Diplomarbeit, 2003
94 Seiten, Note: 1,0
1. Problemstellung, Zielsetzung und methodisches Vorgehen
2. AIDS Prävention als globale Herausforderung
2.1. Medizinische und epidemiologische Fakten von HIV/AIDS und Prävention
2.2. Sozio-ökonomische Konsequenzen von HIV/AIDS
2.3. Globalisierung und HIV-Verbreitung
2.4. Nationale AIDS-Prävention als globales öffentliches Gut
3. Struktur der Verhaltensanreize
3.1. Grundlagen
3.1.1. Verhaltensmodell der Akteure
3.1.2. Pareto-Konzept als Beurteilungskriterium
3.1.3. Analyseinstrument Spieltheorie
3.2. Die Beziehung von Industrie- zu Entwicklungsländern
3.2.1. Spielkonstruktion
3.2.2. Spielanalyse
3.3. Die Beziehung der Industrieländer untereinander
3.3.1. Spielkonstruktion
3.3.2. Spielanalyse
4. Kooperatives Verhalten
4.1. Grundlagen
4.1.1. Kollektives Handeln und internationale Kooperation
4.1.2. Dynamische und kooperative Spiele
4.2. Die Beziehung von Industrie- zu Entwicklungsländern
4.2.1. Harmonie und Koordination bei Einkommensgleichheit
4.2.2. Transfergestaltung bei Einkommensunterschieden
4.3. Die Beziehung der Industrieländer untereinander
4.3.1. Das dynamische Lösungskonzept
4.3.2. Das kooperative Lösungskonzept
4.3.3. Kooperationsfördernde Rahmenbedingungen
5. Institutionelle Mechanismen
5.1. Internationale Institutionen: Ordnungsrahmen, Regimes und Organisationen
5.2. Gestaltungsprinzipien
5.3. Global Health Governance
6. Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert die internationale Bereitstellung von HIV/AIDS-Prävention aus einer institutionenökonomischen Perspektive, mit dem primären Ziel, die zwischenstaatlichen Abhängigkeiten und Kooperationsanreize mittels spieltheoretischer Modelle zu untersuchen, um effiziente Allokationsmechanismen für knappe Ressourcen aufzuzeigen.
2.1. Medizinische und epidemiologische Fakten von HIV/AIDS und Prävention
Im Jahre 1981 wurde in den USA erstmals die Krankheit AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome, zu deutsch: Erworbenes Immunmangelsyndrom) beschrieben. Sie stellt das Endstadium einer Infektion mit dem Humanen Immundefizienzvirus (HIV) dar, welches das Immunsystem angreift und so weit zerstört, dass sich der Körper nicht mehr gegen verbreitete Erreger schützen kann. In der Folge sterben die Patienten an Infektionen mit opportunistischen Keimen, die für Menschen mit normal funktionierendem Immunsystem meist harmlos sind, oder entwickeln bestimmte tödliche Tumore.3 Der Verlauf der Krankheit lässt sich in drei Phasen unterteilen. Nach einigen Wochen mit Grippe-ähnlichen Erscheinungen folgt die asymptomatische Phase, welche zwischen zwei bis 20 Jahre andauern kann. Schließlich folgt das volle Krankheitsbild AIDS mit schwerwiegenden klinischen Symptomen.4 In der langen Latenzzeit, in der die Infizierten keine subjektiven Anzeichen einer Ansteckung verspüren, aber bereits kontagiös sind, steckt ein großes Potential für die Übertragung des Virus. Die klinische Diagnose bei Eintritt von AIDS ist schwierig, da das Krankheitsbild sehr variabel ist und nur wenige Leitsymptome bekannt sind.5
Die Prävention (Krankheitsverhütung) zielt darauf ab, eine gesundheitliche Schädigung zu verhindern. Es wird zwischen Primär-, Sekundär und Tertiärprävention unterschieden. Die Primärprävention ist die „Vermeidung exogener Schädigungen oder die Verhinderung oder Verringerung eines personengebundenen Risikos“6. Nach Eintreten einer präklinischen Schädigung setzt die Sekundärprävention durch die „Verhinderung des Fortschreitens eines Krankheitsfrühstadiums durch Früherkennung und –behandlung"7 an. Die Tertiärprävention ist der Versuch, die Folgeschäden bei bereits eingetretenen klinischer Krankheit abzumildern. Da AIDS bislang nicht heilbar ist und die Fortschritte bei der Entwicklung einer ursächlichen Therapie oder eines Impfstoffes noch wenig Anlass zur Hoffnung für die nahe Zukunft geben, kann bei der Bekämpfung von HIV/AIDS in erster Linie nur auf Präventionsmaßnahmen zurückgegriffen werden. In Beispielen bestätigte sich bereits die hohe Effektivität und Effizienz einzelner wissenschaftlich fundierter Präventionsmaßnahmen.8
1. Problemstellung, Zielsetzung und methodisches Vorgehen: Einleitung in die globale HIV/AIDS-Problematik und Erläuterung des spieltheoretischen, institutionenökonomischen Analyserahmens.
