Examensarbeit, 2005
121 Seiten, Note: 1,0
I. EINLEITUNG
II. PÄDAGOGISCHE INTENTION
1. Der Bildungsauftrag der Schule
2. Legitimation des Schulsports
2.1 Fachdidaktische Konzepte
2.1.1 Das Sportartenprogramm
2.1.2 Die Körpererfahrung
2.1.3 Die Endpädagogisierung
2.1.4 Die Handlungsfähigkeit
2.1.5 Das integrativ-unterrichtstheoretische Konzept
2.2 Aufgaben und Ziele des Schulsports
3. Erlebnispädagogik
3.1 Definition
3.2 Zielsetzung der Erlebnispädagogik
3.3 Inhaltliche Merkmale und geschichtliche Entwicklung
3.3.1 Inhaltliche Abgrenzung
3.3.1.1 Die Natur als Lernfeld
3.3.1.2 Der pädagogische Nutzwert der Natur
3.3.1.3 Die Instrumentalisierung der Natur
3.3.2 Geschichtliche Entwicklung
3.3.2.1 Die „Wegbereiter“ der EP
3.3.2.2 Die Reformpädagogik
3.3.2.3 Kurt Hahns Erlebnistherapie
3.4 Reflexion und Transfer in der EP
3.4.1 Die Reflexion
3.4.2 Der Transfer
3.5 Kritik an der EP
3.6 Zusammenfassung
III. DIDAKTISCH-METHODISCHE KONZEPTIONEN ZUR EINFÜHRUNG IN DAS WILDWASSERFAHREN
1. Wildwasserfahren
1.1 Grundsätzliches über das Wildwasserfahren
1.1.1 Definition und Hydrologie des Wildwassers
1.1.2 Die Grundtechniken des Wildwasserfahrens
1.2 Besonderheiten des Kanufahrens im Wildwasser
2. Wildwasserfahren als Schulsport
2.1 Schulische Strukturen und Rahmenbedingungen
2.2 Zum Umgang mit der Angst
2.2.1 Begriffserklärung
2.2.2 Die spezielle Angst im Wildwasser
2.2.3 Angstreduzierende Methoden im Wildwasserunterricht
2.3 Sicherheit im Wildwasser
2.3.1 Die Rolle der Lehrkraft
2.3.2 Das Material
2.3.3 Die sicherheitsspezifische Methodik
2.4 Didaktisch-methodische Grundüberlegungen
2.4.1 Methodische Ansätze
2.4.1.1 Die Induktive gegenüber der Deduktiven Lehrmethode
2.4.1.2 Die Analytische gegenüber der Ganzheitlichen Lehrmethode
2.4.1.3 Die Handlungsorientierte Lehrmethode gegenüber der Orientierung an Technikleitbilder
3. Zur Einführung des Wildwasserfahrens – Ein Vergleich zweier Konzeptionen
3.1 Die traditionelle Methode
3.2 Der direkte Einstieg ins Wildwasser
3.2.1 Organisationsformen
3.2.1.1 Aufgabentypen
3.2.1.2 Gruppenarbeit
3.2.1.3 Selbstorganisation und Selbstverantwortung
3.3 Zusammenfassung
IV. PRAKTISCHE UMSETZUNG
1. Ziele des Wildwasserfahrens in der Schule
1.1 Kognitive Lernziele:
1.2 Motorische Lernziele
1.3 Sozial-affektive Lernziele
2. Organisatorische Rahmenbedingungen
1.1 Die Lerngruppe
1.2 Die Vorbereitung
1.3 Der Lernort
1.4 Das Material
3. Der Projektverlauf
3.1 Wochenplan
3.2 Verlaufsplan zur Übungseinheit am 2. Tag
3.3 Methodisch-didaktische Erläuterungen zum Stundenentwurf
V. FAZIT
Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, wie die erlebnispädagogische Sportart Wildwasserfahren didaktisch-methodisch für den Schulsport der gymnasialen Sekundarstufe II aufbereitet und in ein schulisches Projekt integriert werden kann, um Lernziele wie Handlungsfähigkeit, soziale Kompetenz und Selbstständigkeit zu fördern.
3.3.1.3 Die Instrumentalisierung der Natur
Bislang wurden zwei Aspekte durch die besonderen Erlebnisse in der Natur beleuchtet: Auf der einen Seite werden den Jugendlichen Ansätze offeriert, die das Gemeinschaftsleben, das Durchsetzungsvermögen und die Gesundheit fördern. Auf der anderen Seite kann durch ein neu erworbenes Bewusstsein und Verständnis für ökologische Vorgänge seitens der Schüler ein Teil zum aktiven Naturschutz beigetragen werden.
