Fachbuch, 2019
77 Seiten
1 Problemstellung
2 Technologische Grundlagen der Bitcoin-Blockchain
2.1 Distributed Ledger Technologie
2.2 Das dezentrale Netzwerk
2.3 Asymmetrische Kryptografie
2.4 Mining
3 Abgrenzung von Geld und Bitcoins
3.1 Geldfunktionen und Geldformen
3.2 Geldeigenschaften
3.3 Geldeigenschaften des Bitcoin
3.4 Geldfunktionen des Bitcoin
3.5 Ergebnis und Ausblick
4 Bilanzierung von Bitcoins nach HGB
4.1 Allgemeine Bilanzierungsfähigkeit
4.2 Ausweis
4.3 Bewertung
4.4 Mining
4.5 Kritik und Ausblick
5 Die Bilanzierung von Bitcoins nach IFRS
5.1 Allgemeine Bilanzierungsfähigkeit
5.2 Ausweis
5.3 Bewertung
5.4 Mining
5.5 Kritik
5.6 Lösungsvorschläge
5.7 Ausblick
6 Thesenförmige Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die bilanzielle Behandlung von Bitcoins nach deutschem Handelsgesetzbuch (HGB) sowie nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) vor dem Hintergrund der digitalen Transformation in der Rechnungslegung.
2.4 Mining
Während alle Netzwerk-Teilnehmer Transaktionen senden, empfangen und validieren, so können nur einige Netzknoten, sog. Miner, Transaktionen in Bündeln in neue Blöcke zusammenzufassen, die der Blockchain hinzugefügt werden. Jeder Block wird durch einen eindeutigen Verschlüsselungswert (sog. Hashwert) charakterisiert, der aus den Signaturketten neuer (valider) Transaktionen, einer Zufallszahl (Nonce) und einer Referenz zum vorherigen Block berechnet wird. Durch Verwendung der Referenzwerte werden alle Blöcke linear verkettet und die Blockchain entsteht. Die Berechnung des Hashwertes erfolgt anhand eines kryptografischen Algorithmus. Dieser Prozess wird Mining genannt und kann als Lösung einer mathematischen Aufgabe betrachtet werden. Die Frage, welcher berechnete Block der Blockchain hinzugefügt wird, wird in der Bitcoin-Blockchain durch einen Konsensalgorithmus (proof-of-work), gelöst. Hierbei muss der Hashwert des Blocks mit einer durch das Bitcoin-Protokoll festgelegten Anzahl an führenden Nullen (Nonce) beginnen. Es gibt keine Möglichkeit die Nonce rechnerisch zu ermitteln, vielmehr wird diese durch kontinuierliches Testen so oft verändert, bis der Hashwert die Anforderungen erfüllt. Der Miner, der den entsprechenden Wert als Erstes findet, sendet seine Lösung an alle Netzwerkknoten, die ihrerseits die Lösung überprüfen und bei Validität in ihre Blockchain aufnehmen. Das Anketten eines neuen Blocks nimmt dabei ca. zehn Minuten in Anspruch. Transaktionen im Bitcoin-Client werden nach Anketten von sechs Blöcken als sicher eingestuft. Somit kann eine Transaktion nach ca. einer Stunde als bestätigt betrachtet werden.
Mittels des Konsensalgorithmus und der kryptografischen Verkettung von Blöcken wird die Sicherheit der Blockchain gewährleistet. Einzelne Transaktionen können nicht verändert werden, ohne den Block als Ganzes zu verändern. Der Konsensalgorithmus ist effektiv, solange ehrliche Nodes mehr als 50% der Rechenleistung des Netzwerks kontrollieren, da sich das Netzwerk immer demokratisch auf den längsten validen Block einigt.
1 Problemstellung: Einleitung in die digitale Transformation des Finanzsektors und die Notwendigkeit der Klärung bilanzieller Konsequenzen von Bitcoins.
2 Technologische Grundlagen der Bitcoin-Blockchain: Erläuterung der technischen Funktionsweise inklusive Distributed Ledger, P2P-Netzwerk, Kryptografie und Mining.
3 Abgrenzung von Geld und Bitcoins: Ökonomische Untersuchung der Geldeigenschaften und Geldfunktionen zur Einordnung des Bitcoins als mögliches Geldmittel.
4 Bilanzierung von Bitcoins nach HGB: Analyse der Bilanzierungsfähigkeit, des Ausweises und der Bewertung von Bitcoins unter Anwendung handelsrechtlicher Grundsätze.
5 Die Bilanzierung von Bitcoins nach IFRS: Untersuchung der Bilanzierungsmöglichkeiten nach IFRS unter Berücksichtigung von Finanzinstrumenten und immateriellen Vermögenswerten.
6 Thesenförmige Zusammenfassung: Kompakte Darstellung der wesentlichen Ergebnisse und Erkenntnisse der Arbeit.
Bitcoin, Blockchain, Rechnungslegung, HGB, IFRS, Bilanzierung, Mining, Distributed Ledger Technologie, Kryptowährungen, Geldtheorie, Anlagevermögen, Umlaufvermögen, Fair Value, Anschaffungskosten, digitale Transformation
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie die virtuelle Währung Bitcoin in der Finanzbuchhaltung von Unternehmen gemäß HGB und IFRS korrekt bilanziert und ausgewiesen werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf den technischen Grundlagen der Blockchain, der volkswirtschaftlichen Einordnung des Bitcoins als Geldform sowie der konkreten bilanzrechtlichen Behandlung.
Ziel ist es, eine sachgerechte und verständliche Bilanzierungslösung für Bitcoins zu entwickeln, da es bisher keine expliziten gesetzlichen Richtlinien gibt.
Die Autorin/der Autor nutzt eine ökonomische Analyse der Geldeigenschaften sowie eine detaillierte Prüfung der bestehenden Bilanzierungsregelwerke (HGB und IFRS) zur Ableitung passender Vorgehensweisen.
Der Hauptteil gliedert sich in technologische Grundlagen, eine ökonomische Abgrenzung von Geld zu Bitcoin sowie eine detaillierte Untersuchung der Bilanzierung unter HGB und IFRS inklusive Mining-Prozessen.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bilanzierung, Bitcoin, HGB, IFRS, Mining, digitale Transformation und Finanzinstrumente.
Da der Bitcoin kein gesetzliches Zahlungsmittel ist und die Wallet kein Konto im klassischen Bankensinne darstellt, erfüllt er nicht die Voraussetzungen für eine Bilanzierung unter den flüssigen Mitteln.
Da Mining kein klassischer Herstellungsprozess ist, wird die Erfassung der Aufwendungen in der Entstehungsperiode sowie die Bewertung der gutgeschriebenen Bitcoins zum Zeitwert bei Gutschrift empfohlen.
Die starken Kursschwankungen des Bitcoins erschweren eine verlässliche Wertermittlung und führen bei einer Bilanzierung nach Anschaffungskosten oft zu einem Informationsdefizit für die Abschlussadressaten.
Da es für Bitcoins keine explizite IFRS-Regelung gibt, erlaubt IAS 8.10 dem Management, Analogien zu anderen Standards zu bilden, um eine bilanzielle Abbildung zu ermöglichen, die den wirtschaftlichen Gehalt widerspiegelt.
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