Bachelorarbeit, 2019
43 Seiten, Note: 2,1
1 Einleitung
2 Grundlagen des Emissionsrechtehandels
2.1 Die ökonomische Betrachtung der Umweltbelastung
2.1.1 Unsere Atmosphäre als globales öffentliches Gut
2.1.2 Negative externe Effekte: Charakterisierung und Auswirkungen auf die Erdatmosphäre
2.1.3 Die Pigou-Steuer – verursachergerechte Besteuerung externer Effekte
2.1.4 Das Coase-Theorem als Verhandlungslösung zur Internalisierung externer Effekte
2.2 Das Protokoll von Kyoto
2.2.1 Inhalt und Absicht des Abkommens
2.2.2 Die Mechanismen des Kyoto-Protokolls
2.2.2.1 Der Clean Development Mechanism (CMD) unter der Joint Implementation
2.2.2.2 Einführung in den Handel mit Emissionsrechten
3 Entwicklung des Marktes für Emissionsrechte in der Europäischen Union (EU) und dessen Wirksamkeit
3.1 Die 1. Handelsperiode (2005–2007)
3.2 Die 2. Handelsperiode (2008–2012)
3.3 Die 3. Handelsperiode (2013–2020)
3.4 Wirksamkeitsbetrachtung des Emissionshandels als umweltpolitisches Instrument
4 Untersuchung der Volatilitäten auf dem europäischen Markt für Emissionsberechtigungen und dessen Grundlagen
4.1 Einführung und Grundlegendes
4.1.1 Marktakteure und Handelsplätze des europäischen Emissionshandels
4.2 Einflussfaktoren auf die Preisentwicklung am Markt für CO2-Zertifikate
4.3 Langfristige preisbeeinflussende Einflussfaktoren
4.3.1 Das Klimaschutzübereinkommen von Paris und die daraus resultierenden Reformen des europäischen Emissionshandelssystems (EU-ETS)
4.3.2 Die Marktstabilitätsreserve (MSR)
4.3.3 Reduzierung des EU-Caps
4.3.4 Vorausschauende Eindeckung zu günstigen Kursen seitens energieintensiver Industriezweige
4.3.5 Zukauf von CO2-Zertifikaten aufgrund Verfehlung nationaler Ziele
4.3.6 Weltweite Einführung und Verknüpfung von Emissionshandelssystemen
4.4 Kurzfristige preisbeeinflussende Einflussfaktoren
4.4.1 Spekulationsbedingte Schwankungen
4.4.2 Relatives Preisverhältnis diverser Energieträger
4.4.3 Konjunkturelles Umfeld
4.4.4 Wetterbedingte Einflussfaktoren
4.5 Zusammenfassung
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Mechanismen des europäischen Emissionshandels und untersucht insbesondere die Ursachen für den starken Preisanstieg sowie die Volatilität der CO2-Zertifikatspreise seit Ende 2017 vor dem Hintergrund ökonomischer und politischer Einflussfaktoren.
4.3.2 Die Marktstabilitätsreserve (MSR)
Um dem Überangebot an CO2-Zertifikaten beständig entgegenzuwirken, hat die EU-Kommission im Jahr 2015 das Inkrafttreten einer Marktstabilitätsreserve (MSR) beschlossen. Über dieses Instrument soll eine Stabilisierung des Marktes erfolgen. In den Jahren 2014–2016 wurde dem Überangebot kurzzeitig derart begegnet, dass über das sogenannte Backloading die Auktion von insgesamt 900 Millionen CO2-Emissionsberechtigungen auf die Jahre 2019–2020 vertagt wurde. Jene Zertifikate, die seiner Zeit nicht versteigert wurden, werden nun nicht wie ursprünglich geplant dem Handel zugeführt, sondern in der Marktstabilitätsreserve eingestellt (vgl. Europäische Kommission 2019b). Im Normalfall sollen dem Markt jährlich 12 % der in Umlauf befindlichen Zertifikate entzogen und in die Marktstabilitätsreserve überführt werden. Für die Jahre 2019–2023 jedoch wurde die Zuführung auf 24 % per annum erhöht (vgl. Europäische Kommission 2019c).
