft fungieren kann, um bestehende Prozesse effizienter zu gestalten und systembedingte Schwachstellen zu eliminieren. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die Analyse, ob und an welchen Prozesspunkten die Technologie einen signifikanten Mehrwert bietet.
6.4 Die Funktionsweise der Blockchain-Technologie
Die Blockchain besteht aus mehreren Komponenten, deren Kernelement das geteilte Register unter den Nutzern ist. Demnach gibt es ein Register, von dem eine Kopie auf allen Rechnern (Knoten, englisch: Nodes) der im Netzwerk teilnehmenden Parteien liegt. Das Register ist zu vergleichen mit einem gemeinsamen Kassenbuch oder auch mit einem Bestandsführungssystem, das chronologisch alle vorherigen Transaktionen beinhaltet. Alle Teilnehmer sind auf einer auf Blockchain basierenden Plattform angeschlossen und folgen den jeweiligen Regeln, insbesondere dem Consensus-Prinzip, bei dem alle teilnehmenden Parteien im Netzwerk verifizierte Transaktionen akzeptieren (Consensus).
Die Technologie weist zwei wesentliche Eigenschaften auf: Erstens können Einträge lediglich hinzugefügt und nicht mehr gelöscht oder verändert werden und zweitens werden diese in einem Konsensmechanismus als gültig befunden. Es entsteht eine Kette von verifizierten Blöcken (Blockchain), indem jeder gültige auf die vor ihm validierten Blöcke verweist. Durch die Mehrheit wird ein Konsens gefunden, da alle Teilnehmer im System eine vollständige Kopie der Blockchain auf ihren Rechnern besitzen. Die Blockchain ist das Ergebnis der Zusammenfassung von Distributed Ledger und des Consensus.
Eine notarielle Beurkundung, ein Kaufvertrag oder eine Geschäftsregel zwischen zwei Parteien können eine Transaktion in einem Geschäftsvorfall einer Überweisung sein. Eine neue Datei (neuer Block) wird mit den Informationen beschriftet und durch einen sog. Hash (Prüfsumme) ausgezeichnet. Diese wird mit dem Hash des vorherigen Blocks verknüpft und in die Kette (englisch: chain) eingefügt. So entsteht eine chronologische Kette der Transaktionshistorie, bei der Blöcke nicht mehr verändert werden können. Beim Versuch der Veränderung (Manipulation) müssten ab dem manipulierten- bis zum aktuellen Block eine Veränderung der vergangenen Blöcke getätigt werden. Hierfür müssten alle Knoten im Netzwerk von der Richtigkeit des manipulierten Blocks überzeugt werden. Der nötige Aufwand hierfür wäre exorbitant groß. Das Verfahren der blockweisen Prüfung, Absicherung und Verkettung verleiht der Blockchain die revolutionäre Macht, die ihr nachgesagt wird.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung eines veralteten Finanzsystems ein und definiert das Ziel, die Blockchain-Technologie als effizientere Alternative für das Aktiengeschäft zu untersuchen.
2 Die Infrastruktur im Aktiengeschäft: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Akteure und Funktionsweisen der derzeitigen Börseninfrastruktur, einschließlich der Rollen von Börsen, zentralen Kontrahenten und Zentralverwahrern.
3 Verwahrung und Verwaltung von Aktien: Hier werden die Mechanismen der indirekten Verwahrung, die Immobilisierung von Wertpapieren und die unterschiedlichen Verwahrarten detailliert betrachtet.
4 Informationstechnologie und Systeme im Aktiengeschäft: Das Kapitel stellt existierende IT-Systeme wie CASCADE, Creation und TARGET2-Securities dar, die für die technische Abwicklung im Aktiengeschäft genutzt werden.
5 Die Geschäftsprozesse im Aktiengeschäft: Diese Zusammenfassung der Prozesse Trading, Clearing und Settlement analysiert die bestehenden Risiken und Schwachstellen („Pain Points“) der aktuellen Marktstruktur.
6 Die Blockchain-Technologie: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Einführung in die Blockchain-Technologie, ihre Eigenschaften, Konsensmechanismen und die Funktionsweise am Beispiel von Bitcoin.
7 Initial Coin Offering (ICO): Die Ausführungen befassen sich mit der Methode des Initial Coin Offering, der Token-Typologie und der regulatorischen Einordnung dieser neuen Kapitalbeschaffungsform.
8 Smart Contract: Es werden die Funktionsweise und Anwendungsfelder von Smart Contracts erläutert sowie ihr Potenzial zur Automatisierung im Aktiengeschäft analysiert.
9 Experteninterviews: Dieser Abschnitt wertet qualitative Experteninterviews aus, um die praktische Relevanz und Akzeptanz der Blockchain-Technologie in der Finanzbranche zu reflektieren.
10 Die Blockchain-Technologie als Infrastruktur im Aktiengeschäft: Hier wird ein konkreter „Proof of Concept“ für eine blockchainbasierte Infrastruktur entwickelt und in verschiedenen Szenarien evaluiert.
11 Schlussbetrachtung und Ausblick: Die Schlussbetrachtung fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die Zukunftsperspektiven der Blockchain-Technologie als disruptiven Game-Changer für den globalen Finanzsektor.
Blockchain, Distributed Ledger, Aktiengeschäft, Smart Contract, Clearing, Settlement, Finanzmarkt, Initial Coin Offering, Kryptowährung, Token, Wertpapierabwicklung, Zentralverwahrer, Konsensmechanismus, Digitalisierung, Finanztechnologie
Die Arbeit untersucht, ob die Blockchain-Technologie als innovative Infrastruktur im Aktiengeschäft eingesetzt werden kann, um ineffiziente und manuelle Prozesse in der Abwicklung von Aktiengeschäften zu ersetzen.
Die Arbeit deckt die aktuelle Infrastruktur des Aktiengeschäfts, die Funktionsweise von Blockchain-Technologien, Smart Contracts, Initial Coin Offerings und deren regulatorische Einordnung ab.
Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob die Blockchain-Technologie für die gesamten Prozesse im Aktiengeschäft geeignet ist und an welchen Stellen sie den Handel und die Abwicklung effizienter gestalten kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der bestehenden Marktstrukturen sowie einer empirischen Untersuchung in Form von Experteninterviews, um die praktische Machbarkeit der Technologie zu belegen.
Im Hauptteil werden sowohl die aktuelle Marktinfrastruktur, die spezifischen IT-Systeme im Wertpapiergeschäft, die verschiedenen Blockchain-Varianten als auch der Einsatz von Smart Contracts analysiert.
Die zentralen Schlüsselwörter sind Blockchain, Aktiengeschäft, Smart Contract, Clearing, Settlement, Finanzmarkt, Token, Wertpapierabwicklung und Finanztechnologie.
Alle befragten Experten sind sich einig, dass die derzeitigen regulatorischen Anforderungen und die fehlende Standardisierung die größten Barrieren für die Implementierung einer Blockchain-Infrastruktur darstellen.
Das Proof of Concept liefert den entscheidenden Machbarkeitsnachweis und dient als konkrete strategische Handlungsempfehlung, wie eine sichere und effiziente Infrastruktur auf Basis der Blockchain-Technologie aussehen könnte.
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