Fachbuch, 2019
80 Seiten
1 Einleitung
2 Methoden
3 Ziel dieser Arbeit
4 Theoretischer Hintergrund des Lean Management und Lean Hospital
4.1 Lean Thinking und Historie
4.2 Die Prinzipien des Lean Managements
4.3 Führungsstil des Lean Managements
4.4 Grundlagen des Lean Hospital
5 Die Methoden des Lean Management im Krankenhaus “Lean Hospital”
5.1 Muda
5.2 Gemba Walk / Shopfloor
5.3 Wertstromanalyse
5.4 Kaizen
5.5 Heijunka
5.6 5S Methode
5.7 Pull-Prinzip
5.8 Fluss-Prinzip
5.9 Perfektion anstreben
6 Der Weg zum Lean Hospital anhand einer Lean Bettenstation
6.1 Die sieben Phasen der Konzeptionierung zur Gestaltung einer Modellzelle
7 Implementierung eines Lean Managements Konzeptes anhand einer Lean Bettenstation in Liestal und Biel
7.1 Ausgangslage Kantonsspital Baselland in Liestal
7.2 Ausgangslage des Spitalzentrums Biel
7.3 Die Methoden von Lean Hospital in Liestal und Biel
7.4 Erste Erkenntnisse aus Liestal und Biel
8 Ergebnisse
8.1 Unterbrechungen und Fehlerquellen
8.2 Standardisierung von Prozessen und Kommunikationswegen
8.3 Patientenzentriertheit und –zufriedenheit
8.4 Mitarbeiterzufriedenheit und –zentriertheit
8.5 Kostensenkung
9 Diskussion
10 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Implementierung von Lean-Management-Ansätzen in Krankenhäusern zu einer höheren Mitarbeiter- und Patientenzufriedenheit führt als klassische Managementstrukturen und wie dieser Wandel zur Bewältigung des Pflegenotstands beitragen kann.
4.4.3 Patientensicherheit
Vielen Patienten ist nicht bewusst, dass das Krankenhaus ein unsicherer Ort ist. Der deutsche Pflegerat kam zu einem besorgniserregenden Schluss: Demnach kam es zu ca. 19.000 Todesfälle durch Behandlungsfehler in deutschen Kliniken, dazu kommt es bei 900.000 Menschen pro Jahr zu einer Krankenhausinfektion, sogenannte nosokomiale Infektionen. Die Studie geht davon aus, dass etwa ein Drittel der Infektionen vermeidbar seien (Klauber, Geraedts, Friedrich und Wasem, 2013, S. n. B.).
Durch Standardisierung der Kommunikation kann die Fehlerrate reduziert werden. Dieses Problem ist seit Jahren bekannt. Der Widerstand daran zu arbeiten ist allerdings groß. Einige Experten wehren sich gegen Standardisierungen. Sie wollen in jedem Einzelfall ein einiges Vorgehensmodell entwickeln. Nach Walker et. al (2015, S. 7) ist dieses Vorgehen nicht notwendig und nicht sicher, denn Fehler verursachen nicht nur Leiden und Stress, sondern auch Kosten. Laut Jäggi & Bischof (2015, S. 2) hat das Lean Hospital direkte Auswirkungen auf die Patientensicherheit. Er nennt das Virginia Mason Medical Center, welches durch die konsequente Umsetzung von Lean Hospital, zum US Krankenhaus mit der höchsten Patientensicherheit gekürt wurde. Walker et. al (2015, S. 7.) schrieb, dass durch Fehler nicht nur Patienten geschädigt würden, sondern auch Mitarbeiter. Viele Mitarbeiter im Gesundheitswesen verließen aufgrund von Burnout ihren Beruf. Die Mängel im Krankenhaus gehen selten an den Beteiligten vorbei; sie haben sich zwar über die Jahre daran gewöhnt, leiden jedoch jeden Tag darunter. Laut Experten hat jedes Krankenhaus eine ‘Defektrate’ von ca. zwei bis drei Prozent. Dies bedeutet, dass von 100 Patienten zwei bis drei während des Krankenhausaufenthaltes geschädigt werden. Umgerechnet auf einen Flug mit einer Boeing 747 bedeutet, dass nach einer Landung 12 Passagiere gesundheitlich geschädigt wären und mindestens ein Passagier pro Flug nicht überleben würde. Im Ergebnis bedeutet das, dass eine Klinik der Maximalversorgung so viele Fehler mache, dass dies jedes Jahr einem Absturz einer vollbesetzten Boeing 747 gleich kämet. Das Krankenhaus ist ohne Zweifel, kein sicherer Ort. In der produzierenden Industrie gehen Unternehmen zugrunde, wenn ihre Defektrate größer als 0,5% ist. Krankenhäuser erlauben sich da wesentlich mehr (Walker et. al, 2015, S. 7+8).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den aktuellen Pflegenotstand, die Auswirkungen des DRG-Systems und stellt das Lean Management als zukunftsorientierte Strategie zur Verbesserung der Versorgungsqualität vor.
