Bachelorarbeit, 2018
47 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Einleitung
2. Singers präferenzutilitaristischer Ansatz
2.1 Theoretische Grundlagen des Ansatzes
2.2 Die Tötung menschlicher und nichtmenschlicher Tiere
2.3 Konsequenzen für die Behandlung nichtmenschlicher Tiere
2.4 Kritik
2.5 Zusammenfassung
3. Rollins rechte-theoretischer Ansatz
3.1 Theoretische Grundlagen des Ansatzes
3.2 Moralische und gesetzliche Rechte nichtmenschlicher Tiere
3.3 Konsequenzen für die Behandlung nichtmenschlicher Tiere
3.4 Kritik
3.5 Zusammenfassung
4. Rowlands' kontraktualistischer Ansatz
4.1 Theoretische Grundlagen des Ansatzes
4.2 Rowlands' Interpretation des Rawlsschen Kontraktualismus
4.3 Konsequenzen für die Behandlung nichtmenschlicher Tiere
4.4 Kritik
4.5 Zusammenfassung
5. Vergleich der Ansätze
6. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht den moralischen Status nichtmenschlicher Tiere innerhalb egalitaristischer tierethischer Ansätze. Ziel ist es zu analysieren, welche Argumente nichtmenschlichen Tieren einen moralischen Status verleihen und welche Konsequenzen dies für die industrielle Tierhaltung sowie Tierversuche hat, wobei die Positionen von Peter Singer, Bernard Rollin und Mark Rowlands kritisch verglichen werden.
2.2 Die Tötung menschlicher und nichtmenschlicher Tiere
Um den Lebenswert menschlicher und nichtmenschlicher Tiere zu vergleichen, muss Singer zufolge zunächst der Begriff Mensch definiert werden. Dieser kann zum einen auf ein Mitglied der Spezies Homo sapiens verweisen. Zum anderen kann er auf ein Wesen, das bestimmte „menschliche“ Eigenschaften, wie Selbstbewusstsein und Sinn für Vergangenheit und Zukunft besitzt, verweisen. Beide Definitionen teilen zwar eine Überschneidungsmenge, sind allerdings nicht identisch. Denn Säuglinge, Föten und einige schwer geistig Behinderte sind Singer zufolge zwar biologisch gesehen Menschen, verfügen aber nicht über die menschlichen Eigenschaften. Singer nutzt für die biologische Definition von Mensch den Begriff Mitglied der Spezies Homo sapiens und für die Eigenschaftendefinition den Begriff Person.
Da Person ein selbstbewusstes und vernunftbegabtes Wesen beschreibt, gebe es durchaus Personen, die nicht der Spezies Homo sapiens angehören, und umgekehrt Mitglieder der Spezies Homo sapiens, bei denen es sich nicht um Personen handle. Den Lebenswert eines Wesens allein aufgrund seiner Spezieszugehörigkeit festzulegen, sei Speziesismus. Der Lebenswert eines Menschen im biologischen Sinn könne somit nicht dem Lebenswert eines Wesens einer anderen Spezies übergeordnet werden. Laut Singer ist also nicht der Lebenswert menschlicher und nichtmenschlicher Tiere, sondern der von Personen und Nichtpersonen zu vergleichen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Abwendung vom Anthropozentrismus zugunsten des Pathozentrismus und definiert die Forschungsfragen bezüglich des moralischen Status und der Tötung nichtmenschlicher Tiere.
2. Singers präferenzutilitaristischer Ansatz: Singer begründet den moralischen Status über das Prinzip der gleichen Interessenabwägung und differenziert zwischen dem Wert von Personen und Nichtpersonen, was direkte Auswirkungen auf die Beurteilung von Tötungen hat.
3. Rollins rechte-theoretischer Ansatz: Rollin argumentiert auf Basis des "telos" eines Tieres, das Interessen und Bedürfnisse impliziert, und fordert gesetzliche Schutzmaßnahmen für Tiere als moralische Objekte.
4. Rowlands' kontraktualistischer Ansatz: Rowlands nutzt den Rawlsschen Kontraktualismus und den "Schleier des Nichtwissens", um eine Vertragstheorie zu entwickeln, die nichtmenschliche Tiere in den moralischen Schutzbereich integriert.
5. Vergleich der Ansätze: Dieser Abschnitt stellt Gemeinsamkeiten in der Ablehnung des Speziesismus fest und arbeitet die Unterschiede in der Argumentation und den praktischen Forderungen der drei Ethiker heraus.
6. Fazit: Das Fazit bestätigt die Ausgangsthese, dass alle drei Ansätze die industrielle Tierhaltung und triviale Tierversuche ablehnen, jedoch unterschiedliche Stufen des moralischen Schutzes und der praktischen Umsetzung vorschlagen.
Tierethik, nichtmenschliche Tiere, Präferenzutilitarismus, Rechte-Theorie, Kontraktualismus, Peter Singer, Bernard Rollin, Mark Rowlands, Speziesismus, industrielle Tierhaltung, Tierversuche, moralischer Status, Pathozentrismus, Interessenabwägung, telos.
Die Arbeit untersucht den moralischen Status nichtmenschlicher Tiere aus der Perspektive dreier bedeutender egalitaristischer tierethischer Positionen.
Die zentralen Themen umfassen die moralische Berücksichtigung von Tieren, die Rechtfertigung von Tötungsverboten, die Kritik an industrieller Tierhaltung und die ethische Problematik von Tierversuchen.
Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie verschiedene moralphilosophische Ansätze (Utilitarismus, Rechte-Theorie, Kontraktualismus) zu ähnlichen Konsequenzen in Bezug auf die Behandlung von Tieren führen.
Es handelt sich um eine literaturgestützte moralphilosophische Analyse, die die Hauptwerke der drei Ethiker systematisch vergleicht und ihre Argumentationslogik auf die Praxis anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung und Kritik der Ansätze von Peter Singer, Bernard Rollin und Mark Rowlands sowie einen abschließenden Vergleich.
Wichtige Begriffe sind Speziesismus, telos, Interessenabwägung, moralische Objekte, der Urzustand und Tierbefreiung.
Diese Unterscheidung ist zentral, da sie Singer zufolge bestimmt, ob die Tötung eines Wesens als direktes Unrecht (bei Personen mit Zukunftsbewusstsein) oder als indirektes Unrecht gewertet wird.
Rollin verzichtet auf ein fundamentales Gleichheitsprinzip und stützt sich stattdessen auf den aristotelischen Begriff des "telos", um die Bedürfnisse und Interessen von Tieren zu begründen.
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