Bachelorarbeit, 2019
50 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Bildung und fremdenfeindliche Einstellungen
2.2 Deprivationstheoretischer Ansatz: Relative Deprivation
2.3 Modernisierungstheoretischer Ansatz: Anomia und Desintegration
2.4 Sozialisationstheoretischer Ansatz: Autoritarismus
2.5 Bedrohungstheoretischer Ansatz: Realistische und symbolische Bedrohung
3 Zusammenfassung der Hypothesen
4 Empirische Ausgangslage
4.1 Bildung und fremdenfeindliche Einstellungen
4.2 Deprivation, Anomia und Autoritarismus
4.3 Realistische und symbolische Bedrohung
5 Methode
5.1 Datenbasis
5.2 Definition der Untersuchungspopulation
5.3 Stichprobenziehung und Gewichtung
5.4 Statistisches Vorgehen
6 Empirische Ergebnisse
6.1 Operationalisierung der Variablen und deskriptive Maßzahlen
6.2 Bivariate Ergebnisse
6.3 Multivariate Ergebnisse
7 Zusammenfassung und Diskussion
7.1 Zusammenfassung
7.2 Diskussion
7.3 Ausblick
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau und der Ausprägung fremdenfeindlicher Einstellungen in Deutschland, wobei sie analysiert, welche vermittelnden Mechanismen diesen Effekt erklären und wie stark diese wirken.
Bildung und fremdenfeindliche Einstellungen
Eine Reihe von Studien hat den negativen Zusammenhang von Bildung auf fremdenfeindliche Einstellungen nachgewiesen (u.a. Coenders & Scheepers 2003; Hjerm 2001; Rippl 2017). Weniger Klarheit besteht jedoch darüber, wie genau Bildung reduzierend auf die Ausprägung von fremdenfeindlichen Einstellungen wirkt. Unterschiedliche Erklärungsansätze des Einflusses von Bildung auf fremdenfeindliche Einstellungen sind in der wissenschaftlichen Literatur zu finden. Die wichtigsten sollen im Folgenden vorgestellt werden.
Die kognitiven Kompetenzen einer Person beeinflussen ihre Einstellungen gegenüber Fremden. Langanhaltende formale Bildung ermöglicht die Entwicklung dieser Fähigkeiten. Der Einfluss von Bildung auf die Entwicklung kognitiver Kompetenzen konnte von einer Vielzahl an Studien nachgewiesen werden (u.a. Bigler & Liben 2007; Wagner & Schonbach 1984). Unter kognitiven Kompetenzen werden die Fähigkeiten eines Individuums verstanden, Informationen zu strukturieren, zu organisieren und zu verarbeiten. Die Analyse von anspruchsvolleren Zusammenhängen und Problemen, kritisches Denken und eine differenzierte Aufnahme und Verarbeitung von Informationen wird dadurch erleichtert. Außerdem führt die gesteigerte kognitive Kapazität dazu, dass höher Gebildete sich bei ihrer Meinungsbildung eher auf rationale Fakten stützen und weniger dazu neigen, unhinterfragt die Ansichten und Normen Anderer zu adaptieren (vgl. Coenders & Scheepers 2003: 317; Hainmüller & Hiscox 2007: 405; Peri 1999: 25f.). Nicht nur die Dauer des Aufenthalts im Bildungssystem, sondern auch der Schultyp wirkt sich auf die Ausbildung kognitiver Kompetenzen aus. Die Schultypen in Deutschland sind durch eine bestimmte Lernkultur geprägt, welche in Gymnasien stärker kognitiv orientiert ist. Die Lernprozesse dort sind länger und intensiver und inhaltlich werden mehr Themen, die einen Bezug mit Fremdenfeindlichkeit aufweisen, behandelt. Die verstärkte politische Bildung in Gymnasien fördert politisches Wissen, Selbstvertrauen und Interesse. Dieser Aspekt weist auf die Bedeutung politischer Bildung als präventiver Faktor für die Ausbildung fremdenfeindlicher Einstellungen hin (vgl. Hopf 1999: 855f.; Kleinert 2004: 182).
