Magisterarbeit, 2018
165 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
A. Einleitung
a) Forschungsinteresse
b) Forschungsfragen
B. Geschlechterstereotype und Geschlechterrollen
a) Kategorisierung von Geschlechterrollen
b) Geschlechterrollen in Deutschland
c) Beispielstudie zu Geschlechterrollen
1. Einstellung zu Geschlechterrollen und –gerechtigkeit
2. Gelebte Geschlechterrollen
3. Aufteilung der Familienarbeit zwischen den Geschlechtern
4. Aufteilung der Erwerbsarbeit zwischen den Geschlechtern
5. Zusammenfassung
C. Bedeutung der Medien und Werbung
a) Medien als Einflussfaktor für (Geschlechter-) Sozialisation
b) Werbung und Stereotype
c) Darstellung von Frauen, Männern und Kindern in der Werbung
1. Frauen in der Werbung
2. Männer in der Werbung
3. Kinder in der Werbung
4. Zusammenfassung
d) Russische Werbung
D. Kultur
a) Kultur als mentale Programmierung
b) Kulturebenen
c) Kulturdimensionen
1. Machtdistanz nach Hofstede
2. Individualismus vs. Kollektivismus nach Hofstede
3. Feminität vs. Maskulinität nach Hofstede
d) Kritische Anmerkungen
E. Russlandanalyse in Bezug auf Geschlechterrollen/-bilder
a) Geschichtlicher Verlauf der Geschlechter- und Familienstrukturen in Russland
b) Entwicklung russischer Werte
1. Religiöse Werte
2. Soziale Werte
3. Individualismus vs. Kollektivismus
4. Hierarchien und Machtdistanz
5. Frauen und Männer
c) Heutige Rollen- und Familienbilder in Russland
F. Direkter Vergleich Deutschland und Russland
a) Demografische Entwicklungen in Deutschland
b) Demografische Entwicklungen in Russland
c) Zusammenfassung
d) Veränderte Familien- und Lebensbilder in Deutschland
e) Veränderte Familien- und Lebensbilder in Russland
f) Zusammenfassung
g) Maßnahmen der Familien- und Sozialpolitik und Probleme bei deren Umsetzung in Deutschland
h) Maßnahmen der Familien- und Sozialpolitik und Probleme bei deren Umsetzung in Russland
i) Zusammenfassung
G. Untersuchung
a) Forschungsfragen
b) Methode
c) Operationalisierung
1. Datenbasis und Stichprobe
2. Klassifizierung
3. Werbespotauswahl
4. Analysedimensionen
H. Analyse deutscher Werbespots (Super RTL)
a) Auffälligkeiten und Probleme
b) Werbespotkategorien
c) Jungenwerbespots
d) Mädchenwerbespots
e) Gemeinsame Werbespots
f) Qualitative Analyse
1. Nintendo Labo: Toy-Con 02 Roboset
2. Beyblade Burst Evolution Star Storm Battle Set
3. Sonnige Ferienvilla Playmobil Family Fun
4. Toggolino Club von Super RTL
5. Paula Pudding von Dr. Oetker
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
I. Analyse russischer Werbespots (Karussell)
a) Auffälligkeiten und Probleme
b) Werbespotkategorien
c) Jungenwerbespots
d) Mädchenwerbespots
e) Gemeinsame Werbespots
f) Nicht klar einzuordnen
g) Qualitative Analyse
1. Welly Surpris
2. Sady pridon'ya: Yabloko pryamogo otchima (Apfelsaft)
3. Johnson’s: Johnoson’s Baby Princess
4. Chudo: Molochnaya klubnika (Erdbeermilch)
5. CпортМастер (Sportmaster)
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
J. Ergebnisdiskussion
K. Ausblick
Diese Arbeit untersucht die Darstellung und Vermittlung von Geschlechterrollen und -stereotypen in der Fernsehwerbung für Kinder, wobei ein kulturvergleichender Ansatz zwischen Deutschland (als westlich geprägter Gesellschaft) und Russland (als konservativ geprägtes Land) gewählt wird, um zu analysieren, ob Werbung bestehende Stereotype bestärkt oder durch alternative Rollenmodelle mindert.
b) Werbung und Stereotype
Werbung ist eine „strategische Kommunikation zum Zweck des Verkaufs der beworbenen Produkte“ (Holtz-Bacha 2011: 17). Das heißt Werbung versucht mithilfe von Informationen über das beworbene Produkt die Bekanntheit zu steigern. Das geschieht beispielsweise durch Zeitschriften, Fernsehen oder Radio (vgl. Neuß 2010: 414). Jedoch reicht heutzutage die reine sachliche Information nicht mehr aus, um die RezipientInnen vom Kauf des Produktes zu überzeugen. Dies liegt an der immer stärker werdenden Konkurrenz und dem Wettbewerb, denn es kommen immer mehr ähnliche und hochwertige Produkte auf den Markt. Werbung mit lediglich Informationsdarbietung stellt für die potentiellen KundInnen noch keinen starken Anreiz dar, das beworbene Produkt auch zu wählen. Daher kommen beispielsweise sexualisierte Frauenkörper zum Einsatz (vgl. Kroeber-Riel/ Esch 2004: 22 ff). Abgesehen von der Produktdarstellung werden in Werbung auch Lebenskontexte und –stile gezeigt. Es wird zudem ein bestimmtes Lebensgefühl vermittelt, das Produkt selbst steht dabei zunächst im Hintergrund (vgl. Jäckel et al. 2009: 8). Wie die Werbung gestaltet ist, wie sie Aufmerksamkeit schafft, wie sie gesehen wird und schließlich wie sie zum Haben wollen animiert, hängt auch vom gesellschaftlichen und kulturellen Kontext ab. Eine Werbewirkung kann dann erzielt werden, wenn sich die RezipientInnen mit den dargestellten Personen und Situationen identifizieren können und sich angesprochen fühlen. Dies wird erreicht, indem sich die Werbung an die jeweiligen kulturellen Muster und Werte anpasst (vgl. Holtz-Bacha 2011: 16).
