Diplomarbeit, 2005
80 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung und Problemaufriss
2 Schlüsselqualifikationen
2.1 Das Konzept der Schlüsselqualifikationen nach Mertens
2.2 Bedeutung von Schlüsselqualifikationen in der Berufspraxis
2.3 Das Konzept der Schlüsselqualifikationen nach Reetz
3 Berufliche Handlungskompetenz bei angehenden Bankkaufleuten
3.1 Nötige Fachkompetenzen für den Bankberuf
3.1.1 Die Fachkompetenz Problemlösefähigkeit
3.1.2 Die sechs Taxonomiestufen von Bloom
3.1.3 Entwicklung von Problemtypen auf Grundlage der Taxonomiestufen von Bloom
3.2 Nötige Sozialkompetenzen für den Bankberuf
3.2.1 Die Sozialkompetenz Kommunikationsfähigkeit
3.2.1.1 Die non-verbale Kommunikation
3.2.1.2 Die vier Ebenen der Kommunikation
3.2.1.3 Kommunikationsfähigkeit in der persönlichen Kundenberatung
3.2.2 Die Sozialkompetenz Teamfähigkeit
4 Anforderungen an neue Prüfungs- beziehungsweise Aufgabenformen
4.1 Kritik am traditionellen Prüfungswesen
4.1.1 Die Zufallsleistung
4.1.2 Orientierung an der reinen Wissensebene
4.1.3 Der Kritikpunkt der mangelnden Zielgenauigkeit
4.2 Aufbau von guten Prüfungen
4.2.1 Handlungsorientierte Prüfungen
4.2.2 Handlungsorientierte Aufgabenformen im schriftlichen Prüfungsteil
4.3 Die Gütekriterien der Testtheorie
4.3.1 Die Objektivität
4.3.2 Die Reliabilität
4.3.3 Die Validität
5 Überprüfung konkreter Bankabschlussprüfungsaufgaben
5.1 Gebundene Aufgaben
5.2 Ungebundene Aufgaben
5.3 Die mündliche Prüfung
6 Ergebnisse und Diskussion
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit Abschlussprüfungen zur Ausbildung zum Bankkaufmann/-frau den Anspruch erfüllen, neben reinem Fachwissen auch Schlüsselqualifikationen und Handlungskompetenzen zu prüfen. Dabei wird analysiert, ob aktuelle Prüfungsformen den Anforderungen an eine handlungsorientierte Ausbildung gerecht werden oder ob weiterhin die reine Reproduktion von Faktenwissen dominiert.
2.1 Das Konzept der Schlüsselqualifikationen nach Mertens
Ein erster Systematisierungs- und Operationalisierungsansatz über den Begriff der Schlüsselqualifikationen wurde 1974 von Dieter Mertens etabliert und somit wird die Entwicklung der Diskussion um Schlüsselqualifikationen eng mit seinem Namen verbunden. Im Jahr 1974 veröffentlichte er unter dem Titel “ Schlüsselqualifikationen – Thesen zur Schulung für eine moderne Gesellschaft“ eine Systematik von übergeordneten Bildungszielen und –elementen, die aufgrund des sich dauernd ändernden Arbeitsmarktes eine angemessene Orientierung geben sollte. Mertens stützte sich auf das Argument der mangelnden Prognostizierbarkeit konkreter Arbeits- und Aufgabenanforderungen. Seiner Meinung nach reichte die Fähigkeit der Wissenschaft, die eigene Entwicklung vorherzusagen und der Schule somit Hinweise künftiger Erfordernisse zu geben, als Anhaltspunkt für eine gute Bildungsplanung nicht aus. Für Mertens war das Tempo des Veralterns von Bildungsinhalten umso größer, je enger sie an die Praxis angelegt wurden. Im Wesentlichen ergab sich für Ihn die mangelnde Prognostizierbarkeit und das sich daraus ergebende Streben nach flexibilisierten Qualifikationen aus drei Rahmenbedingungen:
Eine Verschärfung ökonomischer Realitäten verbunden mit einer Erhöhung unternehmerischer Rationalität führen zwangsläufig zu einer Zunahme der Anforderungen an potentieller Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt. Des Weiteren wird von Mertens die Hypothese vertreten, dass das so genannte „Obsoleszenztempo“, also die Zerfallszeit von Bildungsinhalten und die damit verbundene Verringerung der Halbwertszeit von Wissen, eine höhere Flexibilität seitens der Individuen erfordere. Mertens ging von der Annahme aus, „dass das Obsoleszenztempo (...) von Bildungsinhalten positiv mit der Praxisnähe und negativ mit ihrem Abstraktionsniveau korreliert.“ In anderen Worten: Bildungsinhalte mit höherem Abstraktionsniveau veraltern im Zuge des ökonomischen und technischen Wandels deutlich langsamer als reines Fachwissen. Der technologische Wandel, verbunden mit einer raschen Entwicklung neuer Kommunikations- und Informationstechnologien, war für Dieter Mertens ein drittes wichtiges Argument für die mangelnde Prognostizierbarkeit konkreter Arbeits- und Aufgabenanforderungen.
