Magisterarbeit, 2005
124 Seiten, Note: 1,3
006: Prolog
010: Einführung
010: „Índio esclarecido não é índio?“
012: Indigene...
013: ... Ethnizität...
014: ... und moderne Kommunikationstechnologien...
016: ... im Nordosten Brasiliens.
019: erster teil: **IM VORFELD**
020: RÖMISCH EINS - IN BÜCHERN
020: 1. Kapitel In dem eine Indianergeschichte erzählt wird.
030: 2. Kapitel In dem Begriffe erklärt werden, die für das Verständnis der Arbeit notwendig sind.
030: Globalisierung
031: Ethnizität
033: Kulturalismus
037: 3. Kapitel In dem Blicke auf indigene Medienproduktionen geworfen werden.
038: Medienanthropologie
048: Beispiele
050: Internet
054: RÖMISCH ZWEI - IN SALVADOR
054: 1. Kapitel In dem von der Organisation die Rede ist, in der der Forscher arbeitete
056: 2. Kapitel In dem von den Projekten die Rede ist, in denen der Forscher arbeitete
059: 3. Kapitel In dem von der Natur der Arbeit die Rede ist, die der Forscher leistete
064: zweiter teil: **IM FELD**
065: RÖMISCH EINS - IN XUCURU-KARIRI
065: 1. Kapitel: In dem ein Überblick über das vom Forscher besuchte Reservat der Xucuru-Kariri gegeben werden soll.
065: Reservat
067: Wirtschaft
068: Ouricuri
070: Medien
072: 2. Kapitel: In dem beschrieben wird, wie die Xucuru-Kariri den Maßgaben des Projektes der Thydêwá begegneten.
072: Akteure
075: Mein Platz
076: Bilder
081: RÖMISCH ZWEI - IN PATAXÓ-HÃHÃHÃE
082: 1. Kapitel In dem ein Überblick über das vom Forscher ebenfalls besuchte Reservat der Pataxó-Hãhãhãe gegeben wird.
082: Reservat
085: Wirtschaft
086: Gemeinsames
087: Medien
088: 2. Kapitel In dem beschrieben wird, wie die Pataxó-Hãhãhãe sich nur mäßig für die Maßgaben des Projektes der Thydêwá interessierten.
088: Akteure
091: Mein Platz
093: Bilder
096: RÖMISCH DREI - IM VIRTUELLEN RAUM
096: 1. Kapitel In dem Indianer sich im virtuellen Raum austauschen.
101: 2. Kapitel In dem Indianer zumindest theoretisch zum Rest der Welt sprechen.
101: Xucuru-Kariri
106: Pataxó-Hãhãhãe
114: letzter teil: **AM SCHLUSS**
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen indigener Identitätsbildung und dem Einsatz moderner Kommunikationstechnologien durch indigene Gruppen im Nordosten Brasiliens. Dabei wird analysiert, wie diese Gruppen im Rahmen von Projekten wie "Índios Online" digitale Medien nutzen, um ihr "Indianer-Sein" nach außen und innen zu konstruieren, zu legitimieren und politisch zu behaupten.
I. IN DER FREMDE GEDACHT
Der tropische Regen stürzte unnachgiebig aus dem Himmel wie ein besonders großflächiger Wasserfall und verwandelte jedes Gefälle in einen Fluss. Die grauen Wolken hingen so tief, dass man fast ihr Gewicht auf den Schultern spüren konnte. Mühsam rumpelte der Wagen über die schlammige Piste und trug einen weit gereisten Forscher geduldig seinem Ziel entgegen.
Soweit also nichts Neues. So oder ähnlich haben ethnologische Feldforschungen zu beginnen, wenn man sich an die Maßgaben der Klassiker des Genres halten möchte, und so begann auch die meine.
Allerdings war in meinem Fall der Regen bald vorbei, der mühsam rumpelnde Wagen ein Taxi und die schlammige Piste höchstens fünfzig Meter lang, das letzte Stück des Weges, eine Hauseinfahrt zwischen asphaltierten Straßen in Itapuã, einem populären Strandviertel von Salvador da Bahia: Klischees, die eingelöst werden und doch wieder nicht.
1. Kapitel (In dem eine Indianergeschichte erzählt wird): Einleitende Schilderung der historischen Erfahrungen und des Leids der indigenen Bevölkerung mit der kolonialen und staatlichen Unterdrückung.
2. Kapitel (In dem Begriffe erklärt werden, die für das Verständnis der Arbeit notwendig sind): Theoretische Fundierung zentraler Konzepte wie Globalisierung, Ethnizität und Kulturalismus im Kontext indigener Identität.
3. Kapitel (In dem Blicke auf indigene Medienproduktionen geworfen werden): Einführung in die Medienanthropologie und Diskussion über die indigene Aneignung technischer Medien als politisches Werkzeug.
Indigene Ethnizität, Nordostbrasilien, Moderne Kommunikationstechnologien, Medienanthropologie, Kulturalismus, Índios Online, Thydêwá, Xucuru-Kariri, Pataxó-Hãhãhãe, Identitätskonstruktion, Repräsentationspolitik, Digitaler Wandel, Feldforschung, Postkoloniale Studien, Empowerment.
Die Magisterarbeit untersucht, wie indigene Gruppen im Nordosten Brasiliens moderne Kommunikationstechnologien (wie Computer und das Internet) nutzen, um ihre ethnische Identität zu artikulieren und zu behaupten.
Die Arbeit verknüpft Ethnologie, Medienanthropologie und politische Soziologie, um die Wechselwirkungen zwischen lokaler Kultur, globaler Vernetzung und den Machtstrukturen staatlicher Indianerpolitik zu analysieren.
Ziel ist es zu beschreiben, wie Prozesse der Medialisierung indigener Lebenswelten von den Gruppen selbst gesteuert und für politische Interessen (wie Landrechte und Anerkennung) instrumentalisiert werden.
Der Autor nutzt die teilnehmende Beobachtung im Rahmen eines Feldforschungsaufenthalts in zwei Reservaten (Xucuru-Kariri und Pataxó-Hãhãhãe) sowie eine kritische Diskursanalyse der entstandenen Medieninhalte.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung und die ethnographische Darstellung der Projektarbeit vor Ort, wobei insbesondere der Einfluss des Autors als technischer Berater kritisch reflektiert wird.
Zentrale Begriffe sind Ethnizität, Kulturalismus, Medialisierung, Repräsentation, indigene Medien sowie das Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne.
Die Xucuru-Kariri zeigen laut Autor eine eher pragmatische, aber teils zögerliche Haltung, wobei die digitale Archivierung von Kultur stärker von außen angestoßen wurde als durch eigene Initiative.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Projekte zwar erfolgreich für das Image der Organisation und der Gruppen sind, die tatsächliche Nutzung der Technik aber von den idealisierten Vorstellungen der Geldgeber abweicht und die indianische Realität komplexer und heterogener ist.
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