Examensarbeit, 2018
66 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Säkularisierung in der modernen, westlich-europäischen Gesellschaft mit Fokus auf Deutschland
3. Gottessehnsucht als Phänomen in der Popkultur
3.1 Der archetypische Heros in Fantasy
3.2 Fantasy Film als Genre
3.3 Der fantastische Film und die christliche Heilsgeschichte
3.4 Die Eucatastrophe im Fantasy Genre
4. Religiöse Inhalte der Filmserie Harry Potter
4.1 Numerologie
4.2 Harry Potter- der Messias
4.2.1 Apokalyptik in Harry Potter
4.2.2 Der Auserwählte
4.2.3 Sinnsuche
4.2.4 Harrys Jünger
4.2.5 Tod- Harry Potter, das Opferlamm
4.2.6 Auferstehung
4.3 Dumbledore- Gott Vater
4.4 Trinität in Harry Potter
4.5 Der epische Kampf seit Anbeginn der Zeit- Gut gegen Böse
4.6 Voldemort- Gegenspieler Gottes
4.7 Judasfiguren in Harry Potter
5. Resümee
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Harry-Potter-Filmreihe trotz eines säkularisierten gesellschaftlichen Kontextes als moderner Spiegel für eine menschliche Gottessehnsucht dienen kann und welche theologischen Analogien sich in der Narrativik finden lassen.
3.1 Der archetypische Heros in Fantasy
Der typische Held (in allen drei Filmreihen handelt es sich um maskuline Heldenfiguren, ich benutze also fortan die maskuline Form) in Narrativen wächst nach Campbell unter kuriosen Umständen auf, wobei dessen Zeugung oft schon von besonderen Umständen begleitet wird. Man denke hier etwa an das antike Heldenepos um die Figur des Herkules. Das Umfeld des heranwachsenden Helden ist oft von Extremen geprägt, also entweder sehr behütet, fast schon „heilig“ bis hin zu extrem verderbt und widrig. Campbell formuliert den Archetypischen Heros wie folgt:
Der Heros, wie er im zusammengesetzten Monomythos erscheint, ist eine Gestalt von außergewöhnlichen Gaben. Oft wird er von seiner Gruppe geehrt, oft mißachtet oder verachtet. Er und die Welt […] kranken an einem symbolischen Defekt.18
Im Jugendalter muss der Held sich seinem Schicksal stellen und den Aufbruch in ein neues Leben wagen. Einerseits wird er damit zur Symbolfigur eines jeden Heranwachsenden auf dem Weg ins Erwachsenendasein, andererseits steht er aber auch exemplarisch für jede Art von Neuanfang. Jeder Aufbruch bedeutet gleichermaßen einen Schritt ins Ungewisse, womit der junge Held hadert und in Zweifeln über seinen Weg versinkt. Der Held akzeptiert schließlich jedoch seine Berufung, akzeptiert den Ruf seines Schicksals und bricht auf. Dabei verlässt er oft seine Heimat und zieht fort in ein fremdes Land. Harry Potter zieht dazu fort aus dem kleinen Örtchen Little Whingin, in die Zauberschule Hogwarts; Luke Skywalker verlässt seinen Heimatplaneten Tatooine und Frodo Beutlin verlässt das Auenland und tritt eine Reise quer durch Mittelerde an.
Im zweiten Akt des Heldenlebens zeigen sich dann der oder die Widersacher des Helden. Im Angesicht seines Antagonisten erlangt der Held eine tiefere Einsicht über sich selbst, gewinnt dadurch an Reife und Komplexität und lässt sein jugendliches Selbst Stück für Stück hinter sich. Oft ist der Gegenspieler des Helden sein dunkles Gegenstück, welchen er besiegen muss um den Selbstwerdungsprozess vollends abzuschließen (und oft auch um die Welt zu retten). Hier muss sich der Held einem Kampf auf Leben und Tod stellen, der ihn an die Grenzen seines Menschseins drängt. Im Angesicht dieses existentiellen Obstakels wird der Held vollends zum Erwachsenen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob Religion in einer säkularisierten Gesellschaft noch eine Rolle spielt und ob popkulturelle Phänomene wie Harry Potter als Ausdruck einer verborgenen Gottessehnsucht fungieren können.
2. Die Säkularisierung in der modernen, westlich-europäischen Gesellschaft mit Fokus auf Deutschland: Das Kapitel beleuchtet den historischen und soziologischen Prozess der Säkularisierung und diskutiert, ob der Rückgang kirchlicher Bindungen tatsächlich einen Bedeutungsverlust religiöser Sinnfragen bedeutet.
3. Gottessehnsucht als Phänomen in der Popkultur: Hier wird argumentiert, dass die Popkultur als neuer Raum für religiöse Diskurse dient, in dem traditionelle Motive wie das Heldentum oder die Hoffnung auf Erlösung in fantastischen Welten neu verhandelt werden.
4. Religiöse Inhalte der Filmserie Harry Potter: Der Hauptteil analysiert explizit religiöse Analogien in der Filmreihe, von der messianischen Rolle Harry Potters bis hin zu trinitarischen und eschatologischen Anspielungen.
5. Resümee: Die Arbeit fasst zusammen, dass Harry Potter trotz des Fehlens einer institutionalisierten Religion als religiöse Parabel gelesen werden kann, die essenzielle menschliche Sinnfragen und die Hoffnung auf das absolut Gute thematisiert.
Harry Potter, Gottessehnsucht, Säkularisierung, Popkultur, christliche Analogie, Erlösung, Messias-Figur, Fantasy-Genre, Sinnsuche, Joseph Campbell, Monomythos, Eucatastrophe, Religion, Albus Dumbledore, Kampf Gut gegen Böse.
Die Arbeit untersucht das Fortbestehen religiöser Sehnsüchte in der modernen Gesellschaft und wie diese in beliebten Filmreihen, primär am Beispiel der Harry-Potter-Serie, reflektiert werden.
Die Arbeit verknüpft die Phänomene der Säkularisierung mit der Rolle der Popkultur, der christlichen Symbolik und der anthropologischen Suche nach Sinn und Hoffnung.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Harry Potter trotz fehlender institutionalisierter religiöser Strukturen eine religiöse Parabel darstellt und ein Ausdruck moderner Gottessehnsucht ist.
Es handelt sich um eine theologische und kulturwissenschaftliche Analyse, die popkulturelle Narrative mit theologischen Konzepten und biblischen Motiven vergleicht.
Der Hauptteil analysiert spezifische inhaltliche Elemente der Harry-Potter-Reihe, darunter die Numerologie, christliche Allegorien, die Rollenverteilung zwischen Harry, Dumbledore und Voldemort sowie die Bedeutung der Liebe.
Zentrale Begriffe sind Gottessehnsucht, Messias-Motiv, christliche Allegorie, Säkularisierung und popkulturelle Resonanz.
Dumbledore wird in der Analyse als Allegorie für Gott Vater gedeutet, da er als weiser Mentor und lenkende Instanz fungiert, auch wenn er eine für eine Gottesfigur ungewöhnliche Fehlbarkeit zeigt.
Das Ende, insbesondere Harrys Opfertod und seine Auferstehung, wird als direkte Parallele zum christlichen Heilsgeschehen interpretiert, wobei die Liebe als transzendente Macht über das Böse triumphiert.
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