Diplomarbeit, 2005
168 Seiten, Note: 1,0
1. EINFÜHRUNG
2. DIE NEOKLASSISCHE KAPITALMARKTTHEORIE – ZENTRALE ANNAHMEN UND AUSSAGEN
2.1 Homo oeconomicus – der rational wirtschaftende Mensch
2.1.1 Vollkommene Rationalität
2.1.2 Axiome des rationalen Handelns
2.1.3 Präferenzen
2.1.4 Nutzenfunktion
2.2 Kapitalmarkttheorie (i. e. S.)
2.2.1 Das Capital Asset Pricing Model (CAPM)
2.2.2 Die Hypothese der Informationseffizienz
3. ENTWICKLUNG UND ETABLIERUNG EINER „POSITIVEN“ BETRACHTUNGSWEISE
3.1 Externe Ursachen und dadurch induziertes Verhalten
3.1.1 Transaktionskosten
3.1.2 Steuern
3.1.3 Marktsegmentierung
3.1.4 Weitere Einflussfaktoren
3.1.5 Abgrenzungsschwierigkeiten
3.2 Intrinsische Ursachen/Beweggründe und dadurch induziertes Verhalten
3.2.1 CAPM Erweiterungen
3.2.2 Deskriptive Entdeckungen und Erklärungsnöte der Neoklassik
3.2.2.1 Quasi-Rationalität
3.2.2.2 Axiome oder heuristics and biases?
3.2.2.2.1 Paradoxa
3.2.2.2.2 Übersicht der psychologischen Effekte
3.2.2.2.3 Evolution und Quasi-Rationalität
3.2.2.2.4 Spezifische Heterogenitäten
3.2.2.3 Ausprägungen der Präferenzen
3.2.2.3.1 Relative Bewertung und Zeitinkonsistenz
3.2.2.3.2 Fairness
3.2.2.3.3 Spezifische Heterogenitäten
3.2.2.4 Die „Nutzenfunktion“ der Prospect Theory
3.2.2.5 Arten der Erwartungsbildung
3.2.3 Die Behavioral Portfolio Theory und das Diversification Puzzle
3.2.4 Von den Anomalien zur Preisbildung: Noise Trading-Modelle
3.2.4.1 Quasi-rationales Noise Trading
3.2.4.1.1 Gruppen-interaktives Verhalten
3.2.4.1.1.1 Unbestimmtes Noise Trading Verhalten
3.2.4.1.1.1.1 Von Röckemann eingeordnete Ansätze
3.2.4.1.1.1.2 Neu zugeordnete Ansätze
3.2.4.1.1.2 Positive Feedback Trading
3.2.4.1.1.2.1 Von Röckemann eingeordnete Ansätze
3.2.4.1.1.2.2 Neu zugeordnete Ansätze
3.2.4.1.1.3 Overconfidence
3.2.4.1.2 Individuell anomales Verhalten
3.2.4.1.2.1 Von Röckemann eingeordnete Ansätze
3.2.4.1.2.2 Neu zugeordnete Ansätze
3.2.4.2 Absichtliches (rationales?) Noise Trading
4. SOCIALLY RESPONSIBLE INVESTMENT (SRI)
4.1 Begriffsbestimmung und Erscheinungsformen
4.2 Der Anlegertyp
4.3 Performance: Neoklassische Prophezeiungen und Empirie
4.4 Erklärungsansätze zur Kursbildung
4.4.1 Marktsegmentierung und SRI
4.4.2 Noise Trading und SRI
5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht das reale Anlegerverhalten auf Kapitalmärkten und stellt dieses den theoretischen Annahmen der neoklassischen Kapitalmarkttheorie gegenüber. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, inwieweit externe Restriktionen sowie intrinsische psychologische Beweggründe, wie etwa moralisch motivierte Präferenzen (SRI), das Anlegerverhalten und die Kursbildung beeinflussen.
3.2.4.1.1 Gruppen-interaktives Verhalten
Die Modelle zum gruppen-interaktiven Verhalten beziehen Wechselwirkungen zwischen Anlegergruppen mit ein. Es kommt zu Rückkopplungen. Dadurch sind die Ansätze in der Lage, eine vielschichtige Verbindung zwischen Verhaltensanomalien und der Marktebene aufzuzeigen und zu erforschen. Unterschieden wird ferner zwischen Modellen, die ein unbestimmtes Noise Trading Verhalten annehmen und zwischen Modellen, die spezielle quasi-rationale Verhaltensweisen modellieren, wie das Positive Feedback-Trading. Röckemann identifiziert seinerzeit nur das Positive Feedback-Trading als speziell modellierte Verhaltensweise. Darüber hinaus wird in der vorliegenden Arbeit eine weitere Kategorie entwickelt, welche mit overconfidence bezeichnet wird. Es scheint sich in den letzten Jahren eine Fokussierung auf den bias des overconfidence entwickelt zu haben.
