Masterarbeit, 2017
104 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Begriffsdefinitionen
2.1.1. Rasse, Rassismus und Anti-Rassismus
2.1.2. Rechtsextremismus
2.1.3. Identität
2.1.4. Stereotype
2.2. Aktueller Forschungsstand
2.2.1. Rassismusforschung
2.2.2. Rassismus und Audiovisuelle Medien
2.3. Theorien zu Rassismus
2.3.1. Die Konstruktion des Anderen
2.3.2. Theorien der Verhaltensforschung, Humanethologie und Psychoanalyse
2.3.3. Rassismus durch Gruppendynamik und Mitläufertum
2.3.4. Vorurteilsforschung
2.3.5. Materialistisch-ideologiekritische und interessensorientierte Ansätze
2.3.6. Sozialdarwinismus
2.3.7. Übergreifende Theorien
2.4. Filmtheorie
2.4.1. Film und Überzeugungskraft
2.4.2. Stereotype Figuren im Film
2.4.3. Opfer, Täterin und Täter und Heldin und Held im Film
2.5. Rassismus und Anti-Rassismus im Spielfilm
2.5.1. Herangehensweisen an das Thema Rassismus
2.5.2. Rassismus und Anti-Rassismus in Amerika
2.5.3. Rassismus und Anti-Rassismus in Deutschland
2.6. Methode
2.6.1. Filmanalyse
2.6.2. Figurenanalyse nach Jens Eder
2.6.3. Kriterien der Filmauswahl
2.7. Angst essen Seele auf (1974)
2.7.1. Inhalt
2.7.2. Analyse
2.8. Die Kriegerin (2011)
2.8.1. Inhalt
2.8.2. Analyse
2.9. Immigration Game (2016)
2.9.1. Inhalt
2.9.2. Analyse
2.10. Ergebnisse der Analyse
2.10.1. Stereotype Darstellungen
2.10.2. Ursachen des Rassismus
2.10.3. Herangehensweise an die Thematik Rassismus
2.11. Masterprojekt Larvenspiel (2017)
2.11.1. Inhalt
2.11.2. Vergleich zu Analyseergebnissen
3. Zusammenfassung
3.1. Herausforderung für Filmschaffende
3.2. Fazit
3.3. Kritik
3.4. Schluss
Diese Masterarbeit untersucht, wie das Medium Film das Thema Rassismus behandelt und welche Motivationen hinter rassistischem Handeln von Individuen und Gruppen stehen. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob selbst Anti-Rassismus-Filme zwangsläufig stereotype Codes und Erzählschemata verstärken, anstatt sie aufzubrechen.
2.3.2. Theorien der Verhaltensforschung, Humanethologie und Psychoanalyse
Im Modell der Humanethologie, das maßgeblich von Irenäus Eibl-Eibesfeldt begründet wurde, wird angenommen, dass Fremdenangst auf natürliche Weise Fremdenfeindlichkeit hervorruft. Eibl-Eibesfeldt geht davon aus, dass „menschliches Verhalten weitestgehend auf den gleichen Reiz-Reaktion-Schemata beruht, wie allgemein die Instinkthandlungen von Tieren.“ (Çakır 2014: 83f, Herv. d. Verf.) Eibl-Eibesfeldt sieht das Bestehen der Fremdenfeindlichkeit als natürlichen Trieb des Menschen an, der kaum durch unser Denkvermögen bezwungen werden kann. So beschreibt Eibl-Eibesfeldt beispielsweise Buschkinder, die im Alter von sieben Monaten beginnen sich vor Fremden zu fürchten. Nähern sich Fremde dem Kind, so wird der Fremde meist abgewiesen. Prinzipiell, so Eibl-Eibesfeld, trägt der Homo Sapiens Aggressivität in sich. Menschen suchen „Auseinandersetzungen, und Möglichkeiten, Aggressionen in ritualisierter Form auszuleben“. Als Beispiel nennt Eibl-Eibesfeld die weltweite Beliebtheit von Kampsportarten, die nicht nur dem sportlichen Aspekt dienen, sondern auch dazu, Aggressionslust zu stillen. (Vgl. Eibl-Eibesfeld 1984: 130) Dass Menschen von sich aus Aggressivität nutzen, um zum Ziel zu kommen, können wir schon im Babyalter feststellen. Das Kleinkind protestiert und schlägt eventuell auch um sich, wenn es nicht gleich an die Brust der Mutter kann. Daraus bildet sich auch die Frust-Aggressions-Theorie, die besagt, dass Nicht-Erfüllung von Bedürfnissen aggressives Verhalten beim Menschen auslöst. (Vgl. ebd.: 128ff)