Mit Beginn der vierten Handelsperiode (2021–2030) tritt zudem eine Regelung in Kraft, welche besagt, dass lediglich jene Menge an Emissionsberechtigungen in der MSR eingestellt sein darf, die im betreffenden Jahr auktioniert wurde. Die überschüssigen Berechtigungen werden aufgelöst. Unter anderem diese Vorkehrung, welche erst in den Jahren 2019 respektive 2021 tatsächlich in Kraft tritt und zu einer Minderung der Zertifikate führen wird, wirkt sich bereits heute auf die Preise am CO2-Zertifikate-Markt aus (vgl. Energiewirtschaftliche Tagesfragen 2018: 28); so können die jüngsten Kurszuwächse in erheblichem Maß der Einführung der MSR zugewiesen werden (vgl. Bartelt et al. 2018: 8).
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die ökonomische Problematik der Umweltverschmutzung ein und definiert die Zielsetzung, die Ursachen für die Preisschwankungen im EU-Emissionshandel seit 2017 zu analysieren.
2 Grundlagen des Emissionsrechtehandels: Es werden die theoretischen Grundlagen des Marktversagens bei öffentlichen Gütern sowie die ordnungspolitischen Mechanismen zur Internalisierung negativer externer Effekte, insbesondere das Protokoll von Kyoto, erläutert.
3 Entwicklung des Marktes für Emissionsrechte in der Europäischen Union (EU) und dessen Wirksamkeit: Das Kapitel bietet einen historischen Rückblick auf die drei Handelsperioden und bewertet die Effektivität des Emissionshandels als umweltpolitisches Instrument.
4 Untersuchung der Volatilitäten auf dem europäischen Markt für Emissionsberechtigungen und dessen Grundlagen: Der Hauptteil analysiert detailliert die kurz- und langfristigen Einflussfaktoren auf die CO2-Zertifikatspreise, wie politische Reformen, Marktstabilitätsreserven und spekulative Marktbewegungen.
5 Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei die vielfältige Natur der Preistreiber und die zunehmende Effektivität des EU-ETS bei der Lenkung hin zu klimaschonenderen Technologien hervorgehoben werden.
Emissionshandel, CO2-Zertifikate, Marktversagen, EU-ETS, Treibhausgase, Marktstabilitätsreserve, Preisentwicklung, Volatilität, Umweltökonomik, Klimaschutz, Kyoto-Protokoll, Zertifikatehandel, Externe Effekte, Dekarbonisierung, Emissionsberechtigungen
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Funktionsweise des europäischen Emissionshandelssystems (EU-ETS) und untersucht die Ursachen für die signifikanten Preissteigerungen sowie die Volatilität der CO2-Zertifikate seit Ende 2017.
Zentrale Themen sind die ökonomische Theorie der Umweltverschmutzung, die Entwicklung des EU-Emissionshandels über drei Perioden, politische Einflussfaktoren wie das Pariser Abkommen sowie marktgestützte Effekte wie die Marktstabilitätsreserve.
Das Ziel ist es, Antworten auf die Frage zu finden, warum die Preise für CO2-Zertifikate seit Ende 2017 massiv angestiegen sind und welchen Faktoren die zwischenzeitlich hohen Marktschwankungen unterliegen.
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Auswertung von Marktdaten und der ökonomischen Interpretation umweltpolitischer Rahmenbedingungen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung des Marktes, die Erläuterung der Preismechanismen und eine detaillierte Differenzierung zwischen langfristigen (z.B. EU-Cap Reformen) und kurzfristigen (z.B. Wetter, Spekulation) Preistreibern.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie EU-ETS, CO2-Zertifikate, Marktversagen, Dekarbonisierung, Marktstabilitätsreserve und Preissignale charakterisiert.
Die MSR dient der Stabilisierung des Marktes, indem sie Zertifikatsüberschüsse entnimmt. Ihre Einführung gilt als einer der Haupttreiber für die aktuelle Verknappung und den damit verbundenen Preisanstieg am Zertifikatemarkt.
Großemittenten beeinflussen den Markt durch ihr strategisches Eindeckungsverhalten, indem sie sich vorausschauend mit Zertifikaten ausstatten, was die Nachfrage und damit den Preis in Erwartung künftiger Verschärfungen beeinflusst.
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