Vermittelt ein beworbenes Produkt einen bestimmten Lifestyle, so erhalten die KäuferInnen nicht nur das Produkt selbst, sondern auch eine spezifische soziale Rolle. Daher kann Werbung als identitätsstiftend betrachtet werden (vgl. Wilk 2002: 114 f.). Demnach ist Werbung einerseits Teil der Medien und andererseits auch Teil der gesellschaftlichen Realität. Daher müssen Werbeinhalte stets „vor dem Hintergrund der Doppelrolle von Werbung, in ihrer die Gesellschaft reflektierenden und auf diese wiederum zurückwirkenden Funktion“ (Holtz-Bacha 2011: S. 16) untersucht werden.
A. Einleitung: Zusammenfassung des Forschungsinteresses und der Fragestellung bezüglich Geschlechterrollen in der Kinderwerbung im Ländervergleich.
B. Geschlechterstereotype und Geschlechterrollen: Theoretische Fundierung zu Begriffen, kognitiven Konstrukten und der gelebten Aufgabenteilung in Paarbeziehungen.
C. Bedeutung der Medien und Werbung: Analyse von Sozialisationsprozessen, Werbewirkungs-Hypothesen und der Rolle von Werbung als Identitätsstifter.
D. Kultur: Erklärung des Kulturbegriffs nach Hofstede und Einführung der Kulturdimensionen zum Verständnis interkultureller Unterschiede.
E. Russlandanalyse in Bezug auf Geschlechterrollen/-bilder: Historischer Rückblick auf russische Familienstrukturen und die Entwicklung der heutigen Wertvorstellungen.
F. Direkter Vergleich Deutschland und Russland: Gegenüberstellung demografischer Entwicklungen sowie familienpolitischer Maßnahmen in beiden Ländern.
G. Untersuchung: Darlegung des methodischen Vorgehens, der Kriterien für die Stichprobe und der Analysedimensionen für die empirische Untersuchung.
H. Analyse deutscher Werbespots (Super RTL): Auswertung der Kategorisierung von Werbespots für Jungen, Mädchen und gemeinsamen Inhalten sowie deren qualitative Analyse.
I. Analyse russischer Werbespots (Karussell): Auswertung der Kategorisierung von Werbespots in Russland und qualitative Analyse repräsentativer Beispiele.
J. Ergebnisdiskussion: Interpretation der Befunde und Vergleich der Erkenntnisse mit dem Forschungsstand sowie Beantwortung der Forschungsfragen.
K. Ausblick: Vorschläge für zukünftige Forschungen und methodische Erweiterungen.
Geschlechterrollen, Geschlechterstereotype, Sozialisation, Kinderwerbung, Kulturdimensionen, Geert Hofstede, Deutschland, Russland, Medienwirkung, Familienbilder, Rollenverständnis, qualitative Inhaltsanalyse, Fernsehwerbung, Gender, Sozialisationsinstanzen
Die Arbeit untersucht, wie Geschlechterrollen und -stereotype in der Fernsehwerbung für Kinder dargestellt werden und inwiefern diese Werbebotschaften soziale Rollenbilder transportieren.
Die Themen umfassen die soziologische Betrachtung von Geschlechterrollen, Sozialisationsprozesse durch Medien, die Rolle von Werbung als Identitätsstifter sowie kulturtheoretische Ansätze nach Hofstede.
Das primäre Ziel ist ein Ländervergleich zwischen Deutschland und Russland, um zu prüfen, ob die Werbung in den jeweiligen Ländern bestehende gesellschaftliche Rollenbilder festigt, bestärkt oder durch alternative Darstellungen abmildert.
Es wird eine empirische, qualitative Inhaltsanalyse angewandt. Dabei wurden Werbeblöcke von Kindersendern (Super RTL und Karussell) aufgezeichnet, kategorisiert und detailliert nach Inhalt, Bild und Ton analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Sozialisation, Kulturdimensionen), eine Kontextanalyse zu Deutschland und Russland (Demografie, Familienpolitik) sowie die empirische Untersuchung der Werbespots mit anschließender Diskussion der Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind Geschlechterrollen, Sozialisation, Kulturvergleich, Stereotype, Kinderwerbung, Familienbilder und qualitative Inhaltsanalyse.
Die Untersuchung zeigt, dass in Russland ein stärkerer Wert auf die Schönheit und das äußere Erscheinungsbild von Mädchen in der Werbung gelegt wird als in Deutschland, während Jungen in beiden Ländern primär durch Action-orientierte Produkte definiert werden.
Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass keine alternativen Geschlechterkonstruktionen angeboten werden. Wenn Kinder gemeinsam angesprochen werden, tritt das Geschlecht eher in den Hintergrund, anstatt neue Rollenmodelle aktiv zu etablieren.
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