Günter Grass würde der Meinung Eibl-Eibesfeldts zwar nicht zu 100Prozent zustimmen, dennoch geht auch er davon aus, dass Menschen generell zur Fremdenfeindlichkeit neigende Veranlagungen haben. Und diese skeptische Haltung gegenüber Fremden wird nicht nur durch deren Hautfarbe hervorgeführt. So können auch andersartige Dialekte, die negativ geprägte Vergangenheit der anderen Gruppe oder eingefahrene stereotype Vorstellungen zu Ablehnung der jeweiligen Person oder Gruppierung führen. „Denken Sie daran, wie unbeliebt Sachsen in Norddeutschland waren, weil sehr viele Volkspolizisten in der DDR Sachsen waren, was dann insgesamt auf die Sachsen übertragen wurde. (Grass 1998: 64)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Rassismus als gesellschaftliches Phänomen und begründet die Motivation für die filmische Auseinandersetzung mit dem Thema.
2. Hauptteil: Der Hauptteil bietet eine fundierte theoretische Basis zu Rassismusbegriffen, aktuellen Forschungsständen und verschiedenen Rassismustheorien, gefolgt von einer Analyse spezifischer Filmbeispiele und der methodischen Vorgehensweise.
3. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Erkenntnisse zur Herausforderung für Filmschaffende, das Fazit der Analysen, eine kritische Reflektion der eigenen Arbeit und einen Ausblick auf die zukünftige gesellschaftliche Entwicklung.
Anti-Rassismus-Filme, Rassismus, Rasse, Identität, deutscher Spielfilm, Rassismusforschung, Qualitative Filmanalyse, Stereotype, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, Intersektionalität, Figurenanalyse, Mediale Manipulation, Migrationshintergrund
Die Arbeit untersucht das Phänomen Rassismus und wie dieses durch deutsche Spielfilme thematisiert und kritisch beleuchtet werden kann, ohne dabei ungewollt stereotype Klischees zu reproduzieren.
Die zentralen Themen umfassen Rassismusforschung, Filmtheorie (insbesondere Figurenanalyse), die Konstruktion des "Anderen", sowie die Darstellung von Opfern und Tätern im Kontext gesellschaftlicher Machtverhältnisse.
Das Ziel ist es, Filmschaffenden einen Einblick in die Problematiken bei der Entwicklung von Anti-Rassismus-Filmen zu geben und zu reflektieren, wie eine klischeefreie Cinematographie erreicht werden kann.
Die Arbeit nutzt eine qualitative Filmanalyse und die Figurenanalyse nach Jens Eder, um die Darstellungsweisen in den ausgewählten Spielfilmen methodisch zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Definitionen, Rassismustheorien) und eine empirische Filmanalyse von drei spezifischen Spielfilmen, deren Ergebnisse mit einem eigenen Kurzfilmprojekt verglichen werden.
Wichtige Begriffe sind Anti-Rassismus, Rassismus, Stereotype, deutsche Spielfilme, Gruppendynamik, Intersektionalität und Figurenanalyse.
Im Gegensatz zu den eher realistischen Ansätzen in "Angst essen Seele auf" oder "Die Kriegerin", wählt "Immigration Game" eine dystopische, futuristische Metaphorik, um staatliche und mediale Manipulation in der aktuellen Flüchtlingskrise zu kritisieren.
Sie dient als Erklärungsmodell dafür, dass Rassismus nicht auf individuelle Feindschaften zurückzuführen ist, sondern auf die Abwertung ganzer Gruppen, um das eigene Identitäts- und Stabilitätsgefühl innerhalb der Gesellschaft zu sichern.
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