Magisterarbeit, 2001
100 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1. Ausländerfeindlichkeit
2.2. Fremdenfeindlichkeit, Xenophobie und Ethnozentrismus
2.3. Rassismus
2.4. Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus
3. Von 1970 bis 1989: Antifaschistische Pädagogik in den alten Bundesländern
3.1. Gesellschaftliche Situation in den siebziger und achtziger Jahren
3.2. Empirische Untersuchungen in den achtziger Jahren
3.3. Theoretische Erklärungsversuche in den achtziger Jahren
3.4. Die antifaschistische Handlungsstrategie
3.5. Die Umsetzung der antifaschistischen Pädagogik
3.6. Die Kritik an der antifaschistischen Pädagogik
4. Nach 1989: Die „akzeptierende Jugendarbeit mit Jugendlichen in rechten Jugendcliquen“
4.1. Gesellschaftliche Situation von 1989 bis 1993
4.2. Empirische Studien von 1989 bis 1993 aus Berlin/Brandenburg
4.3. Theoretische Erklärungsansätze für Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit bei Jugendlichen von 1987 bis 1993
4.3.1. Die Modernisierungs- und Individualisierungsthese
4.3.2. Die These der sozialen Deprivation
4.3.3. Die These der Dominanzkultur
4.4. Zielgruppe und theoretische Herleitung der Handlungsstrategie
4.4.1. Jörg Kraußlach
4.4.2. Benno Hafeneger
4.4.3. Franz Josef Krafeld
4.5. Die pädagogische Umsetzung: Das Konzept der „akzeptierenden Jugendarbeit mit Jugendlichen in rechten Jugendcliquen“
4.6. Die Übertragung auf die neuen Bundesländer 1992 bis 1997
4.7. Die Kritik an der „akzeptierenden Jugendarbeit mit Jugendlichen in rechten Jugendcliquen“
4.7.1. Die Kritik an der Theorie
4.7.2. Die Mängel in der praktischen Umsetzung
4.7.3. Die Folgen für das lokale soziokulturelle Klima
4.7.4. Abschied vom Konzept der „akzeptierenden Jugendarbeit mit Jugendlichen in rechten Jugendcliquen“?
5. Seit 1997: Zivilgesellschaftliche Handlungskonzepte gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit
5.1. Gesellschaftliche Situation nach 1993
5.2. Empirische Studien von 1997 bis 2000 aus Berlin und Brandenburg
5.3. Theoretische Erklärungsansätze für Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit auch bei Jugendlichen
5.3.1. Notwendigkeit einer Einbeziehung der DDR-Geschichte
5.3.1.1. Entwicklung des Rechtsextremismus in der DDR
5.3.1.2. Stärke und Mobilisierungsfelder der Rechtsextremen in der DDR 1989
5.3.1.3. Rechtsextremismus in den neuen Ländern als soziale Bewegung
5.3.2. Historische Ursachen
5.3.3. Erklärungsansätze aus der Sicht der Autoritarismusforschung
5.4. Theoretische Herleitung des zivilgesellschaftlichen Handlungskonzepts
5.5. Das zivilgesellschaftliche Handlungskonzept gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit
5.6. Träger der Maßnahmen und die Umsetzung des Konzepts
5.7. Die Kritik am zivilgesellschaftlichen Handlungskonzept
5.7.1. Die Kritik an der Theorie
5.7.2. Die Kritik an der Eingrenzung auf die neuen Bundesländer
5.7.3. Die Kritik am Handlungskonzept „Tolerantes Brandenburg“
5.7.4. Bewertung und Ausblick
6. Abschließender Vergleich und Ergebnis
Die Arbeit untersucht historisch und vergleichend Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit bei Jugendlichen in Berlin und Brandenburg, um daraus Schlussfolgerungen für heutige Ansätze zu ziehen und die These zu stützen, dass bisherige Analysen wichtige Faktoren vernachlässigt haben.
3.1. Gesellschaftliche Situation in den siebziger und achtziger Jahren
Auf rechtsextremistische und fremdenfeindliche Einstellungen als ein relevantes Problem bei Jugendlichen wird in der fachwissenschaftlichen Diskussion zuerst am Anfang der siebziger Jahre hingewiesen. Zeitgleich mit dem wahlpolitischen Niedergang der NPD in den siebziger Jahren entwickelte sich ein jugendpolitischer Rechtsextremismus im außerparlamentarischen Raum, der sich seit 1977/78 steigerte „(...) zu einem Terror von Rechts, der von zumeist jugendlichen Gruppen getragen wurde und neonazistisch inspiriert war.“ Die Ursachen dafür sieht der Rechtsextremismusforscher Richard Stöss in folgender Tatsache: „Der in der Bundesrepublik bislang unbekannte rüde politische Stil der parlamentarischen und außerparlamentarischen Opposition gegen die Bundesregierung, insbesondere gegen die Ostverträge, ermunterte nachgerade zu rechtsextremen gewaltsamen Aktivitäten, die vom Konservatismus vielfach mit verdeckter klammheimlicher Freude quittiert wurden.“ Das Bundesinnenministerium ermittelte 1974 noch 136 Gesetzesverletzungen deutscher Rechtsextremisten, 1979 waren es schon 1500 und 1981 sogar 2500. Diese Zahl stagnierte bis zur Wiedervereinigung bei etwa 2000 erfassten Gesetzesverletzungen pro Jahr.
