Examensarbeit, 2005
68 Seiten, Note: 2
EINLEITUNG
VORWORT
PROZESS DES BILDVERSTEHENS
Mentale Modelle
Nicht-kognitive Prozesse
Der ikonische Code
Bild und Bildproduzent
JOURNALISTISCHE BILDER
EINFÜHRUNG
GEORGE W. BUSH UND JOHN KERRY
„Die Freiheit führt das Volk“ an von Eugène Delacroix
„American Gothic“ von Grant Wood
BUSH UND DIE RELIGION
Im Vergleich: Treffen im Oval Office
Bush und der Papst
Spin Doctors
SATIRISCHE BILDER
EINFÜHRUNG
BUSH UND DAS INTERNET
BUSH ALS FILMHELD
BUSH IM COMIC
Exkurs: Physiognomik
BUSH ALS SUPERHELD
Osama bin Laden
Uncle Sam
BUSH UND DIE BILDUNG
„America – A patriotic primer“
Die Freiheitsstatue
Bildung
SCHLUSSBETRACHTUNG
JOURNALISTISCHE BILDER
SATIRISCHE BILDER
BILDER UND POLITIK
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die mediale Darstellung des US-Präsidenten George W. Bush durch die Analyse von journalistischem und satirischem Bildmaterial. Das Hauptziel besteht darin, zu eruieren, wie Bush in den Medien präsentiert wird, ob diese Bilder Merkmale seiner politischen Führung widerspiegeln und ob sie dem Betrachter ein authentisches Bild seiner Person vermitteln können.
George W. Bush und John Kerry
Im November 2004 ging George W. Bush als Sieger um das Präsidentenamt gegen John Kerry hervor. Die in diesem Abschnitt vorgestellten Bilder visualisieren Grundeinstellungen der beiden Kandidaten, auf deren Basis die Wähler ihre Entscheidung getroffen haben. Der Blick soll zunächst auf die beiden der Lokalzeitung ‚Darmstädter Echo’ (26. Oktober 2004) entnommenen Bilder gerichtet werden (Abb. 02).
Auf der linken Seite befindet sich der Herausforderer John Kerry mit seiner Frau im Arm. Die beiden sind die einzigen Personen auf dieser Aufnahme. Außer ihnen befindet sich nur noch eine Palme im Hintergrund. Die Komposition des Bildes setzt auf klare, einfache Formen und Linien. Es handelt sich um ein sehr übersichtliches und klar strukturiertes Bild. Zudem wurde es aus der Unterperspektive aufgenommen. Dies ist eine oft verwendete Technik, um der im Bild dargestellten Person mehr Größe und Gewicht zu verleihen. Denn zu einer angehenden Führungspersönlichkeit muss der Betrachter, der in den Vereinigten Staaten gleichzeitig Wähler ist, aufschauen. Man zollt der ‚höher’ stehenden Person Respekt und zeigt Ehrfurcht. Dass es sich in dem Bild um eine angehende Führungsperson handelt, macht die Geste seines rechten Armes klar, der im rechten Winkel mit geschlossener Faust nach oben zeigend ausgestreckt ist. John Kerry posiert als klarer Sieger, schon vor dem Wahlentscheid. Seine Pose signalisiert Sicherheit und Entschlossenheit, dass seine Wertvorstellungen und seine gesetzten Ziele wichtig sind, er zu ihnen steht und bei einem Wahlsieg für sie eintritt. Unterstrichen wird dies zudem von seiner fest verschlossenen und zur Faust geballten Hand. Die Faust gilt als Zeichen von Durchsetzungsvermögen, aber auch Aggressivität.
EINLEITUNG: Einführung in die mediale Omnipräsenz von George W. Bush und Formulierung der Forschungsfrage zur medialen Inszenierung seiner Person.
PROZESS DES BILDVERSTEHENS: Theoretische Grundlagen zur psychologischen Verarbeitung von Bildern mittels mentaler Modelle, der Funktion ikonischer Codes und der Rolle des Bildproduzenten.
JOURNALISTISCHE BILDER: Analyse der Darstellung von Bush in journalistischen Medien, inklusive Vergleichen mit Kontrahenten wie John Kerry und der symbolischen Bedeutung von Religiosität.
SATIRISCHE BILDER: Untersuchung satirischer Bildbeiträge wie Karikaturen und digital manipulierter Fotos als Mittel der Kritik, unter anderem am Beispiel von Internet-Spott, Filmplakat-Parodien und Comics.
SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse zur suggestiven Wirkung journalistischer versus satirischer Bilder und zur Macht des visuellen Bildes in der Politik.
George W. Bush, Medienpräsentation, Politische Kommunikation, Journalistische Fotografie, Satire, Bildverstehen, Mentale Modelle, Ikonischer Code, Spin Doctors, Politische Inszenierung, Wahlkampf, Symbolik, USA, Bildwirkung, Bildmanipulation.
Die Arbeit analysiert, wie der US-Präsident George W. Bush medial dargestellt wurde und welche psychologischen sowie kommunikationstheoretischen Mechanismen bei der Bildwahrnehmung eine Rolle spielen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung zwischen journalistischen und satirischen Bildinhalten sowie der Untersuchung von Symbolik, Inszenierung und der Rolle von PR-Strategien.
Es soll untersucht werden, ob und wie Medienbilder Merkmale von Bushs Politik transportieren und ob sie dem Betrachter ein authentisches Verständnis seiner Person ermöglichen.
Die Arbeit nutzt eine bildanalytische Methodik, die kommunikationstheoretische Ansätze und psychologische Konzepte (wie mentale Modelle) zur Interpretation von journalistischen Fotografien und satirischem Bildmaterial kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Bildrezeption und eine detaillierte Analyse von Bildbeispielen, unterteilt in journalistische Darstellungen (z.B. Vergleich mit John Kerry) und satirische Formen (z.B. Internet-Memes, Comic-Parodien).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie politische Kommunikation, Bildsprache, Spin Doctoring, Satire und mediale Inszenierung definieren.
Das Ökonomie-Prinzip beschreibt die Tendenz von Betrachtern, den Verstehensprozess eines Bildes abzubrechen, sobald eine erste, einfache Interpretation gefunden wurde, ohne tiefere Bedeutungsebenen zu analysieren.
Die Arbeit stellt heraus, dass die mediale Darstellung von Politikern wie Bush kein Zufallsprodukt ist, sondern durch professionelle PR-Strategen inszeniert wird, um ein bestimmtes Image bei den Wählern zu erzeugen.
Satirische Bilder verlangen vom Betrachter eine höhere Verarbeitungsintensität und ein breiteres Hintergrundwissen, da sie darauf ausgelegt sind, eine spezifische, oft kritische Botschaft zu vermitteln, statt nur eine Rolle abzubilden.
Die Arbeit schlussfolgert, dass ein "echtes" Bild einer Person durch die mediale Aufbereitung kaum möglich ist; Bilder fungieren eher als "Werbung" oder "Anti-Werbung", deren tatsächlicher Gehalt vom Betrachter selbst evaluiert werden muss.
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