Diplomarbeit, 2005
128 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Freizeitmarkt in Deutschland
2.1 Erlebnis-Tourismus
2.2 Freizeitgroßanlagen
3. Entwicklung und Definition des Genre Musical
3.1 Entwicklung des Genre Musical
3.2 Definition und Abgrenzung der Gattung
4. Etablierung der Gattung im deutschsprachigen Raum
4.1 Theaterformen in Deutschland
4.2 Entwicklung des Musicals im deutschen Sprachraum
4.3 Musical – Kunst oder Kommerz?
5. Musical-Tourismus
5.1 Besucherstrukturen
5.2 Erfolgsindikatoren
5.3 Vermarktung
5.4 Wirtschaftliche Auswirkungen
6. Fankult und Umfrage zu Musical-Tourismus
7. Schlussbemerkung
Die Diplomarbeit untersucht die Entwicklung und Etablierung des Musical-Tourismus im deutschsprachigen Raum. Im Fokus steht die zentrale Fragestellung, ob Musicalgroßproduktionen über einen hinreichend hohen Unterhaltungs- und Erlebniswert verfügen, um sich langfristig auf dem deutschen Freizeitmarkt zu behaupten, und inwiefern sie die Tourismusbranche maßgeblich beeinflussen.
3.1 Entwicklung des Genre Musical
„Amerikas Originalbeitrag zum Welttheater“ entwickelte sich aus dem Bedürfnis der Menschen nach Unterhaltung. Dieser Unterhaltungsbedarf entstand aus den Entbehrungen, die der amerikanische Bürgerkrieg mit sich gebracht hatte und dem schnellen Wachstum der Städte. Um 1900 hatte New York bereits 3,5 Millionen Einwohner und insgesamt 41 Theater. In den Theatern am Broadway wurde überwiegend musikalisches Unterhaltungstheater geboten und daher kann dieser Straßenzug zweifelsfrei als Wiege des Musicals angesehen werden. Die Wurzeln dieser amerikanischen Musiktheatergattung könnten vielfältiger nicht sein, doch liegen sie zum größten Teil im alten Europa.
Den entscheidenden Anstoß zur Entwicklung eigener Musiktheaterstücke dürfte die große Beliebtheit komischer Opern und Operetten seit Mitte des 18. Jahrhunderts gegeben haben. Wichtige Bausteine bildeten das Vaudeville und die Burlesque, welche beide eine Ähnlichkeit mit dem europäischen Varieté aufweisen, da sie „in zwangloser Form und loser Folge aus Song und Tanz, Akrobatik und Humor, Dressurakt und Zauberei, Zirkuselementen und Operettenmotiven“ bestehen. Aus der Revue übernahm das Musical die extreme Bandbreite bezüglich Stoff und Thematik sowie den gigantischen Schaueffekt. Diese europäischen Formen wurden mit zwei rein amerikanischen Elementen vermischt: dem Jazz und der Minstrel-Show. In den Minstrel-Shows parodierten weiße Sänger, mit schwarz gefärbten Gesichtern, die Lieder und Tänze schwarzer Sklaven.
Die wohl wichtigste Vorstufe des Musicals war jedoch eine musiktheatralische Unterhaltungsform, die sich Extravaganza nannte. „Die Extravaganza ist ein theatralisches Spektakelstück mit viel Musik, Showteilen und Zirkuselementen.“ Wie der Name schon sagt, waren hierbei extravagante Ausstattung und atemberaubende Bühneneffekte die entscheidenden Faktoren. Bezeichnenderweise wird auch die Extravaganza-Show „The Black Crook“ aus dem Jahr 1866 als erstes amerikanisches Musical bezeichnet.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Aufschwung der Musicalbranche in Deutschland und identifiziert den Musical-Tourismus als eine spezifische Reisetätigkeit, die wissenschaftlich bisher kaum erschlossen wurde.
2. Freizeitmarkt in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert den Strukturwandel zur Erlebnisgesellschaft und die wachsende Bedeutung des Freizeitkonsums, insbesondere in sogenannten Freizeitgroßanlagen.
3. Entwicklung und Definition des Genre Musical: Hier werden die historischen Wurzeln des Musicals in den USA sowie dessen Entwicklung bis zur „Leitgattung der Gegenwart“ dargelegt und eine Definition des Genres vorgenommen.
4. Etablierung der Gattung im deutschsprachigen Raum: Das Kapitel beschreibt das traditionelle Theatersystem, die Einführung des kommerziellen En-Suite-Betriebs und die Entwicklung der Musicalszene in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
5. Musical-Tourismus: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, der Besucherstrukturen, Erfolgsindikatoren, Vermarktungsstrategien und die ökonomischen Auswirkungen des Musical-Tourismus auf die Standorte detailliert analysiert.
6. Fankult und Umfrage zu Musical-Tourismus: In diesem Kapitel werden Erkenntnisse aus einer Online-Umfrage unter Musical-Fans zur Analyse des Fankults und zur Überprüfung des Reiseverhaltens genutzt.
7. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung sowie die Auswirkungen veränderter Marktbedingungen auf den Musical-Tourismus.
Musical, Musical-Tourismus, Freizeitmarkt, Erlebnis-Tourismus, En-Suite-Betrieb, Stage Holding, Vereinigte Bühnen Wien, Besucherstruktur, Vermarktung, Städtetourismus, Musical-Fankult, Unterhaltungstheater, Tourismuswirtschaft, Wirtschaftsstandort, Musicalgroßproduktion.
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung des Musical-Tourismus im deutschsprachigen Raum und untersucht dessen sozioökonomische Bedeutung als Kultur- und Städtetourismus-Phänomen.
Zentrale Felder sind die Struktur des Freizeitmarktes, die historische Entwicklung des Musical-Genres, die Etablierung professioneller Vermarktungsstrategien im En-Suite-Betrieb sowie die Analyse des Reiseverhaltens und der wirtschaftlichen Auswirkungen.
Das Hauptziel ist es zu klären, ob Musicalgroßproduktionen als erlebnisorientierte Angebote einen ausreichend hohen Unterhaltungswert besitzen, um sich nachhaltig im Freizeitmarkt zu etablieren und Tourismusströme in die jeweiligen Städte zu lenken.
Die Autorin nutzt eine umfassende Literaturrecherche, die Auswertung von Branchenstatistiken sowie eine eigenständig durchgeführte Online-Umfrage unter Musical-Fans zur empirischen Überprüfung.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse von Besucherstrukturen (Soziodemographie, Reisemotive), die Definition von Erfolgsindikatoren (Besucherzahlen, Auslastung), die Vermarktung (Ticketvertrieb, Medienpräsenz) und die ökonomischen Auswirkungen für die Städte.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Musical, Musical-Tourismus, Freizeitmarkt, En-Suite-Betrieb, Städtetourismus, Vermarktung und Wirtschaftsfaktoren charakterisiert.
In Wien spielte die historisch gewachsene Musiktheater-Tradition und die Nutzung bestehender Spielstätten eine größere Rolle, während in Deutschland vor allem der Neubau kommerzieller Musicaltheater als Event-Destinationen im Fokus stand.
Der Fankult agiert als wichtiger Multiplikator; Fans sind reisefreudig, besuchen häufig mehrere Produktionen und bilden durch ihre strukturierte Organisation (Fanclubs, Internet-Foren) eine loyale und kalkulierbare Zielgruppe für die Theaterbetreiber.
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