2 Methoden: Dieses Kapitel erläutert die systematische Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken und die Durchführung eines Experteninterviews mit einer Mitarbeiterin des Kantonsspitals Baselland.
3 Ziel dieser Arbeit: Hier wird die zentrale Forschungsfrage formuliert, ob Lean-Management-Ansätze die Zufriedenheit von Patienten und Mitarbeitern im Vergleich zu klassischen Strukturen steigern können.
4 Theoretischer Hintergrund des Lean Management und Lean Hospital: Es werden die Ursprünge des Lean Thinkings, die drei Ebenen des Lean Managements (Prozess, Führung, Kultur) sowie die vier Wirkungsbereiche des Lean Hospitals dargelegt.
5 Die Methoden des Lean Management im Krankenhaus “Lean Hospital”: Dieses Kapitel detailliert die praktischen Werkzeuge wie Muda, Gemba Walk, Wertstromanalyse, Kaizen, Heijunka und 5S, die im Krankenhauskontext zur Prozessoptimierung dienen.
6 Der Weg zum Lean Hospital anhand einer Lean Bettenstation: Der Fokus liegt hier auf dem strategischen Vorgehen zur Einführung einer Modellzelle, unterteilt in sieben konkrete Phasen von der Analyse bis zum Standard.
7 Implementierung eines Lean Managements Konzeptes anhand einer Lean Bettenstation in Liestal und Biel: Die praktische Anwendung wird anhand der Fallbeispiele Kantonsspital Baselland und Spitalzentrum Biel aufgezeigt, inklusive spezifischer Module wie stündlicher Rundgang und mobile Pflegewagen.
8 Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen auf, dass Lean Hospital zu einer Verringerung von Unterbrechungen, gesteigerter Patientenzufriedenheit, verbesserter Kommunikation und effizienteren Arbeitsabläufen führt.
9 Diskussion: Hier werden die Grenzen und Herausforderungen der Implementierung kritisch reflektiert, insbesondere im Hinblick auf unterschiedliche Personalbemessungsgrenzen in Deutschland und der Schweiz.
10 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Lean Management einen signifikanten Mehrwert für alle Beteiligten bietet, sofern die Philosophie als kontinuierlicher und ganzheitlicher Prozess verstanden wird.
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Die Arbeit untersucht das Konzept des Lean Managements im Krankenhausbereich (Lean Hospital) als Lösungsstrategie für den aktuellen Pflegenotstand und die ökonomischen Herausforderungen durch das DRG-Vergütungssystem.
Die Publikation fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen des Lean Managements, die spezifische Anwendung von Lean-Methoden im Krankenhausalltag sowie die Auswirkungen auf die Versorgungsqualität und das Personal.
Das Ziel ist es zu ermitteln, ob Einrichtungen, die Lean-Management-Ansätze verfolgen, eine messbar höhere Zufriedenheit bei Patienten und Mitarbeitern aufweisen als Einrichtungen mit traditionellen Managementstrukturen.
Es wurde ein zweistufiges methodisches Vorgehen gewählt: Eine systematische Literaturrecherche in relevanten Datenbanken wie PubMed und Cochrane Library sowie ein Experteninterview mit einer Fachkraft aus einem Lean-Hospital-Pionierbetrieb.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Lean-Methoden (z. B. Muda, Kaizen, 5S), dem siebenphasigen Implementierungsprozess für Modellstationen sowie der konkreten Umsetzung in den Fallbeispielen Liestal und Biel.
Zu den prägenden Begriffen zählen neben Lean Hospital und Lean Management auch Patientenzentrierung, Prozessstandardisierung, Führungskompetenz, Wertstromanalyse und die Vermeidung von Verschwendung (Muda).
Der stündliche Rundgang ist eine essenzielle Methode, um die Patientensicherheit zu erhöhen, das Vertrauen zu stärken und die Arbeitsbelastung für das Pflegepersonal besser über den Tag zu verteilen.
Die interviewte Fachkraft nennt Schwierigkeiten wie den anfänglichen Widerstand gegenüber der erzwungenen Struktur, die Notwendigkeit einer strikten Konsequenz bei der Umsetzung sowie die Problematik, dass bei mangelndem "Lean-Mindset" die erhofften Vorteile ausbleiben.
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