Bachelorarbeit, 2005
54 Seiten, Note: 1,4
1 Einleitung
2 Zielsetzung der Arbeit
3 Geschichtliche Entwicklung
4 Akteure der Rundfunkpolitik
4.1 Rundfunkveranstalter
4.2 Staat
4.3 Regulierungsbehörden
4.3.1 Board of Governors und BBC Trust
4.3.2 Ofcom
4.3.3 S4C Authority
4.3.4 British Film Institute
4.3.5 UK Film Council
4.4 Öffentlichkeit
4.5 Medienkonzerne
5 Instrumente der Rundfunkregulierung
5.1 Recht
5.1.1 Rundfunkgesetzgebung
5.1.2 Lizenzierung
5.1.3 Quotenregelung und Programmstandards
5.1.4 Konzentrationsregelung
5.2 Geld
5.2.1 Finanzierung des öffentlichen Rundfunks
5.2.2 Finanzierung des kommerziellen Rundfunks
5.2.3 Förderung der audiovisuellen Industrie
5.3 Selbstregulierung
6 Schlussbetrachtung: Der britische Rundfunk
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über die Rundfunkregulierung in Großbritannien zu geben und dabei die Besonderheiten des Systems sowie das Zusammenwirken der verschiedenen Akteure und Instrumente zu analysieren, wobei ein besonderer Fokus auf dem Stellenwert des Public Service liegt.
4.3.1 Board of Governors und BBC Trust
Die Aufsichtsinstanz der BBC ist das so genannte Board of Governors. Dieses hat eine Doppelfunktion inne, denn „[…] einerseits ist es die Aufsichtsbehörde der BBC, andererseits ist es zugleich auch Teil der BBC selbst und legt ihre Strategie fest.“ Für das Tagesgeschäft und somit die konkrete Umsetzung der vom Board vorgegebenen strategischen Ausrichtung ist die von den Governors eingesetzte Geschäftsführung, das Executive Committee, verantwortlich. Basis aller Aktivitäten der Governors ist das Bestreben, den Public Service und die Unabhängigkeit des Senders zu schützen. Die konkreten Aufgaben des Boards sind unter Absatz 7 der aktuellen Royal Charter aufgeführt.
Die Governors formulieren Zielvorgaben und Richtlinien für sämtliche Aktivitäten der BBC. In jährlich veröffentlichten Berichten wird schließlich evaluiert, inwiefern die festgesetzten Ziele erreicht wurden. Das Board überwacht außerdem die Finanzen des Senders und achtet speziell in diesem Bereich auf eine strikte Trennung des Public Service von den kommerziellen Diensten. Die Aufsichtsinstanz der BBC hat ferner die Befugnis, den Generaldirektor einzusetzen. Dieser hat die tatsächliche Geschäftsgewalt inne, muss jedoch den Governors gegenüber Rechenschaft ablegen.
Das Board setzt sich aus zwölf Mitgliedern zusammen. Diese Personen aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens werden nach Absprache mit der Opposition und der BBC von der Regierung ernannt und von der Queen offiziell eingesetzt. Die Amtszeit beträgt fünf Jahre, die Governors können für maximal zwei Perioden ernannt werden. Zwar müssen die angehenden Governors ihre Unabhängigkeit nachweisen, eine ideologische Nähe einzelner Mitglieder zu bestimmten Parteien ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, da Opposition und Regierung eigene Vorschläge zur Besetzung abgeben.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung des Rundfunks als Massenmedium und die Notwendigkeit, diesen durch Regulierungsmechanismen vor einseitigen ökonomischen Interessen zu schützen.
2 Zielsetzung der Arbeit: Es wird die Zielsetzung dargelegt, einen Überblick über das britische Rundfunksystem zu geben, die wichtigsten Akteure und Instrumente zu analysieren sowie die Bedeutung des Public Service hervorzuheben.
3 Geschichtliche Entwicklung: Dieses Kapitel zeichnet den Weg der BBC von der privatwirtschaftlichen Gründung hin zum öffentlich-rechtlichen Sender sowie die Entwicklung des dualen Rundfunksystems in Großbritannien nach.
4 Akteure der Rundfunkpolitik: Der Abschnitt beschreibt das Zusammenspiel und die spezifischen Rollen der Rundfunkveranstalter, staatlicher Stellen, Regulierungsbehörden, der Öffentlichkeit und Medienkonzerne im britischen Rundfunksystem.
5 Instrumente der Rundfunkregulierung: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der zentralen Steuerungsinstrumente Recht, Geld (Finanzierung) und Selbstregulierung, die zur Sicherung von Qualität und Vielfalt eingesetzt werden.
6 Schlussbetrachtung: Der britische Rundfunk: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei die Effektivität des prozessorientierten Regulierungsansatzes und die anhaltende Bedeutung des Public Service gewürdigt werden.
Rundfunkregulierung, Großbritannien, Public Service, BBC, Ofcom, Rundfunkgesetzgebung, Lizenzierung, Rundfunkgebühr, Medienkonzentration, Selbstregulierung, Filmförderung, Medienpolitik, Konvergenz, Rundfunkfreiheit, Britischer Rundfunk
Die Bachelorarbeit behandelt das System der Rundfunkregulierung in Großbritannien und analysiert, wie politische und ökonomische Interessen durch ein komplexes Zusammenspiel von Akteuren und Instrumenten ausgeglichen werden.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des britischen Rundfunks, die Rolle der Akteure (insbesondere BBC und Regulierungsbehörden), verschiedene Regulierungsinstrumente wie Gesetze und Finanzierungsmodelle sowie die Förderung der audiovisuellen Industrie.
Das Hauptziel ist es, einen Überblick über die spezifischen Merkmale der britischen Rundfunkregulierung zu geben und zu klären, wie die Unabhängigkeit des Rundfunks und der Public Service trotz marktliberaler Tendenzen gewahrt bleiben.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Primärquellen, wie beispielsweise der Royal Charter, Rundfunkgesetzen und Berichten der Regulierungsbehörden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Beschreibung der Akteure (Kapitel 4) und eine detaillierte Untersuchung der Regulierungsinstrumente Recht, Geld und Selbstregulierung (Kapitel 5), ergänzt durch einen Exkurs zur Förderung der audiovisuellen Industrie.
Wesentliche Begriffe sind Public Service, Rundfunkregulierung, BBC, Ofcom, Royal Charter und das duale System.
Die BBC gilt als zentrales Aushängeschild und publizistisches Vorbild Großbritanniens, deren Verpflichtung zum Public Service gesetzlich verankert ist und die maßgeblich durch Rundfunkgebühren finanziert wird.
Das Ofcom fungiert als externe, gebündelte Regulierungsbehörde, die insbesondere den kommerziellen Rundfunk und die Telekommunikationsbranche überwacht und durch den Communications Act 2003 gestärkt wurde.
Die Förderung, primär umgesetzt durch das UK Film Council, zielt darauf ab, die nationale Filmindustrie in Zeiten der Globalisierung zu stärken, kulturelle Identität zu bewahren und die Wettbewerbsfähigkeit britischer Filme gegenüber Hollywood zu erhöhen.
Sie wird oft als Co-Regulierung praktiziert, bei der der Staat einen Rahmen vorgibt, die Sender jedoch durch eigene Richtlinien, wie die Editorial Guidelines der BBC, die konkrete Umsetzung und Einhaltung ethischer Standards selbst verantworten.
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