Bachelorarbeit, 2019
45 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Begriffliche Annäherung
2.1 Identität
2.2 Adoleszenz
2.3 Medien / Social Media
3 Identitätsarbeit im Jugendalter
3.1 Traditionelle Identitätsbildung nach Erik H. Erikson
3.2 Moderne Identitätsbildung nach Heiner Keupp
4 Mediennutzung in der Identitätsbildung
4.1 Mediennutzung alter & neuer Medien
4.1.1 Einfluss sozialer Netzwerke
4.2 Suche nach Anerkennung
5 Werkzeuge in der Social Media-Nutzung
5.1 Texte
5.2 Fotos
5.2.1 Selfies
5.3 Zwischen Fremdbestimmung und Selbstdarstellung
5.4 Die Angst, etwas zu verpassen
5.5 Risiko von Selbstsozialisation
6 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die These, dass die Rahmung und die Werkzeuge moderner Social-Media-Angebote einen erheblichen Einfluss auf die tägliche Identitätsbildung von Jugendlichen in der Adoleszenz ausüben. Dabei wird analysiert, wie Jugendliche durch mediale Inszenierungen ihre Identität im Spannungsfeld zwischen Fremdbestimmung und Selbstdarstellung konstruieren.
5.2.1 Selfies
Eine besondere Form der bildlichen Selbstdarstellung bilden die sogenannten ‚Selfies‘ ab. Der Begriff der ‚Selfies‘ findet seit ein wenig mehr als 15 Jahren Betrachtung (vgl. Gojny 2016: 16), jedoch ist die Ablichtung seiner selbst nicht erst eine Erscheinung des 21. Jahrhunderts. In der Forschung ist nicht eindeutig ersichtlich, wann das erste Selbstportrait geschossen wurde, jedoch reichen die Quellen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts (vgl. Iken 2015). Folgt man aber der Definition, sind ‚Selfies‘ „a photograph that one has taken of oneself, typically one taken with a smartphone or webcam and uploaded to a social media website“ (Autenrieth 2014a: 52), ist die Begrifflichkeit auf die eigene Erstellung des Bildes und die Aktivitäten im Social Web fixiert.
Diese Selbstportraits gelten in der öffentlichen Wahrnehmung häufig als narzisstisches Ergebnis von zu hoher Selbstverliebtheit. Aus der Perspektive der Kritiker ist ein ‚Selfie‘ „einfach[er] gestrickt“, nämlich ist es als „immer das gleiche Bild vor wechselnder Kulisse“ zu sehen (Patalong 2015: o.S.). Natürlich besitzen fotografische Selbstportraits den Anspruch, die dargestellte Person gut zu präsentieren, doch hier stellt sich die Frage, ob ‚Selfies‘ eine tiefere Ebene des Verständnisses von Identitätsfragen von Jugendlichen bedienen können oder nur schlichtweg „Ausdruck eines Wandels der Selbst- und Weltwahrnehmung“ (ebd.) bleiben. Die Betrachtung des eigenen Portraits verleitet das Individuum im Moment der Spiegelung in die Ich-Perspektive einzutreten. Somit hält es sich quasi selbst den Spiegel vor und beginnt über sich selbst nachzudenken. Das Individuum kann also zugleich Subjekt und Objekt des Erkennens werden (vgl. Gojny 2016: 18f.).
1 Einleitung: Hinführung zur Thematik und Formulierung der Forschungsfrage zur Identitätsbildung von Digital Natives unter Einfluss moderner Medien.
2 Begriffliche Annäherung: Definition der zentralen Begriffe Identität, Adoleszenz sowie Medien und Social Media als Basis der weiteren Untersuchung.
3 Identitätsarbeit im Jugendalter: Gegenüberstellung klassischer Identitätstheorien nach Erik H. Erikson und des modernen Patchwork-Identitätsansatzes von Heiner Keupp.
4 Mediennutzung in der Identitätsbildung: Untersuchung der Nutzungsweisen digitaler Medien und des Bedürfnisses nach sozialer Anerkennung innerhalb von sozialen Netzwerken.
5 Werkzeuge in der Social Media-Nutzung: Analyse spezifischer Instrumente wie Texte, Fotos und Selfies sowie Reflexion über Risiken wie FoMO und Selbstsozialisation.
6 Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit zum Einfluss von Social Media auf die Identität, verknüpft mit theologischen und pädagogischen Perspektiven.
Identitätsbildung, Adoleszenz, Social Media, Digitale Medien, Selbstinszenierung, Identität, Soziale Netzwerke, Patchwork-Identität, Anerkennung, Selfies, FoMO, Selbstsozialisation, Digital Natives, Identitätskonstruktion, Medienpädagogik
Die Arbeit untersucht den Einfluss von sozialen Medien auf die tägliche Identitätsbildung von Jugendlichen im Jugendalter.
Die Arbeit thematisiert Identitätstheorien, die Mediensozialisation, die Bedeutung von Anerkennung in sozialen Netzwerken sowie die spezifische Rolle medialer Werkzeuge wie Texte und Selfies.
Das Ziel ist die Untersuchung der These, dass die Rahmung und Werkzeuge moderner Social-Media-Angebote einen maßgeblichen Einfluss auf die Identitätsbildung in der Adoleszenz haben.
Die Arbeit verfolgt einen deduktiven Ansatz und stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit medienpsychologischen, anthropologischen und theologischen Perspektiven auf Identität.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Identität und Jugendalter, das Mediennutzungsverhalten, die Suche nach Anerkennung sowie spezifische Praktiken der Selbstdarstellung (Texte, Fotos, Selfies) und damit verbundene Phänomene wie FoMO analysiert.
Die zentralen Begriffe sind Identitätsbildung, Adoleszenz, Social Media, Selbstinszenierung und Anerkennung.
Selfies dienen nicht nur der Selbstdarstellung, sondern sind ein Mittel der Kontaktaufnahme und der Spiegelung des Selbst, wobei sie der Anerkennungssicherung in der Peergroup dienen.
Es beschreibt den Widerspruch, dass Nutzer einerseits den Anspruch haben, ihre Privatsphäre zu schützen, andererseits jedoch aus Geltungsdrang und Streben nach Anerkennung viele persönliche Informationen in sozialen Netzwerken teilen.
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