Masterarbeit, 2016
91 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2 Voraussetzungen
2.1 Zu den Werken
2.2 Der Begriff des Intellektuellen im Dialogus und in den Historien
3 Die Darstellung der Rolle und der Wirkungsmöglichkeiten des Intellektuellen im Dialogus de oratoribus
3.1 Betätigung in der Redekunst
3.1.1 Begriff
3.1.2 Darstellung der Wirkungsfelder
3.1.3 Bewertung
3.2 Betätigung in Dichtung und Literatur
3.2.1 Begriff
3.2.2 Darstellung der Wirkungsfelder
3.2.3 Bewertung
3.3 Betätigung in der Philosophie
3.3.1 Begriff
3.3.2 Darstellung der Wirkungsfelder
3.3.3 Bewertung
3.4 Zwischenfazit und Diskussion
4 Die Rolle und Wirkungsmöglichkeiten des Intellektuellen in den Historien
4.1 Betätigung in der Redekunst
4.1.1 Begriff
4.1.2 Wirkungsfeld
4.1.3 Bewertung
4.2 Betätigung in Dichtung und Literatur
4.2.1 Begriff
4.2.2 Wirkungsfeld
4.2.3 Bewertung
4.3 Betätigung in der Philosophie
4.3.1 Begriff
4.3.2 Wirkungsfeld
4.3.3 Bewertung
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die Darstellung und Entwicklung der Rolle sowie der Wirkungsmöglichkeiten des Intellektuellen in den Werken von Tacitus. Die zentrale Fragestellung zielt darauf ab, wie sich das intellektuelle Leben in den Bereichen Redekunst, Dichtung und Philosophie unter den veränderten politischen Rahmenbedingungen des frühen Prinzipats veränderte und wie die Akteure damit umgingen.
3.1 Betätigung in der Redekunst
Nostra potissimum aetas deserta et laude eloquentiae orbata vix nomen ipsum oratoris retineat; neque enim ita appelamus nisi antiquos, horum autem temporum diserti causidici et advocati et patroni et quidvis potius quam oratores vocantur (dial. 1,1).
So unterschiedlich wie die Redestile der Sprecher (Aper, Maternus und Messalla) sind auch ihre Ansichten über die Redekunst und ihre Vertreter. Jeder der drei zeichnet ein etwas anderes Bild. Deutlich wird dies vor allem in der Bewertung. Bereits in der hier zitierten Einleitung in den Dialogus wird die Problematik deutlich: „The point of this string of names is that oratory is now practically confined to the lawcourts, and has lost its place in the Senate and before the Roman people.“ Diese These lässt sich in den Reden belegen. Die unterschiedlichen Bezeichnungen für Redner und Redekunst, in denen oftmals unvermeidlich die Bewertung anklingt, sollen daher im Folgenden untersucht werden. Darüber hinaus prägt auch die Auswahl von Beispielen das jeweilige Konzept. Die beschriebenen Tätigkeiten von Rednern in der Republik und der Kaiserzeit helfen bei der Untersuchung, welche Rolle und Wirkungsmöglichkeiten es für sie (noch) gibt und wie die Sprecher diese bewerten. Einen wichtigen Impuls gibt Lier, indem er den Blick zurück auf den Titel des Werkes lenkt: „Der „Dialogus“ ist keine Lehrschrift über die Redekunst, vielmehr geht es – daher der Titel „Über die Redner“ – um das Redenkönnen konkreter Redner und zwar im doppelten Sinne.“ Es geht demnach zwar auch um die naturgegebene Fähigkeit, das Talent zum Reden, vielmehr ist aber die konkrete Möglichkeit der Umsetzung von speziellem Interesse, sodass „das vordergründige Thema Träger weiterer Überlegungen“ wird.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein, skizziert die Problematik des intellektuellen Lebens im frühen Prinzipat und erläutert die methodische Vorgehensweise anhand der Werke Dialogus de oratoribus und Historien.
2 Voraussetzungen: Dieses Kapitel legt die Grundlage für die Interpretation, indem es Forschungsmeinungen zu den Werken zusammenfasst und den Begriff des Intellektuellen bei Tacitus philologisch begründet.
3 Die Darstellung der Rolle und der Wirkungsmöglichkeiten des Intellektuellen im Dialogus de oratoribus: Eine detaillierte Analyse der Betätigungsfelder Redekunst, Dichtung und Philosophie im Dialogus, wobei die unterschiedlichen Perspektiven der Sprecher Aper, Maternus und Messalla gegenübergestellt werden.
4 Die Rolle und Wirkungsmöglichkeiten des Intellektuellen in den Historien: Die Untersuchung überträgt die Erkenntnisse auf die Historien und beleuchtet anhand von Fallbeispielen, wie Tacitus die Rolle von Rednern, Geschichtsschreibern und Philosophen im politischen Kontext darstellt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Verhältnis von eloquentia und libertas, wobei die moralische Anpassung des Intellektuellen an die Verhältnisse hervorgehoben wird.
Tacitus, Dialogus de oratoribus, Historien, Intellektueller, eloquentia, Redekunst, Prinzipat, libertas, Dichtung, Philosophie, Delatoren, Rhetorik, Kaiserzeit, ingenium, antike Geschichtsschreibung.
Die Arbeit analysiert die Darstellung von Rolle und Wirkungsmöglichkeiten intellektueller Akteure in den Werken des römischen Historikers Tacitus.
Die Schwerpunkte liegen auf der Rhetorik (Redekunst), der Dichtkunst und der stoischen Philosophie als Ausdrucksformen des Intellekts im Kontext des frühen römischen Prinzipats.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie sich das intellektuelle Leben unter dem Einfluss politischer Einschränkungen veränderte und wie Tacitus diese Entwicklung in seinen Schriften reflektiert.
Die Arbeit nutzt eine philologische Textanalyse und wendet die Methode des "in utramque partem disserere" an, um die verschiedenen, teils widersprüchlichen Standpunkte innerhalb der Dialoge und historischen Erzählungen Tacitus' zu beleuchten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse des "Dialogus de oratoribus" sowie der "Historien", wobei die Bereiche Redekunst, Dichtung und Philosophie jeweils auf Begriffe, Wirkungsfelder und Bewertungen hin untersucht werden.
Wesentliche Begriffe sind "eloquentia" (Beredsamkeit), "libertas" (Freiheit), "ingenium" (Geist/Begabung) sowie der Kontrast zwischen der Ära der Republik und der Zeit des Prinzipats.
Der Dialogus dient als zentrale historische Momentaufnahme der römischen Gesellschaft unter den Flaviern und ermöglicht es, Tacitus' persönliche Auseinandersetzung mit der eingeschränkten Freiheit des Intellektuellen zu erfassen.
Delatoren werden als Instrumente des Machtapparats dargestellt, deren Handeln durch eine Mischung aus Gier und Opportunismus geprägt ist, wobei Tacitus ihr Wirken vor allem in den "Historien" kritisch porträtiert.
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