Diplomarbeit, 2005
98 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Untersuchung
2 Vertrauen - theoretische Einordnung
2.1 Vertrauen - definitorische Abgrenzung
2.1.1 Definitionen von Vertrauen
2.1.2 Eine wissenschaftsübergreifende Definition
2.2 Vertrauensarten in der Soziologie
2.2.1 Personales Vertrauen
2.2.1.1 Begriff und Determinanten
2.2.1.2 Elementare Rolle der Kommunikation
2.2.2 Systemvertrauen
2.2.2.1 Internes Systemvertrauen - Begriff und Determinanten
2.2.2.2 Externes Systemvertrauen - Begriff und Determinanten
2.3 Modelle der Vertrauensentwicklung
2.3.1 Dynamik des Vertrauens
2.3.1.1 Notwendigkeit der Vertrauensbereitschaft
2.3.1.2 Vertrauens-/Misstrauensspirale
2.3.2 Vertrauensentwicklung in professionellen Beziehungen
2.3.2.1 Kalkulierendes Vertrauen
2.3.2.2 Wissensbasiertes Vertrauen
2.3.2.3 Identifikationsbasiertes Vertrauen
2.3.2.4 Vertrauensentwicklung in Stufen
2.3.3 Entstehung des Kundenvertrauens
2.4 Zusammenfassung
3 Vernetzte Versorgungsstrukturen des Gesundheitswesens
3.1 Handlungsbedarf im deutschen Gesundheitswesen
3.1.1 Deutsches Gesundheitswesen und dessen Probleme
3.1.2 Perspektiven durch Vernetzung
3.2 Organisationstyp: Netzwerk
3.2.1 Definition
3.2.2 Einordnung zwischen Markt und Hierarchie
3.3 Spezielle Formen der Netzwerke im Gesundheitswesen
3.3.1 Merkmale der Unterscheidung
3.3.2 Praxisnetze
3.4 Notwendigkeit von Vertrauen in Praxisnetze
3.4.1 Gefangenendilemma - Förderung kooperativen Verhaltens im Netz
3.4.2 Reduzierung von Agency-Kosten
3.4.3 Notwendigkeit des Kundenvertrauens
4 Aktueller Stand des Vertrauens in Praxisnetze
4.1 Stand des Vertrauens der Netzärzte
4.1.1 defizitäre Interaktion und Kommunikation in Praxisnetzen
4.1.2 Vertrauensmissbrauch durch opportunistisches Verhalten
4.1.3 Unzureichende Schaffung einer gemeinsamen Identität
4.1.4 Mangelnde Kompetenz der Führungsebene
4.2 Stand des Patientenvertrauens in Praxisnetze
4.3 Zusammenfassung
5 Einflussgrößen der praxisnetzinternen Vertrauensförderung
5.1 Auswahl der Netzärzte
5.1.1 Klare Struktur des Auswahlprozesses
5.1.2 Auswahlkriterien
5.1.3 Möglichkeiten der Informationsgewinnung
5.2. Erarbeitung einer gemeinsamen Vision - Netzwerkkultur
5.2.1 Schaffung gemeinsamer Ziele
5.2.2 Schaffung gemeinsamer Werte und Normen
5.3 Förderung der netzinternen Kommunikation und Information
5.3.1 Konfliktmanagement
5.3.2 Kommunikationstraining
5.3.2 Regelmäßige Besprechungen
6 Einflussgrößen der Förderung des Patientenvertrauens
6.1 Bessere Außendarstellung: informative Werbung
6.2 Signalling durch Evaluation und Zertifizierung
6.3 Verbesserung der Wirtschaftlichkeit vs. Vertrauensförderung
7 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht die Relevanz, Möglichkeiten und Grenzen der Vertrauensentwicklung innerhalb von Praxisnetzen im deutschen Gesundheitswesen. Ziel ist es, auf Basis soziologischer und ökonomischer Vertrauenstheorien den aktuellen Vertrauensstand zwischen Netzärzten sowie bei Patienten zu analysieren und daraus konkrete Handlungsempfehlungen zur Vertrauensförderung abzuleiten.
2.3.1.2 Vertrauens-/Misstrauensspirale
Diese zuletzt getätigte Aussage kann anhand der nun vorzustellenden Vertrauensspirale verdeutlicht werden. Bei der folgenden Darstellung (siehe Abbildung 1) wird von einer Vertrauensabsicht und einer vertrauensvollen Erwartungshaltung beider Interaktionspartner A und B ausgegangen. Sie zeigt, wie es in einem Prozess gegenseitiger Öffnung zu einem vertrauensvollen Verhältnis zwischen zwei Personen kommt.
Da A die Absicht hat, B zu vertrauen, wird er bereit sein, einen Vertrauensvorschuss zu leisten. Mit der Preisgabe sensibler Informationen, Ideen oder Gefühlen macht er sich gegenüber B verwundbar und gibt ihm dadurch die Möglichkeit zur Einflussnahme. Da B erwartet, dass A vertrauenswürdig ist und A´s Vertrauensvorschuss erkennt, sieht er seine Erwartung durch das Verhalten A´s bestätigt. Dadurch wird B´s bereits vorhandene Vertrauensabsicht gerechtfertigt bzw. verstärkt. Er wird sich seinerseits gegenüber A verwundbar machen. A wird dieses vertrauende Verhalten B´s erkennen, was wiederum A´s anfängliche Erwartung, B sei vertrauenswürdig, stärkt. Die Interaktion zwischen A und B wird sich in dieser Schleife fortsetzen. Das Vertrauen wird also kontinuierlich nach dem „Prinzip der kleinen Schritte“ gesteigert, entwickelt sich somit langfristig.