1 Einleitung und Problemaufriss: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab, benennt die Problematik der heutigen Prüfungsanforderungen und führt in die zentralen Konzepte der Schlüsselqualifikationen ein.
2 Schlüsselqualifikationen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Ansätze von Mertens und Reetz und beleuchtet die steigende Bedeutung von Schlüsselqualifikationen in der modernen Berufspraxis.
3 Berufliche Handlungskompetenz bei angehenden Bankkaufleuten: Hier werden Fach- und Sozialkompetenzen konkret auf den Bankberuf angewendet, wobei die Taxonomiestufen nach Bloom zur Operationalisierung genutzt werden.
4 Anforderungen an neue Prüfungs- beziehungsweise Aufgabenformen: Das Kapitel analysiert die Kritik am traditionellen Prüfungswesen und diskutiert Anforderungen an handlungsorientierte Prüfungen sowie Gütekriterien der Testtheorie.
5 Überprüfung konkreter Bankabschlussprüfungsaufgaben: Dieser Hauptteil prüft praktische Beispiele aus Bankabschlussprüfungen daraufhin, ob sie tatsächlich Handlungskompetenz abprüfen oder weiterhin reines Faktenwissen erfordern.
6 Ergebnisse und Diskussion: Hier erfolgt eine kritische Reflexion der Ergebnisse aus Kapitel 5, wobei die Vor- und Nachteile verschiedener Aufgabenformen in Bezug auf die Prüfungsziele gegenübergestellt werden.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und diskutiert zukunftsweisende Modelle wie die gestreckte Abschlussprüfung zur Verbesserung der Prüfungsqualität.
Schlüsselqualifikationen, Handlungskompetenz, Bankkaufmann, Abschlussprüfung, Handlungsorientierung, Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Testtheorie, Problemlösefähigkeit, Taxonomie von Bloom, Berufsbildung, Prüfungsaufgaben, Kundenorientierung, Soft Skills, Objektivität
Die Arbeit untersucht, ob die Abschlussprüfungen für Bankkaufleute den Anspruch erfüllen, über reines Fachwissen hinaus auch sogenannte Schlüsselqualifikationen und Handlungskompetenzen zu prüfen.
Im Fokus stehen die Konzepte der Schlüsselqualifikationen, die Definition beruflicher Handlungskompetenz im Bankwesen, die Kritik an klassischen Prüfungen sowie die Analyse moderner, handlungsorientierter Aufgabenformen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit heutige Prüfungsformen den Anforderungen an eine moderne Berufsausbildung entsprechen und ob sie tatsächlich komplexe Problemlösefähigkeiten abprüfen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Konzepte und eine praxisorientierte Analyse konkreter Bankabschlussprüfungsaufgaben unter Anwendung von Testgütekriterien und taxonomischen Lernzielklassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Kompetenzmodelle, eine Kritik an traditionellen Prüfungsformen und eine detaillierte Prüfung von realen Aufgabenstellungen aus Bankabschlussprüfungen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Schlüsselqualifikationen, Handlungskompetenz, Bankkaufmann, Handlungsorientierung, Testtheorie, Fachkompetenz und Sozialkompetenz.
Es verdeutlicht, dass Fachwissen schnell veraltet, wodurch die Vermittlung von übergeordneten Qualifikationen und Methodenkompetenz für den langfristigen Berufserfolg essenziell wird.
Sie dient als Klassifikationssystem, um den Schwierigkeitsgrad von Prüfungsaufgaben zu bewerten und zu bestimmen, ab welcher Stufe von echter Problemlösungskompetenz gesprochen werden kann.
Die Hauptkritikpunkte sind die Zufallsleistung durch punktuelle Prüfung, die einseitige Orientierung am Auswendiglernen von Fakten und eine mangelnde Ausrichtung an den Zielen der handlungsorientierten Berufsausbildung.
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