Fachbuch, 2019
76 Seiten
Einleitung
1 Übersichtsgegenstand: Schulabsentismus
2 Zugrundeliegende Theorie: Kontrolltheorie nach Travis Hirschi
3 Die Entwicklung von Werten, Normen und Moral
3.1 Werte, Normen und Moral: Begriffsdefinitionen
3.2 Lawrence Kohlberg: Theorie der moralischen Entwicklung
4 Familiale Einflüsse im Lichte der Theorie
4.1 Strukturmerkmale
4.2 Innerfamiliale Merkmale
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss familialer Faktoren auf das Phänomen des Schulabsentismus. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welchen Einfluss übt die Familie, wenn Schülerinnen und Schüler die Schule trotz gesetzlicher Schulpflicht nicht regelmäßig besuchen?
Familienstruktur
Als Familienstruktur bezeichnet man „das relativ beständige, normativ orientierte Beziehungsmuster zwischen den Inhabern der in einem bestimmten Familiensystem enthaltenen Rollen“ (Otto-Walter, 2007, S. 194). Störungen in diesen Strukturen werden auch unter dem englischen Begriff broken home definiert. Dabei fehlt ein Elternteil in der Familie (Nave-Herz, 2008). Die Abwesenheit kann unterschiedliche Gründe haben: Trennung, Scheidung oder Tod. In der Absentismusforschung misst man einer unvollständigen Familie eine hohe Relevanz zu (Dunkake, 2010). So beschäftigte sich eine Vielzahl an Studien mit der Frage, ob der Verlust von Mutter, Vater oder – im schlimmsten Falle – sogar bei der Elternteile abweichendes Verhalten im Kontext des Schulbesuches hervorrufen kann (Dunkake, 2007).
In Deutschland startete das kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen im Jahr 2000 zwei größere Projekte. Dabei wurden Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen und Förderschulen für Lernbehinderte aus den Städten Delmenhorst und Rostock befragt. Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen betrug in Delmenhorst 1.298, die der Förderschülerinnen und -schüler 34. In Rockstock wurden 1.622 Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schule und 32 Schülerinnen und Schüler der Förderschule befragt.
Einleitung: Einführung in das Thema Schulabsentismus und Darlegung der zentralen Fragestellung der Arbeit.
1 Übersichtsgegenstand: Schulabsentismus: Definition des Begriffs Schulabsentismus und Abgrenzung der Unterkategorien Schulschwänzen und elterliches Zurückhalten.
2 Zugrundeliegende Theorie: Kontrolltheorie nach Travis Hirschi: Einführung der Kontrolltheorie und Erläuterung der vier Bindungsebenen (Attachment, Commitment, Involvement, Belief) zur Erklärung konformen Verhaltens.
3 Die Entwicklung von Werten, Normen und Moral: Erörterung der moralischen Entwicklung und Definition der Grundbegriffe Werte, Normen und Moral im Kontext der Theorie von Lawrence Kohlberg.
4 Familiale Einflüsse im Lichte der Theorie: Darstellung empirischer Studien zu Struktur- und innerfamilialen Merkmalen und deren Verknüpfung mit den Bindungsebenen Hirschis.
Fazit: Zusammenfassung der Forschungsergebnisse und Ausblick auf zukünftige Ansätze zur Prävention von Schulabsentismus.
Schulabsentismus, Schulschwänzen, Kontrolltheorie, Travis Hirschi, Familie, Erziehung, Moralentwicklung, Lawrence Kohlberg, Sozialisation, Eltern-Kind-Bindung, broken home, Schulpflicht, Erziehungsstil, Sozioökonomischer Status, Devianz.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der familiären Situation und dem Phänomen des Schulabsentismus von Kindern und Jugendlichen.
Die zentralen Felder sind die Definition von Schulabsentismus, die soziologische Kontrolltheorie nach Hirschi, die Moralentwicklung nach Kohlberg sowie der Einfluss von Familienstrukturen und Erziehungsstilen.
Die Frage lautet: Welchen Einfluss übt die Familie aus, wenn Schülerinnen und Schüler trotz gesetzlicher Schulpflicht nicht regelmäßig zur Schule gehen?
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturrecherche und die theoretische Fundierung soziologischer Modelle, um vorhandene Forschungsergebnisse zum Absentismus kritisch zu beleuchten.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen konkrete Studien zu Familienmerkmalen (wie Geschwisterzahl, Familienstruktur und sozioökonomischer Status) auf Basis der vorgestellten Theorien analysiert.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Schulabsentismus, Bindungstheorie, Sozialisation und Erziehungsstil.
Sie definiert ihn wertfrei als Fehlzeit in Unterricht und Schule, unabhängig von einer spezifischen rechtlichen Bewertung.
Die Arbeit analysiert, wie das Fehlen eines Elternteils die Ausbildung konventioneller Normen durch eine potenziell schwächere Eltern-Kind-Bindung beeinträchtigen kann.
Basierend auf den zitierten Studien wird argumentiert, dass eine hohe Geschwisterzahl zu einer Überforderung der Eltern führen kann, wodurch eine enge Bindung und die Vermittlung von Bildungswerten erschwert werden.
Das Modell dient dazu, zu verdeutlichen, wie sich Kinder moralisch entwickeln und inwiefern sich ihr Bedürfnis nach regelkonformem Handeln im Laufe der Zeit von elterlichen Vorgaben hin zu gesellschaftlichen Werten wandelt.
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