Bachelorarbeit, 2017
81 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 GENTRIFIZIERUNG – THEORIERAHMEN UND FORSCHUNGSSTAND
2.1 GENTRIFIZIERUNG - EINE BEGRIFFSDEFINITION
2.2 ERKLÄRUNGSMODELLE
2.3 VERLAUF DER GENTRIFIZIERUNG UND DIE AKTEURE
2.4 DIE KULTURELLE LOGIK DER AUFWERTUNG
3 GENTRIFIZIERUNGSPROZESSE IN DER SÜDLICHEN MAINZER NEUSTADT
3.1 DAS UNTERSUCHUNGSGEBIET
3.2 DIE SYMBOLISCHE GENTRIFIZIERUNG AM GARTENFELDPLATZ
3.2.1 UNTERSUCHUNGSMETHODE
3.2.2 DATENGRUNDLAGE UND OPERATIONALISIERUNG
3.2.3 ERGEBNISSE DER AUSWERTUNG
3.3 DIE FUNKTIONALE UND KOMMERZIELLE GENTRIFIZIERUNG – DIE NEUE ANGEBOTSSTRUKTUR IN DER SÜDLICHEN NEUSTADT
3.3.1 DIE TRANSFORMATION DER ANGEBOTSSTRUKTUR
3.3.2 DER GESCHMACK DER GENTRIFIZIERUNG
3.3.3 ANALYSE DER ANGEBOTSSTRUKTUR
3.4 DIE BAULICHE UND WOHNUNGSWIRTSCHAFTLICHE GENTRIFIZIERUNG
3.4.1 DAS STADTFÖRDERPROGRAMM – „SOZIALE STADT“
3.4.2 MIETPREISENTWICKLUNG UND MIETBELASTUNG
3.4.3 NEUE EIGENTÜMER UND DIE TRANSFORMATION VON MIET – IN EIGENTUMSWOHNUNGEN
3.5 DIE SOZIALE GENTRIFIZIERUNG
3.5.1 AUSWERTUNG SOZIALSTATISTISCHER DATEN
3.5.2 ANALYSE DER SOZIALSTATISTISCHEN DATEN
4 FAZIT UND SCHLUSSFOLGERUNGEN
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, ob in der südlichen Mainzer Neustadt Gentrifizierungsprozesse stattfinden. Ziel ist es, die verschiedenen Aufwertungsdimensionen – symbolisch, funktional/kommerziell, baulich und sozial – im Untersuchungsgebiet zu identifizieren und ihr Gentrifizierungspotenzial zu bewerten.
Die funktionale und kommerzielle Gentrifizierung – die neue Angebotsstruktur in der südlichen Neustadt
Im Rahmen von Gentrifizierungsprozessen finden Aufwertungserscheinungen vor allem im Wandel der lokalen Nutzungsstrukturen ihre Entsprechung (vgl. Wiest 1997: 27). Insbesondere distinktive Konsumtions – und Kulturformen sowie expressive Lebensstile einer neuen Bewohner– und/oder Besucherstruktur beeinflussen die Etablierung neuer Geschäfte, spezifischer gastronomischer Einrichtungen und Dienstleistungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht (vgl. Gottlieb 2014: 79).
Während des Gentrifizierungsprozesses treten nicht nur bestimmte Akteursgruppen in einem Viertel neu in Erscheinung, während andere zunehmend aus dem Blickpunkt verschwinden oder verdrängt werden, sondern die materielle Umwelt wird immer mit verändert. Außer für die baulichen Veränderungen, wie der weit beachteten Sanierung von Wohngebäuden gilt dies auch für die Gewerbestruktur eines Viertels (vgl. Stock 2013: 120). Das Erscheinen neuer Gewerbetypen, wie zum Beispiel Biomärkten, wurde in der Stadtforschung mehr als Indikator für eine neue Lebensstilgruppe, denn als Motor für Gentrifizierung betrachtet. Dem entgegen steht Zukins (1990: 41f.) Analyse, nach der es für eine erfolgreiche Gentrifizierung eines Viertels einer bestimmten Infrastruktur an kommerziellen Einrichtungen bedarf. Die neuen Gewerbetypen sind die Orte, an denen die kulturellen Praktiken von bestimmten Lebensstilgruppen legitimiert werden. Durch die Expansion dieser Legitimationsorte eignen sich die relevanten Akteure nach und nach ganze Straßenzüge und Viertel symbolisch wie praktisch an (vgl. Stock 2013. 121).
1 EINLEITUNG: Einleitung in die Problematik städtischer Aufwertung und Formulierung der Forschungsfrage für die südliche Mainzer Neustadt.
2 GENTRIFIZIERUNG – THEORIERAHMEN UND FORSCHUNGSSTAND: Überblick über Begriffsdefinitionen, Erklärungsmodelle sowie Akteure und Verlaufsphasen der Gentrifizierung.
3 GENTRIFIZIERUNGSPROZESSE IN DER SÜDLICHEN MAINZER NEUSTADT: Detaillierte empirische Untersuchung des Gebiets anhand symbolischer, funktionaler, baulicher und sozialer Indikatoren.
4 FAZIT UND SCHLUSSFOLGERUNGEN: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einschätzung zum Status der Gentrifizierung im Untersuchungsraum.
Gentrifizierung, Mainz, Neustadt, Gartenfeldplatz, Aufwertung, soziale Stadt, Konsumlandschaft, Angebotsstruktur, Raumimages, symbolische Aufwertung, Verdrängung, Pioniere, Gentrifier, Stadtentwicklung, Mietpreisentwicklung.
Die Arbeit untersucht die städtische Entwicklung und Aufwertungsprozesse in der südlichen Mainzer Neustadt unter dem Aspekt der Gentrifizierung.
Zentrale Felder sind die Veränderung des Quartiersimages, die Transformation von Gastronomie- und Gewerbestrukturen, bauliche Maßnahmen im Rahmen der Stadterneuerung sowie soziale Daten der Bewohnerstruktur.
Das Ziel ist die Identifizierung der Aufwertungsdimensionen im Untersuchungsgebiet, um zu prüfen, inwieweit dort wissenschaftlich fundierte Gentrifizierungsprozesse nachweisbar sind.
Die Arbeit nutzt einen multidimensionalen Ansatz, darunter eine Inhaltsanalyse von Print- und Onlinemedien, eine Kartierung der Erdgeschossnutzungen sowie die Auswertung sozialstatistischer Daten des Einwohnermeldeamtes.
Der Hauptteil analysiert schrittweise die symbolische, funktionale, bauliche und soziale Dimension der Aufwertung im Quartier rund um den Gartenfeldplatz.
Wichtige Begriffe sind Gentrifizierung, Mainz, Gartenfeldplatz, Aufwertung, Konsumlandschaft und Stadtentwicklung.
Der Gartenfeldplatz fungiert als stadtteilweites "Epizentrum" für neue, kreative Ladenkonzepte und gilt in medialen Darstellungen als Hotspot der Entwicklung in der südlichen Neustadt.
Sie beschreibt, wie durch mediale Inszenierung bestimmte Raumimages (z.B. "Szeneviertel") konstruiert werden, die als "weicher Standortfaktor" Investitionen und Zuzüge selektiv steuern und verstärken.
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