Auf dieselbe Art und Weise, wie die Entwicklung von Vertrauen beschrieben ist, kann sich aber auch vorhandenes Misstrauen verstärken. Kehrt man die Vorzeichen in Abbildung 1 um, so erhält man die Misstrauensspirale. Diese basiert auf der Annahme, dass die Individuen bei geringem Vertrauen versuchen werden, ihre Verwundbarkeit auf ein sehr geringes Maß zu beschränken. Sie werden Informationen verheimlichen oder verzerren und es vermeiden, Fakten, Ideen, Folgerungen oder Gefühle mitzuteilen, die sie ihrer Einschätzung nach verwundbar gegenüber anderen machen könnten. Sie signalisieren dadurch gegenseitiges Misstrauen, welches sich spiralförmig immer weiter verstärkt.
1 Einleitung: Darstellung der Problemstellung hinsichtlich der Vertrauensdefizite in Gesundheitsnetzen und Festlegung der Zielsetzung sowie des Untersuchungsgangs.
2 Vertrauen - theoretische Einordnung: Fundierung des Vertrauenskonstruktes durch verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und Erarbeitung eines Modells für die Vertrauensentwicklung.
3 Vernetzte Versorgungsstrukturen des Gesundheitswesens: Analyse der Probleme im deutschen Gesundheitswesen und Einordnung von Praxisnetzen als hybride Organisationsform zwischen Markt und Hierarchie.
4 Aktueller Stand des Vertrauens in Praxisnetze: Bestandsaufnahme der Vertrauenslage unter Netzärzten und bei Patienten sowie Identifikation wesentlicher Defizite.
5 Einflussgrößen der praxisnetzinternen Vertrauensförderung: Aufzeigen von Maßnahmen zur Verbesserung des Vertrauens unter Netzärzten durch Personalauswahl, Netzwerkkultur und Kommunikationsmanagement.
6 Einflussgrößen der Förderung des Patientenvertrauens: Darstellung von Möglichkeiten zur Stärkung des Vertrauens bei Patienten durch gezielte Informationspolitik, Evaluation und Zertifizierung.
7 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und Schlussfolgerung zur Notwendigkeit professionellen Netzmanagements.
Vertrauen, Praxisnetze, Gesundheitswesen, Vernetzte Versorgungsstrukturen, Vertrauensentwicklung, Netzwerkmanagement, Personales Vertrauen, Systemvertrauen, Vertrauensspirale, Kooperation, Patientenvertrauen, Agency-Theorie, Netzwerkkultur, Kommunikation, Wirtschaftsmediation.
Die Diplomarbeit analysiert die Bedeutung, den Stand sowie die Entwicklungsmöglichkeiten von Vertrauen in der Organisationsform der "Praxisnetze" innerhalb des deutschen Gesundheitswesens.
Die Arbeit verknüpft organisationswissenschaftliche Vertrauenstheorien mit den spezifischen Gegebenheiten vernetzter Versorgungsstrukturen im Gesundheitssektor, insbesondere unter Berücksichtigung von Arzt-Arzt- und Patient-Arzt-Beziehungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Förderung der Vertrauensentwicklung die Erfolgschancen und die Effizienz von Praxisnetzen gesteigert werden können, da Vertrauen als wesentlicher Steuerungsmechanismus in dieser polyzentrischen Organisationsform fungiert.
Der Autor nutzt eine literaturbasierte Analyse und führt eine systematische theoretische Herleitung durch, da keine eigenen Primärerhebungen zum Stand des Vertrauens in Praxisnetzen vorlagen. Es werden soziologische und ökonomische Ansätze (z. B. Principal-Agent-Theorie, Vertrauensspirale) auf die Praxisnetz-Strukturen übertragen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Vertrauens, eine Analyse der Netzwerkstrukturen, eine Bestandsaufnahme des Vertrauensstatus in Praxisnetzen sowie die Ableitung von Strategien zur internen (ärztlichen) und externen (patientenbezogenen) Vertrauensförderung.
Zentrale Begriffe sind Vertrauen, Praxisnetze, Vertrauensentwicklung, Vernetzte Versorgungsstrukturen, Netzwerkmanagement, Kooperation, Patientenvertrauen und Netzwerkkultur.
Die Arbeit verdeutlicht, dass eine hohe Mitgliederzahl die Koordination erschwert und den persönlichen Kontakt behindert, was den Aufbau von Vertrauen erschweren kann. Deshalb wird oft eine überschaubare Netzgröße, z.B. bis zu 35 Ärzte, als förderlich angesehen.
Der Einsatz von Instrumenten wie "Utilization Review" oder starren Leitlinien zur Kostenkontrolle birgt die Gefahr, dass Patienten dies als Rationierungsinstrument wahrnehmen. Dies kann zu einem Vertrauensverlust führen, wenn der Eindruck entsteht, die Kosteneinsparung stünde über dem Wohl des Patienten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