2. AIDS Prävention als globale Herausforderung: Darstellung der medizinischen Fakten, sozio-ökonomischen Folgen und Einordnung der Prävention als globales öffentliches Gut.
3. Struktur der Verhaltensanreize: Analyse der nationalen Anreize zur Bereitstellung von Prävention mittels spieltheoretischer Grundmodelle.
4. Kooperatives Verhalten: Untersuchung von Mechanismen zur Überwindung ineffizienter Anreizstrukturen durch Kooperation und Transferzahlungen.
5. Institutionelle Mechanismen: Erörterung der Rolle von Institutionen und Governance-Strukturen bei der Implementierung globaler Lösungen.
6. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Plädoyer für eine globale Allianz zur effektiven Bekämpfung der HIV/AIDS-Epidemie.
HIV/AIDS, Prävention, Institutionenökonomie, Spieltheorie, Globales öffentliches Gut, Kooperation, Nord-Süd-Transfer, Anreizstrukturen, Global Governance, Pareto-Effizienz, Neue Politische Ökonomie, Entwicklungsländer, Industrieländer, Epidemie, Gesundheitsökonomie.
Die Arbeit untersucht die Bereitstellung von globaler HIV/AIDS-Prävention durch Nationalstaaten unter dem Aspekt ökonomischer Anreizstrukturen und internationaler Kooperation.
Die Schwerpunkte liegen auf der spieltheoretischen Modellierung zwischenstaatlicher Abhängigkeiten, der Analyse von Marktversagen bei öffentlichen Gütern sowie institutionellen Lösungskonzepten.
Ziel ist es zu belegen, dass transnationale Kooperation bei der HIV/AIDS-Bekämpfung durch Eigeninteresse motiviert werden kann, sofern die Spielregeln und Anreize entsprechend gestaltet sind.
Es wird der theoretische Rahmen der Neuen Institutionenökonomie und Neuen Politischen Ökonomie genutzt, insbesondere formale spieltheoretische Analyseinstrumente.
Der Hauptteil analysiert die Anreizstrukturen für Präventionsleistungen (Abschnitt 3) und erörtert Wege zur Kooperation durch dynamische Modelle und institutionelle Mechanismen (Abschnitte 4 und 5).
Wichtige Begriffe sind Spieltheorie, Global Public Goods (GPG), institutionelle Mechanismen, Kooperation, Weakest-Link-Beziehung und Pareto-Effizienz.
Der Transfer wird als notwendige Strategie diskutiert, um bei ungleicher Einkommensverteilung ein effektives, globales Präventionsniveau durch eine Budgetumverteilung zu erreichen.
In einer weakest-link Beziehung bestimmt das am wenigsten engagierte Land das globale Sicherheitsniveau, weshalb für andere Länder kaum ein Anreiz besteht, über das Niveau des schwächsten Gliedes hinaus zu investieren.
Institutionen reduzieren Transaktionskosten, schaffen Transparenz und koordinieren Erwartungen, wodurch sie in anarchischen internationalen Systemen Kooperation erst ermöglichen.
Nichtregierungsorganisationen werden als Ergänzung staatlicher Bemühungen hervorgehoben, da sie durch ihre Zivilnähe spezifische Effizienzvorteile bei der Umsetzung von Präventionsmaßnahmen besitzen.
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