1 Einleitung: Vorstellung des Themenbereichs, der Relevanz von Bildung als Präventionsfaktor und der zentralen Forschungsfrage zur Untersuchung der vermittelnden Mechanismen zwischen Bildung und Fremdenfeindlichkeit.
2 Theoretischer Hintergrund: Theoretische Herleitung des Zusammenhangs sowie Vorstellung der vier vermittelnden Faktoren: Deprivation, Anomia, Autoritarismus und Bedrohungswahrnehmung.
3 Zusammenfassung der Hypothesen: Ableitung von vierzehn Hypothesen basierend auf den theoretischen Ansätzen, die als Grundlage für das empirische Pfadmodell dienen.
4 Empirische Ausgangslage: Skizzierung des aktuellen Forschungsstandes zu den verschiedenen Mechanismen und deren Einfluss auf fremdenfeindliche Einstellungen.
5 Methode: Beschreibung der Datenbasis (ALLBUS 2016), der Definition der Untersuchungspopulation sowie des statistischen Vorgehens mittels Pfadanalyse.
6 Empirische Ergebnisse: Bericht über die Operationalisierung der Variablen, deskriptive Statistiken sowie die Durchführung und Interpretation der bivariaten und multivariaten Analysen.
7 Zusammenfassung und Diskussion: Synthese der Ergebnisse, kritische Würdigung der Modellgüte und Einschränkungen sowie ein Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Bildung, Fremdenfeindlichkeit, ALLBUS 2016, Deprivation, Anomia, Autoritarismus, Bedrohung, Pfadanalyse, soziale Einstellungen, Vorurteile, Sozialisation, Kognitive Kompetenzen, Integration, gesellschaftlicher Wandel, empirische Sozialforschung.
Die Arbeit analysiert, wie sich der Bildungsgrad auf die Ausbildung fremdenfeindlicher Einstellungen auswirkt und welche sozialpsychologischen Mechanismen diesen Prozess beeinflussen.
Die Arbeit verbindet Bildungssoziologie mit sozialpsychologischen Konzepten wie Deprivation, Anomia, Autoritarismus und Bedrohungstheorien.
Das Ziel ist es, vermittelnde Mechanismen aufzudecken, die erklären, warum ein höheres Bildungsniveau tendenziell mit weniger fremdenfeindlichen Einstellungen einhergeht.
Es wird eine quantitative empirische Analyse auf Basis des ALLBUS 2016 durchgeführt, wobei mittels Pfadanalyse die Kausalstrukturen zwischen den Variablen geprüft werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Ablehnung oder Bestätigung der Hypothesen, die methodische Beschreibung und eine umfassende Auswertung der Ergebnisse.
Die Arbeit lässt sich am besten über Begriffe wie Bildungseffekt, Fremdenfeindlichkeit, Pfadanalyse und die spezifischen sozialpsychologischen Mediatoren definieren.
Die Analyse zeigt, dass die Bedrohungswahrnehmung den stärksten direkten Effekt auf fremdenfeindliche Einstellungen ausübt und somit einen zentralen Vermittler im Modell darstellt.
Entgegen einiger theoretischer Erwartungen zeigt die Studie einen nur sehr geringen Einfluss von Bildung auf Autoritarismus und eine insgesamt schwache Erklärungskraft dieses Konstrukts im gewählten Modell.
Die Daten des ALLBUS 2016 werden als repräsentativ und für die Fragestellung gut geeignet eingestuft, wobei die Schwammigkeit der Operationalisierung einzelner Variablen kritisch reflektiert wird.
Die statistischen Anpassungsmaße (wie RMSEA, TLI und CFI) bestätigen eine sehr gute Passung des postulierten Pfadmodells an die empirischen Daten.
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