Examensarbeit, 2017
77 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Methode und Aufbau
2 Träume in der griechisch-römischen Literatur
2.1 Träume aus Epos, Tragödie und Roman
2.2 Träume in der antiken Historiographie
3 Träume der Mächtigen in der antiken Biographie
3.1 Vorbemerkungen
3.2 Die Biographie in Rom
3.3 Träume in der römischen Kaiserzeit
3.4 Suetons Kaiserviten
3.5 Träume in den 12 Kaiserbiographien Suetons– Einzeluntersuchungen
3.5.1 Vorbemerkungen
3.5.2 DIVUS IULIUS
3.5.4 TIBERIUS
3.5.5 C. CALIGULA
3.5.6 DIVUS CLAUDIUS
3.5.7 NERO
3.5.8 GALBA
3.5.9 OTHO
3.5.10 VITELLIUS
3.5.11 DIVUS VESPASIANUS
3.5.12 DIVUS TITUS
3.5.13 DOMITIANUS
4 Motive und Funktionen der Träume bei Sueton
5 Schluss
Diese Arbeit untersucht den Traum als literarisches Motiv in Gaius Suetonius Tranquillus' "De vita Caesarum". Das primäre Ziel ist es, mittels Einzelanalysen der zwölf Kaiserviten die Funktionen von Traumdarstellungen als Instrumente biographischer Technik, zur Charakterisierung der Herrscher sowie zur Steuerung der Leserwahrnehmung herauszuarbeiten.
3.5.2 DIVUS IULIUS
Die Reihe der Kaiserbiographien wird von Gaius Iulius Caesar eröffnet. Da die folgenden Biographien alle mit Informationen über die Herkunft, Familie und Geburt beginnen, ist anzunehmen, dass die erste Seite der Caesar-Vita verloren gegangen ist, denn sie setzt unvermittelt mit dem Satz Annum agens sextum decimum patrem amisit; ein.
Zu Beginn des überlieferten Teils deuten die Worte Sullas nam Caesari multos Marios inesse auf die Herrschaft Caesars voraus, ebenso wie der erste überlieferte Traum. Im Jahre 69 v.Chr. bekleidete Caesar das Amt des Quaestors in Spanien. Beim Anblick eines Standbildes von Alexander dem Großen soll er laut aufgeseufzt haben. Alexander habe in seinem Alter schon die ganze Welt erobert, während er selbst noch nichts Bemerkenswertes geleistet habe. Den Ausschlag zu dem Entschluss, seine Laufbahn energisch voranzutreiben, soll ein Traum gegeben haben:
etiam confusum eum somnio proximae noctis—nam uisus erat per quietem stuprum matri intulisse— coiectores ad amplissimam spem incitauerunt arbitrium terrarum orbis portendi interpretantes, quando mater, quam subiectam sibi uidisset, non alia esset quam terra, quae omnium parens haberetur.
Caesar träumte, mit seiner Mutter sexuell zu verkehren bzw. sie sogar zu vergewaltigen. Was sollte dieser Traum ihm ankündigen? Sueton beschreibt die Reaktion Caesars als confusus somnio, da er sich über Bedeutung des Traumes nicht bewusst war. Die konsultierten Traumdeuter gaben Entwarnung und wiesen mit ad amplissimam spem auf die Aussicht zur Übernahme der Herrschaft über die ganze Welt. Die Worte arbitrium terrarum orbis werden innerhalb weniger Zeilen zwei Mal betont. Mehr noch, die Traumdeuter interpretierten diesen Traum als glückverheißend für einen aufstrebenden Politiker wie Caesar. Die Mutter, der er sich im Traum bemächtigt hatte, setzten sie mit der Erde gleich. Die Vereinigung mit der Mutter bedeute die Herrschaft über sie. Caesar werde einst über die gesamte Erde gebieten.
1 Einleitung: Einführung in das Thema des Traums als antikes literarisches Motiv und Darlegung der methodischen Vorgehensweise.
2 Träume in der griechisch-römischen Literatur: Untersuchung der Traumdarstellungen in Epos, Tragödie, Roman und Historiographie als Grundlage für das Verständnis späterer Texte.
3 Träume der Mächtigen in der antiken Biographie: Theoretische Einordnung der antiken Biographie sowie detaillierte Untersuchung der Träume in den Kaiserviten von Sueton.
4 Motive und Funktionen der Träume bei Sueton: Systematisierung der Ergebnisse aus den Einzelanalysen nach thematischen Motivgruppen und funktionalen Gesichtspunkten.
5 Schluss: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung der Traumdarstellungen für die Charakterisierung der Kaiser in Suetons Werk.
Sueton, De vita Caesarum, Antike Biographie, Traumdeutung, Kaiserbiographie, Literarisches Motiv, Divination, Römische Kaiserzeit, Traumdarstellung, Politische Manipulation, Herrschaftslegitimation, Omina, Charakterschilderung, Mythologie, Antike
Die Arbeit analysiert die literarische Funktion von Träumen in Suetons "De vita Caesarum" als Mittel zur Charakterisierung römischer Kaiser.
Die Themenfelder umfassen die antike Traumdeutung, die Entwicklung der antiken Biographie und die politische Instrumentalisierung von Traumerzählungen.
Das Ziel ist es, durch Einzelanalysen der Kaiserviten zu zeigen, wie Sueton Träume nutzte, um das Schicksal, den Charakter und die Legitimation der Herrscher literarisch zu gestalten.
Die Untersuchung basiert auf einer systematischen Analyse der Traumerzählungen und ihrer Einbettung in den chronologischen Aufbau der Kaiserviten.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Träume in den einzelnen Viten von Caesar bis Domitian.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Sueton, Kaiserviten, Traumdeutung, politische Manipulation und antike Biographie.
Augustus nimmt eine Ausnahmestellung ein, da ihm im Gegensatz zu anderen Kaisern eine besonders hohe Anzahl an positiven und göttlich legitimierenden Träumen zugeschrieben wird.
Bei Claudius fungieren Träume primär als Zeichen seiner persönlichen Leichtgläubigkeit und als Mittel seiner Umgebung, ihn durch manipulierte Berichte zu Handlungen zu bewegen.
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