Diplomarbeit, 2000
89 Seiten, Note: 1,0
0. VORWORT
1. KRISEN - WENDEPUNKTE DES LEBENS
1.1 KRISEN UND KRISENINTERVENTION
1.2 KRISENINTERVENTION ALS AUFGABE DER SEELSORGE
2. THEORIE DER SUIZIDALITÄT
2.1 SUIZID, SELBSTMORD, SELBSTTÖTUNG ODER FREITOD?
2.1.1 Selbstmord
2.1.2 Freitod
2.1.3 Selbsttötung
2.1.4 Suizid
2.2 MERKMALE FÜR AKUTE SUIZIDGEFÄHRDUNG
2.2.1 Beweggründe für einen Suizidversuch
2.2.2 Das präsuizidale Syndrom
2.2.3 Weitere Hinweise auf eine Suizidgefährdung
2.2.4 Der Suizid - Abschluß einer seelischen Krankheit?
3. DIE SUIZIDALITÄT IM FELD DER SEELSORGE
3.1 BIBLISCHE ANNÄHERUNG AN DAS PROBLEM DES SUIZIDS
3.1.1 Der Suizid und die Suizidabsicht im Alten und Neuen Testament
3.1.2 Jesu Begegnung mit den Abgründen menschlicher Lebens-konflikte - „Die Heilung des Besessenen von Gerasa“ (Mk 5,1-20)
3.2 HEILEN - ABER WIE? PASTORALE ANNÄHERUNG AN EINE ANGEMESSENE SEELSORGLICHE BEGLEITUNG SUIZIDGEFÄHRDETER
3.2.1 Pastoraltheologische Ansätze für die Suizidpastoral
3.2.2 Orientierungspunkte einer angemessenen Pastoral für Suizidgefährdete
4. DER BEITRAG DER SEELSORGE IN DER BEGLEITUNG SUIZIDGEFÄHRDETER
4.1 DER SEELSORGER
4.1.1 Voraussetzungen und Vorteile des Seelsorgers
4.1.2 Hinderungen und Gefahren für den Seelsorger
4. 2 ZIELE DER SEELSORGLICHEN BEGLEITUNG FÜR SUIZIDGEFÄHRDETE
4.2.1 Zwischen Lebenswunsch und Todessehnsucht
4.2.2 „Du bist wertvoll für mich!“ - Beziehung als Schlüssel zu neuem Lebensmut
4.3 DIE MENSCHEN IM UMFELD DES SUIZIDGEFÄHRDETEN
4.4 ZUSAMMENARBEIT MIT PROFESSIONELLEN HILFSEINRICHTUNGEN
5. SCHLUßBEMERKUNGEN
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Seelsorge bei der Begleitung suizidgefährdeter Menschen. Dabei wird das Ziel verfolgt, ein spezifisch pastoraltheologisches Konzept zu entwerfen, das sich von therapeutischen Ansätzen unterscheidet und dem notleidenden Menschen als Zeichen des Heils in Christus begegnet, um ihn bei der eigenverantwortlichen Lebensgestaltung zu unterstützen.
2.2.2.2 Gehemmte und gegen die eigene Person gerichtete Aggression
Das, was Erwin Ringel mit diesem zweiten Element des präsuizidalen Syndroms beschreibt, läßt sich wohl am Besten durch den Vergleich mit einem Staudamm veranschaulichen. Der Mensch hat „einen natürlichen aggressiven Antrieb, der nach seiner Außenlenkung und nach Gestaltung verlangt“78. So also, wie ein Stausee nur ein gewisses Fassungsvermögen hat und deshalb immer ein Teil das Wassers durch den Staudamm abgegeben werden muß, so verlangt auch das aggressive Potential immer nach einem gewissen Ausgleich. Wenn aber die Möglichkeit zum Ausgleich nicht mehr gegeben ist, geschieht es, daß der Staudamm überläuft oder bricht.