1986 bestätigten Anne Huhn und Alwin Meyer die Stabilisierung des rechtsextremen (Jugend-) Milieus in der alten Bundesrepublik. Zwei Aspekte hoben sie dabei besonders hervor: 1. Der Anteil rechtsextremer Vorfälle, die vor allem auf das Konto von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gingen, nahm ständig zu, ebenso wie die Bereitschaft zu Terror und Gewalt. 2. Immer mehr rechtsextreme Ausschreitungen richteten sich gegen Ausländer, diese Ausschreitungen hatten bereits zu dieser Zeit „(...) Züge eines regelrechten Hasses gegen alles Fremde angenommen“.
1. Einleitung: Die Arbeit motiviert sich aus der Beobachtung rechtsextremer Jugendkulturen und fremdenfeindlicher Einstellungen im Bildungsbereich sowie der Diskussion in Politik und Medien um das Jahr 2000.
2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel grenzt zentrale Begriffe wie Ausländerfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus voneinander ab, um eine einheitliche Grundlage für die weitere Untersuchung zu schaffen.
3. Von 1970 bis 1989: Antifaschistische Pädagogik in den alten Bundesländern: Das Kapitel analysiert die gesellschaftliche Situation und pädagogische Reaktionen in der Bundesrepublik während der siebziger und achtziger Jahre.
4. Nach 1989: Die „akzeptierende Jugendarbeit mit Jugendlichen in rechten Jugendcliquen“: Hier wird der theoretische und praktische Paradigmenwechsel in der Jugendarbeit beleuchtet, der als Reaktion auf die neuen gesellschaftlichen Herausforderungen nach der Vereinigung entstand.
5. Seit 1997: Zivilgesellschaftliche Handlungskonzepte gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit: Das Kapitel beschreibt den erneuten Wandel hin zu zivilgesellschaftlichen Ansätzen und die damit verbundene Kritik sowie die praktische Umsetzung durch staatliche Akteure.
6. Abschließender Vergleich und Ergebnis: Der Autor resümiert die historische Entwicklung der Strategien und diskutiert, inwieweit aktuelle Konzepte die Weichen für eine effektive Bekämpfung von Rechtsextremismus stellen.
7. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen, Studien und Dokumente zur wissenschaftlichen Untermauerung der Arbeit.
Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Jugendarbeit, akzeptierende Jugendarbeit, antifaschistische Pädagogik, Zivilgesellschaft, Tolerantes Brandenburg, Sozialisationsforschung, Jugendkultur, Gewaltbereitschaft, Diskurs, Prävention, Neonazismus, Politik, Soziologie
Die Arbeit systematisiert und analysiert die Entwicklung pädagogischer und politischer Handlungsstrategien gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit bei Jugendlichen in Berlin und Brandenburg seit 1970.
Zu den zentralen Themen gehören die antifaschistische Pädagogik der alten Bundesländer, die nach 1989 aufkommende „akzeptierende Jugendarbeit“ in rechten Cliquen sowie die zivilgesellschaftlichen Konzepte, die seit 1997 an Bedeutung gewonnen haben.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, wissenschaftlichen Erklärungen und angewandten Handlungsstrategien aufzudecken, wobei der Autor kritisiert, dass wichtige gesellschaftliche Faktoren oft ausgeblendet wurden.
Der Autor verwendet eine historische und vergleichende Methode, um den Wandel der Strategien und deren theoretische Begründungen über drei Jahrzehnte hinweg systematisch aufzuarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Phasen, von der antifaschistischen Pädagogik über das Modell der akzeptierenden Jugendarbeit (inklusive der Kritik daran) bis hin zu zivilgesellschaftlichen Ansätzen und dem „Toleranten Brandenburg“.
Die wichtigsten Schlagworte sind Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, akzeptierende Jugendarbeit, Zivilgesellschaft und politische Sozialisation.
Der Autor thematisiert eine starke Kritik an diesem Ansatz, insbesondere dahingehend, dass er durch die Entpolitisierung der Jugendarbeit rechtsextreme Strukturen in Kommunen eher stabilisiert als abgebaut habe.
Sie gilt als das zentrale Handlungskonzept seit Ende der 1990er Jahre, welches auf eine breite Demokratisierung und die Einbeziehung der gesamten Kommune setzt, anstatt nur einzelne rechtsextreme Randgruppen anzusprechen.
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