Diplomarbeit, 2005
85 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Untersuchung
1.4 Abgrenzung und Einschränkung
2 Ziele der Bankenaufsicht
2.1 Gläubigerschutz
2.1.1 Schutzwürdigkeit
2.1.2 Schutzbedürftigkeit
2.1.3 Schlussfolgerung bezüglich Schutzwürdigkeit und Schutzbedürftigkeit
2.1.4 Das besondere Verhalten der Gläubiger – Bank-Run Gefahr
2.2 Funktionsschutz – Reduzierung systemischer Risiken
2.3 Wettbewerbssicherung
2.4 Diskussion der Zielkompatibilität
3 Bankenaufsichtliche Instrumente zur Zielerreichung
3.1 Gliederung der Regulierungsformen
3.1.1 Eigenkapitalregulierung
3.1.2 Lender of Last Resort
3.1.3 Einlagenversicherung
3.2 Diskussion der Kompatibilität der Instrumente
4 Basel II
4.1 Status quo
4.2 Mindesteigenkapitalanforderungen
4.2.1 Kreditrisiko
4.2.2 Marktrisiko
4.2.3 Operationelles Risiko
4.3 Aufsichtliches Überprüfungsverfahren
4.4 Marktdisziplin
5 Umsetzung der Ziele der Bankenaufsicht durch Basel II
5.1 Auswirkungen von Basel II auf Ziele der Bankenaufsicht
5.1.1 Wettbewerbsneutrale Implementierung von Basel II – „Level Playing Field“ bei Mindestkapitalanforderungen
5.1.2 Höhere Kontrolleffizienz beim Gläubigerschutz durch aufsichtliches Überprüfungsverfahren
5.1.3 Erhöhter Gläubigerschutz durch verstärkte Offenlegung
5.1.4 Gestärkter Funktionsschutz durch freiwillige Implementierung aufgrund von Marktdisziplin
5.2 Prozyklizität und Risikopuffer durch Mindesteigenkapitalanforderungen
5.3 Hinterlegung weiterer Risiken durch flexibles aufsichtliches Überprüfungsverfahren
5.4 Kontrollmöglichkeiten durch Marktkräfte: Subordinated Notes and Debentures und Marktdisziplin
6 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Ziele der Bankenaufsicht und analysiert kritisch, inwieweit diese vor dem Hintergrund der Basel II-Verordnung erreicht werden können oder durch die neuen Empfehlungen gefährdet sein könnten. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Vereinbarkeit der regulatorischen Anforderungen mit der Stabilität des Finanzsektors.
2.1.4 Das besondere Verhalten der Gläubiger – Bank-Run Gefahr
Die Bank-Run Gefahr wird durch das besondere Verhalten der Anleger hervorgerufen. Kleinanleger zeichnen sich durch extreme Risikoaversion aus. Zudem fühlen sie sich weder als Kreditgeber ihrer Bank, noch sind sie bereit, das Risiko der Bank zu einem kleinen Teil mitzutragen. Vielmehr sehen sie ihre Einlage als Depot bzw. als sicherheitsorientierte Rücklage für schlechte Zeiten an und sind daher besonders anfällig gegenüber Vertrauenskrisen. Diese können sowohl durch Vermutungen und Gerüchte (spekulativer Run aufgrund schwacher Signale) als auch durch tatsächliche Informationen (informationsbasierter Run) hervorgerufen werden.
Die meisten Anleger besitzen eine niedrige Reaktionsschwelle, daher setzt ihr „Herden-/ Lemmingtrieb“ relativ früh ein. Bei Vertrauensverlust ziehen Anleger ihre Einlagen von dem jeweiligen Kreditinstitut ab, wodurch ein singulärer (begrenzter) Run entsteht. Diese Form der Marktselektion ist in einer Marktwirtschaft beabsichtigt. Nur solche Banken, deren Risikopolitik nicht den Erwartungen der Einleger entspricht, werden aus dem Wettbewerb gedrängt. Demnach sollte die Bankenaufsicht nur allgemeine Bank-Runs verhindern.
1 Einleitung: Vorstellung der Ausgangslage und der Zielsetzung der Arbeit unter Berücksichtigung der Bankenaufsicht und Basel II.
2 Ziele der Bankenaufsicht: Detaillierte Erläuterung der Hauptziele Gläubigerschutz, Funktionsschutz und Wettbewerbssicherung.
3 Bankenaufsichtliche Instrumente zur Zielerreichung: Analyse der Regulierungsformen und Instrumentarien, wie Eigenkapitalregulierung und Einlagenversicherung.
4 Basel II: Darstellung der drei Säulen von Basel II und Erläuterung der Ansätze zur Risikounterlegung.
5 Umsetzung der Ziele der Bankenaufsicht durch Basel II: Analyse der Auswirkungen von Basel II auf die Ziele der Aufsicht und Diskussion von Kernproblemen wie Prozyklizität.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Untersuchung und Bewertung der Effekte der Basel II-Implementierung.
Bankenaufsicht, Basel II, Gläubigerschutz, Funktionsschutz, Mindesteigenkapitalanforderungen, Marktdisziplin, Prozyklizität, Aufsichtliches Überprüfungsverfahren, Bank-Run, Systemische Risiken, Kreditrisiko, Operationelles Risiko, Eigenkapitalregulierung, Wettbewerbssicherung, Finanzmarktstabilität.
Die Arbeit analysiert die Ziele der Bankenaufsicht (vor allem Gläubiger- und Funktionsschutz) und hinterfragt deren Umsetzung im Rahmen der Basel II-Regelungen.
Die zentralen Felder umfassen die Ziele der Bankenregulierung, die spezifischen Instrumente der Aufsicht sowie die Auswirkungen der Basel II-Säulen auf die Bankenlandschaft.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Basel II die Ziele der Aufsicht verfolgt und wo in der Rahmenvereinbarung potenzielle Konflikte oder Verstöße gegen diese Ziele entstehen könnten.
Der Autor führt eine theoretische Untersuchung durch, die den regulatorischen Rahmen mit den Zielsetzungen der Bankenaufsicht gegenüberstellt und durch Literaturanalysen und Strukturmodelle untermauert.
Der Hauptteil behandelt die detaillierte Darstellung der Ziele der Aufsicht, das Instrumentarium der Bankenaufsicht und die Analyse spezifischer Problemfelder wie die Prozyklizität unter Basel II.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die drei Säulen von Basel II, systemische Risiken, Bank-Run Gefahr und die Marktdisziplin.
Die Prozyklizität beschreibt die Gefahr, dass bonitätsorientierte Risikobewertungen in Abschwungphasen den Kreditklemmen-Effekt (Credit Crunch) verstärken können, was das Ziel der Stabilität konterkariert.
Das Instrument dient als letztes Sicherheitsnetz, um bei temporärer Illiquidität von Banken einen allgemeinen Bank-Run zu verhindern und somit den Funktionsschutz zu wahren.
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