Es werden nachfolgend die geschilderten drei Kategorien abgehandelt, anhand einer Vorstellung der wichtigsten Modelle, welche sich diesen zuordnen lassen. Es ist darauf hinzuweisen, dass lediglich Zusammenfassungen der teilweise recht komplexen Modelle gegeben werden können. Im Vordergrund soll dabei stehen, welche psychologischen „Zutaten“ in die Modelle eingehen und was genau die Modelle zu erklären in der Lage sind.
Begonnen wird jeweils mit den bereits durch Röckemann eingeordneten Arbeiten. Anschließend werden weitere, im Rahmen dieser Arbeit selbst zugeordnete Ansätze vorgestellt. Begründungen für die Einordnung, sofern nicht gesondert aufgeführt, ergeben sich direkt aus den Abhandlungen der Modelle.
1. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung skizziert den Kontrast zwischen dem traditionellen neoklassischen Postulat rational handelnder Akteure und dem tatsächlich beobachtbaren Anlegerverhalten auf realen Kapitalmärkten.
2. DIE NEOKLASSISCHE KAPITALMARKTTHEORIE – ZENTRALE ANNAHMEN UND AUSSAGEN: Dieses Kapitel erläutert das Menschenbild des Homo oeconomicus sowie die zentralen Modelle der klassischen Theorie, insbesondere das CAPM und die Hypothese der Informationseffizienz.
3. ENTWICKLUNG UND ETABLIERUNG EINER „POSITIVEN“ BETRACHTUNGSWEISE: Das Kapitel untersucht zunächst externe Marktunvollkommenheiten und geht anschließend tiefgreifend auf intrinsische psychologische Ursachen, Behavioral Finance und Noise Trading-Modelle ein, um Abweichungen vom rationalen Idealmodell zu erklären.
4. SOCIALLY RESPONSIBLE INVESTMENT (SRI): Dieser Abschnitt beleuchtet moralisch motivierte Präferenzen von Anlegern, definiert SRI-Strategien und diskutiert die Performance sowie Erklärungsansätze für die Kursbildung ethisch verträglicher Investments.
5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Hier werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst und ein Ausblick auf zukünftige Forschungsrichtungen wie Neuroeconomics gegeben.
Anlegerverhalten, Kapitalmarkttheorie, Homo oeconomicus, Behavioral Finance, Noise Trading, Socially Responsible Investment, SRI, Rationalität, Quasi-Rationalität, Diversifikation, Markteffizienz, Overconfidence, Prospect Theory, Kursbildung, Marktsegmentierung.
Die Arbeit analysiert das reale Verhalten von Anlegern auf Kapitalmärkten und hinterfragt dabei die Gültigkeit der traditionellen neoklassischen Annahme rational handelnder Akteure.
Die Arbeit behandelt die neoklassische Kapitalmarkttheorie, Behavioral Finance, Noise Trading-Modelle und Socially Responsible Investment (SRI).
Das Ziel ist es, das tatsächliche Verhalten von Anlegern zu untersuchen, dieses mit der neoklassischen Schule zu vergleichen und ein Spannungsfeld zwischen normativer und positiver Sichtweise aufzuzeigen.
Die Arbeit stützt sich primär auf Literaturanalysen sowie die deskriptive Auswertung von Theorien, empirischen Modellen und Fallbeispielen aus der Finanzmarktforschung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung externer Ursachen für Verhaltensabweichungen (Restriktionen), intrinsische psychologische Faktoren (Behavioral Finance) und die spezielle Betrachtung von moralisch motivierten Präferenzen (SRI-Investor).
Zentrale Begriffe sind Quasi-Rationalität, Anleger-Overconfidence, Noise Trading, Diversification Puzzle und der SRI-Investmentstil.
Externe Ursachen sind Restriktionen (z. B. Steuern, Transaktionskosten), die den Anleger objektiv einschränken, während intrinsische Beweggründe aus dem Individuum selbst entspringen, wie beispielsweise kognitive Fähigkeiten oder bewusste moralische Anlageziele.
Behavioral Finance wird als essenzielle positive (deskriptive) Gegenströmung zur neoklassischen Theorie betrachtet, da sie reale psychologische Faktoren wie Heuristiken und Biases (z. B. Overconfidence) einbezieht, um Marktanomalien zu erklären.
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