Masterarbeit, 2019
104 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung mit Forschungsbericht
2 Der Würzburger Ratskalender von Johann Ulrich Kraus
2.1 Entstehung und Definition von Wappenkalendern
2.2 Die Geschichte der Würzburger Wappenkalender
2.3 Entstehung des Wappenkalenders von 1695/96
2.4 Johann Ulrich Kraus
2.4.1 Leben
2.4.2 Werk
2.5 Die Augsburger und ihre Druckgrafik bis ca. 1700
2.6 Werkanalyse
2.6.1 Daten und Fakten
2.6.2 Beschreibung
2.6.3 Formale Analyse
2.6.4 Ausdeutung des Bildprogramms
2.7 Einflüsse französischer Druckgraphik und Ornamentik
3 Résumé
4 Bibliographie
6 Transkriptionen
Die Arbeit untersucht den Würzburger Ratskalender von 1695/96 unter kunsthistorischen und historischen Gesichtspunkten. Das primäre Ziel ist es, den Kalender in einen größeren Kontext einzuordnen, die Entstehungsumstände durch Ratsprotokolle zu beleuchten und den Einfluss des Kupferstechers Johann Ulrich Kraus sowie stilistische Prägungen durch französische Vorlagen zu analysieren.
2.6.2 Beschreibung
Der Beschreibung liegt der gedruckte Ratskalender des Jahres 1726 zugrunde, der auf dem Foto aus den 1960ern im Ganzen überliefert ist (Abb. 14). Im Folgenden wird das Exemplar kurz vorgestellt und beschrieben. Die Darstellung ist auf den Kupferplatten (Abb. 11 und 16) dieselbe, nur spiegelverkehrt.
Den gesamten Kalender rahmt eine einfache Blattbordüre ein. In jeder Ecke, in der Mitte jedes waagerechten Teilstückes und in der Mitte der beiden vertikalen Bordürenstücke, die über Mittel- und Kopfstück reichen, befindet sich ein Akanthusblatt. Die Bordüre gliedert den Kalender durch eine waagerechte Trennlinie ca. im Unteren Drittel in zwei bildliche Bereiche auf. Der obere Bereich entspricht ca. 65% der Gesamtfläche und besteht aus Mittel- und Kopfteil. Der Bereich unterhalb der Bordüre nimmt ca. 35% der Gesamtfläche ein. Im Zentrum des oberen Bereichs befindet sich ein Baum, der gleichzeitig das Zentrum der gesamten Abbildung darstellt. Er trägt anstelle von Blattwerk und Baumkrone verschiedene Wappen in regelmäßiger, symmetrischer Anordnung. An seinem Fuß befindet sich ein Bauwerk, das an beiden Seiten von insgesamt drei weiteren Gebäuden flankiert wird. Zwischen und über den Wappen befinden sich verschiedene Putti, Allegorien und Symbole. In seinen oberen zwei Dritteln zeigt das Fußteil des Kalenders das eigentliche Kalendarium und im unteren Drittel eine Vedute der Stadt Würzburg.
1 Einleitung mit Forschungsbericht: Einführung in die Thematik der Wappenkalender und Darlegung des Forschungsstandes sowie der Zielsetzung der Arbeit.
2 Der Würzburger Ratskalender von Johann Ulrich Kraus: Analyse der Entstehung, Definition und Bedeutung der Wappenkalender im Allgemeinen sowie speziell der Würzburger Tradition.
2.1 Entstehung und Definition von Wappenkalendern: Grundlegende Definition und historische Entwicklung der Wappenkalender im Heiligen Römischen Reich.
2.2 Die Geschichte der Würzburger Wappenkalender: Historischer Überblick über die Entwicklung und Verbreitung von Kalendern im Fürstbistum Würzburg.
2.3 Entstehung des Wappenkalenders von 1695/96: Untersuchung der spezifischen Produktionsgeschichte des Ratskalenders durch Ratsprotokolle und Auftragsvergaben.
2.4 Johann Ulrich Kraus: Detaillierte Biografie und Werkbetrachtung des Augsburger Künstlers.
2.5 Die Augsburger und ihre Druckgrafik bis ca. 1700: Kontextualisierung der Augsburger Druckgrafik als führendes Zentrum der Reproduktion.
2.6 Werkanalyse: Umfassende technische und inhaltliche Beschreibung sowie Analyse des Ratskalenders.
2.7 Einflüsse französischer Druckgraphik und Ornamentik: Erläuterung der stilistischen Prägung durch französische Vorbilder auf Kraus und seine Werkstatt.
3 Résumé: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich Entstehung, Bedeutung und Funktion des Würzburger Ratskalenders.
4 Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.
6 Transkriptionen: Wiedergabe der archivischen Originaldokumente und Ratsprotokolle.
Johann Ulrich Kraus, Würzburger Ratskalender, Wappenkalender, Barock, Kupferstich, Stadtansicht Würzburg, Augsburger Druckgrafik, Ornamentik, Akanthusornament, Ikonografie, Rathaus Würzburg, Repräsentation, 17. Jahrhundert, Stadtgeschichte Würzburg, Reproduktionsgrafik.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der kunsthistorischen und historischen Einordnung des Würzburger Ratskalenders von Johann Ulrich Kraus aus den Jahren 1695/1696.
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Wappenkalender im barocken Heiligen Römischen Reich, die Biografie des Kupferstechers Johann Ulrich Kraus sowie die stilistischen Einflüsse der französischen Druckgrafik auf das Werk.
Das Ziel ist die Einbettung des Kalenders in seinen historischen Kontext sowie die Analyse der Entstehungsumstände, der Bildaussage und der stilistischen Einflüsse, die den Künstler bei der Gestaltung der Bordüren prägten.
Die Autorin nutzt eine kunsthistorische Werkanalyse in Kombination mit einer intensiven Auswertung historischer Quellen aus dem Würzburger Stadtarchiv, insbesondere von Ratsprotokollen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Entstehungsgeschichte, eine detaillierte Biografie des Künstlers, eine formale Analyse des Kalenders sowie eine Ausdeutung des komplexen Bildprogramms und der ornamentalen Gestaltung.
Johann Ulrich Kraus, Würzburger Ratskalender, Wappenkalender, Barock, Kupferstich, Stadtgeschichte Würzburg, Ornamentik und französische Druckgrafik.
Der Stadtrat fungierte als offizieller Auftraggeber und nutzte den Kalender als Repräsentationsinstrument, um Machtansprüche und Stolz auf das eigene Rathaus im Kontext der Machtverhältnisse zum Fürstbischof zu visualisieren.
Er dient als Zeitzeugnis für die Barockzeit, da er sowohl die herrschaftliche Selbstdarstellung der Stadt als auch die damals gängige Praxis der Kalenderherstellung widerspiegelt und durch die Stadtansicht topografische Informationen überliefert.
Der Baum mit den Wappen symbolisiert die Fruchtbarkeit und den Zusammenhalt der städtischen Gemeinschaft, wobei das "Wurzeln" im Rathaus (Roter Bau) als Zeichen für das Selbstbewusstsein des Rates gegenüber dem Fürstbischof gedeutet werden kann.
Kraus ließ sich maßgeblich von französischen Künstlern wie Jean Lepautre und Sébastien Leclerc beeinflussen, deren Ornamentik, insbesondere Akanthusranken und Kartuschen, er in seine Stiche integrierte, um den modernen europäischen Zeitgeschmack zu bedienen.
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