Jedoch muss an dieser Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass bedeutende Schäden erst durch den Sport treibenden Menschen hervorgerufen werden. Der Drang dem Alltag zu entfliehen und sich als Ausgleich zum stressigen Bürojob an der frischen Luft körperlich zu betätigen ist bei vielen Menschen ausgeprägt und wird von der Sport- und Freizeitindustrie durch gezielte Werbung noch verstärkt. Es werden Trends geschaffen, die auf dem Reiz des Abenteuers erlebnisorientierter Sportarten basieren. Der Nervenkitzel wird zum marktwirtschaftlichen Verkaufsgut und die Natursportarten durch die steigende Nachfrage zum profitablen Geschäft. Allerdings liegt das Hauptaugenmerk auf dem „schnellen Thrill“ aus „körperintensiven Grenzerlebnissen“ (KOCH 1994, 26) und nicht auf Erfahrungsprozessen mit besonderer Betonung des Naturerlebens. Eine derartige Konsumorientierung wird auf Kosten der pädagogischen Betrachtungsweise und v.a. auf Kosten der Natur ausgetragen. Die Intensivierung der Angebote von Risiko- bzw. Natursportarten und die Ausbreitung des Massentourismus hat nachhaltige Auswirkungen auf die jeweils in Mitleidenschaft gezogenen Ökosysteme.
SEEWALD, KRONBICHLER und GRÖSSING schildern die Konsequenzen, die ein solcher „Masseneffekt“ auf einen natürlichen Lebensraum hat: Sie unterscheiden dabei zwischen primären und sekundären Einflüssen, die durch den Menschen hervorgerufen werden. Primäre Schäden resultieren aus der unmittelbaren sportlichen Betätigung in der Natur (z.B. Trittschäden beim Ein- und Aussteigen in Kanus in der Uferzone des Flusses), während sekundäre Schäden aus den Folgen der Reisebewegungen resultieren (bauliche Eingriffe in das Ökosystem für die Herstellung einer massentouristische Infrastruktur: Parkplätze, Liftanlagen, Straßen etc.) und langfristig wirken (vgl. SEEWALD u.a. 1998, 169ff.).
Daraus erwächst der häufige Vorwurf an die EP, sie instrumentalisiere die Natur, d.h. sie diene unter dem Vorwand der pädagogischen Wirksamkeit lediglich als spezifisches Medium für die Bewegungsleistungen der Sportler.
I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet den schulischen Bildungsauftrag im Kontext von Reformen und stellt das Wildwasserfahren als erlebnispädagogische Sportart vor, deren didaktische Aufbereitung in dieser Arbeit untersucht wird.
II. PÄDAGOGISCHE INTENTION: Dieses Kapitel legitimiert den Schulsport durch den doppelten Bildungsauftrag (Erziehung zum und durch Sport) und führt die Erlebnispädagogik als alternativen, handlungsorientierten Ansatz ein.
III. DIDAKTISCH-METHODISCHE KONZEPTIONEN ZUR EINFÜHRUNG IN DAS WILDWASSERFAHREN: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Wildwasserfahrens, die Bedeutung der Sicherheit sowie didaktische Methoden wie der direkte Einstieg versus die traditionelle Methode gegenübergestellt.
IV. PRAKTISCHE UMSETZUNG: Dieser Teil beschreibt ein konkretes, siebentägiges Projektvorhaben auf der Salza in Österreich, inklusive Lernzielen, organisatorischen Rahmenbedingungen und detailliertem Verlaufsplan.
V. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Anwendbarkeit des Konzepts unter Berücksichtigung der Transferproblematik und der Belastung für die Lehrkräfte.
Wildwasserfahren, Kanusport, Schulsport, Erlebnispädagogik, Handlungsfähigkeit, Natursport, Pädagogik, Sicherheit im Wildwasser, Projektunterricht, Sozialkompetenz, Transfer, Ökologie, Angstbewältigung, Didaktik, Wagnis.
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufbereitung und praktischen Umsetzung der erlebnispädagogischen Sportart "Wildwasserfahren" im Rahmen eines Schulprojekts für die gymnasiale Sekundarstufe II.
Zentrale Themen sind die Legitimation des Schulsports, die Grundlagen der Erlebnispädagogik, sicherheitsspezifische Anforderungen beim Wildwasserfahren sowie die methodische Planung eines siebentägigen Kanu-Projekts.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wildwasserfahren im Sportunterricht didaktisch sinnvoll integriert werden kann, um neben sportlichen Fähigkeiten auch soziale und persönliche Kompetenzen der Schüler zu fördern.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit sportpädagogischer Fachliteratur, die Analyse von Bildungsaufträgen und curricularen Vorgaben sowie die Erstellung und kritische Reflexion eines konkreten Praxisentwurfs.
Der Hauptteil gliedert sich in die pädagogische Fundierung (Erziehung im Sport), die fachspezifische Einführung in die Sportart (Technik, Hydrologie) und die detaillierte Planung eines Schulprojekts inklusive Wochenplan und methodischer Erläuterungen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wildwasserfahren, Schulsport, Erlebnispädagogik, Handlungsfähigkeit, Naturschutz und Sicherheitsmethodik charakterisiert.
Der Lernort in der freien Natur bietet im Vergleich zur Sporthalle authentische Reize und Herausforderungen, die für erlebnispädagogische Ziele wie Selbstvertrauen und ökologisches Bewusstsein essentiell sind.
Die Arbeit betont, dass Angst im Wildwasser eine natürliche Schutzreaktion ist. Anstatt sie zu vermeiden, soll sie durch angstreduzierende Methoden, vertrauensvolle Kommunikation und eine schrittweise Steigerung der Anforderungen pädagogisch begleitet werden.
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