Dem suizidgefährdeten Menschen kann aus verschiedenen Gründen die Fähigkeit fehlen, seine Aggression zu kanalisieren oder schöpferisch damit umzugehen. Häufig steht dies mit einer Erziehung im Zusammenhang, in der es versäumt wurde, auch die Aggression als Teil des Menschseins zu akzeptieren, weshalb sie tabuisiert wurde.79 Es wurde lediglich gelernt, die Aggressionen zu unterdrücken. Trotzdem ist die Aggressionsneigung vorhanden. Wird nun der Druck, der durch das Anstauen der aggressiven Tendenzen erzeugt wird zu hoch, und besteht keine andere Lösungsstrategie, als sie in sich „hineinzufressen“, besteht die Gefahr, daß sie gegen die eigene Person gerichtet wird.80 „Die Suizidhandlung ist in den allermeisten Fällen (...) eine besondere Mitteilung, daß man der Hilfe bedürftig ist und mit eigenen Kräften das Leben zu meistern nicht mehr imstande ist.“81
1. KRISEN - WENDEPUNKTE DES LEBENS: Einführung in die Phasen der Krisenentstehung und die grundsätzliche Definition von Krisenintervention.
2. THEORIE DER SUIZIDALITÄT: Analyse der Begriffe der Suizidalität und Vorstellung des präsuizidalen Syndroms nach Erwin Ringel als Erklärungsmodell.
3. DIE SUIZIDALITÄT IM FELD DER SEELSORGE: Biblische Betrachtung des Suizids und Entwicklung eines pastoraltheologischen Modells basierend auf dem Vorbild Jesu.
4. DER BEITRAG DER SEELSORGE IN DER BEGLEITUNG SUIZIDGEFÄHRDETER: Praktische Konsequenzen für den Seelsorger, Anforderungen an die Haltung, Bedeutung von Beziehungen und Zusammenarbeit mit professionellen Stellen.
5. SCHLUßBEMERKUNGEN: Reflexion über die gesellschaftliche Tabuisierung des Suizids und die bleibende Verantwortung des Nächsten sowie der Seelsorge.
Seelsorge, Suizidalität, Krisenintervention, Suizidprävention, Lebenskrise, präsuizidales Syndrom, Hoffnung, Beziehung, Gottesbeziehung, Lebensmut, Seelsorger, Schuld, Aggression, Krisenbewältigung, Pastoral.
Die Arbeit befasst sich mit den pastoraltheologischen Möglichkeiten und der Rolle der Seelsorge bei der Begleitung von suizidgefährdeten Menschen im Kontext einer Krisenintervention.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Suizidalität, das Selbstverständnis der Seelsorge, biblische und pastorale Ansätze sowie der Umgang mit suizidgefährdeten Menschen und ihrem sozialen Umfeld.
Das Ziel ist es, ein pastoraltheologisches Konzept für die Seelsorge zu entwickeln, das Betroffene in ihrer Not begleitet und ihnen hilft, wieder Sinn und Lebensmut zu finden.
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Reflexion pastoraltheologischer Ansätze sowie die Auseinandersetzung mit humanwissenschaftlichen und psychologischen Erkenntnissen zur Suizidalität.
Im Hauptteil werden das Modell des präsuizidalen Syndroms, biblische Hintergründe, die Haltung des Seelsorgers, die Bedeutung der persönlichen Beziehung sowie die Zusammenarbeit mit professionellen Hilfssystemen analysiert.
Kernbegriffe sind insbesondere Seelsorge, Suizidalität, Krisenintervention, Hoffnung, Beziehung und pastorale Begleitung.
Der Seelsorger dient als vermittelnde Instanz, die den Suizidenten aus der tödlichen Verzweiflung zur Hoffnung führen soll, ohne dabei die Eigenverantwortung des Betroffenen für seinen Weg zu ersetzen.
Die Arbeit betont, dass Schuldgefühle oft als innere Barriere wirken und der Seelsorger durch eine vorbehaltlose Haltung und das Angebot von Vergebung den Suizidenten dabei unterstützen kann, diese Gefühle in konstruktive Veränderungen umzuwandeln.
Suizidalität entsteht selten losgelöst vom sozialen Umfeld. Die Arbeit macht deutlich, dass eine erfolgreiche Intervention auch die Einbeziehung und Stärkung der engsten Bezugspersonen erfordert, um eine stabile Lebensbasis wiederherzustellen.
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