Masterarbeit, 2019
82 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Überblick über das Thema
1.2. Erläuterung der Zielsetzung und Fragestellung
2. Selbstbeurteilung in der Schule
2.1. Definition Selbstbeurteilung und Abgrenzung von anderen Begriffen
2.2. Verankerung von Selbstbeurteilung in den Bildungsstandards, im Lehrplan und in den Richtlinien von Nordrhein-Westfalen
2.3. Ziele und Nutzen von Selbstbeurteilungen in der Schule
2.4. Umsetzung im Schulunterricht
3. Experimentieren in der Grundschule
3.1. Definition Experiment und Abgrenzung von anderen Begriffen
3.2. Verankerung von Experimenten im Lehrplan und in den Richtlinien der Grundschule von Nordrhein-Westfalen
3.3. Nutzen und Anforderungen: Experimente im Schulunterricht
3.4. Schlussfolgerungen: Selbstbeurteilungen beim Experimentieren
4. Hypothesen und Vermutungen für die schulische Untersuchung
5. Material und Methode
5.1. Kurzcharakteristik des durchgeführten Experiments und fachwissenschaftlicher Hintergrund
5.2. Bedingungsanalyse
5.3. Methoden der Datenerhebung
5.3.1. Messinstrumente
5.3.2. Datenerhebung durch den Fremdbeurteilungsbogen
5.4. Verfahren der Datenauswertung
6. Ergebnisse
6.1. Ergebnisse Teil I
6.2. Ergebnisse Teil II
6.2.1. Reliabilitätsanalyse
6.2.2. Kolmogorov-Smirnov-Test
6.2.3. Darstellung der Selbst- und Fremdbeurteilungen der drei Schülergruppen als Box-Plots
6.2.4. Kruskal-Wallis-Test
6.2.5. Mann-Whitney-U-Test
6.2.6. Spearmansche Rangkorrelationsanalyse
7. Diskussion und Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht den Realitätsgehalt der Selbstbeurteilung von Grundschulkindern beim Experimentieren und analysiert, ob ein Zusammenhang zwischen der Genauigkeit der Selbsteinschätzung und dem tatsächlichen Erfolg bei naturwissenschaftlichen Experimenten besteht.
3.1. Definition Experiment und Abgrenzung von anderen Begriffen
Das Experiment ist neben dem Versuch und der Beobachtung eine der drei praktischen Arbeitsmethoden der Naturwissenschaften, wobei alle drei auch im Schulunterricht eine wichtige Rolle spielen (vgl. Killermann 1990, S.27,28). Ursprünglich stammt das Experiment aus den klassischen Naturwissenschaften. Heute wird es aber in allen Wissenschaftsdisziplinen verwendet (vgl. Schulz, Wirtz & Starauschek 2012, S.30). Beim Experimentieren wird folgender naturwissenschaftlicher Erkenntnisweg verfolgt, auf den in den nächsten Kapiteln immer wieder Bezug genommen wird:
Aus einem Problem entsteht eine Fragestellung, woraufhin Hypothesen entwickelt werden. Diese Hypothesen werden durch das Experiment überprüft, wodurch die Hypothesen entweder falsifiziert und der Kreislauf von neuem beginnt oder vorläufig bestätigt werden. Letztendlich dienen Experimente dazu, Theorien fortzuentwickeln oder durch neue Theorien zu ersetzen, was als Paradigmenwechsel bezeichnet wird (vgl. Meier 2016, S.11).
Versuche unterscheiden sich insoweit von Experimenten, dass bei einem Versuch der naturwissenschaftliche Erkenntnisweg meist verkürzt durchlaufen wird, der Versuchsablauf und -aufbau knapper gehalten und keine vollständige Kontrolle der Variablen gegeben ist (vgl. Killermann, Hiering & Starosta 2013, S.146). Dadurch besitzt der Versuch eine geringere interne Validität als das Experiment (vgl. Schulz, Wirtz & Starauschek 2012, S.27).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des eigenständigen Experimentierens im Grundschulunterricht und stellt die Forschungsfrage zur Qualität der Selbstbeurteilung von Schülern.
2. Selbstbeurteilung in der Schule: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Selbstbeurteilung, diskutiert dessen Verankerung in Bildungsstandards und zeigt den Nutzen sowie die Herausforderungen bei der Umsetzung im Unterricht auf.
3. Experimentieren in der Grundschule: Der Abschnitt erläutert die naturwissenschaftliche Methode des Experiments, grenzt sie von Versuchen ab und beschreibt die prozessualen Anforderungen an Grundschulkinder.
4. Hypothesen und Vermutungen für die schulische Untersuchung: Hier werden auf Basis der theoretischen Grundlagen konkrete Vermutungen und Hypothesen für die empirische Datenauswertung abgeleitet.
5. Material und Methode: Dieser Teil beschreibt das spezifische Versuchsdesign zum Thema Wasserläufer, die Stichprobe und die eingesetzten Erhebungsinstrumente (Selbst- und Fremdbeurteilungsbögen).
6. Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die empirischen Daten, inklusive der statistischen Auswertung zur Reliabilität, dem Vergleich der Einschätzungen und der Clusterbildung in Schülergruppen.
7. Diskussion und Schlussfolgerungen: Der abschließende Teil interpretiert die Ergebnisse im Kontext der Forschungsfragen, prüft die Hypothesen und gibt Ausblicke auf weiteren Forschungsbedarf.
Selbstbeurteilung, Experimentieren, Sachunterricht, Grundschule, Selbsteinschätzung, Realitätsgehalt, Fremdbeurteilung, naturwissenschaftlicher Erkenntnisweg, selbstreguliertes Lernen, Leistungsbewertung, Schülerkompetenz, Kompetenzraster, empirische Studie, Statistik, pädagogische Diagnostik.
Die Thesis untersucht, inwiefern Schülerinnen und Schüler der dritten Klasse in der Lage sind, ihre Leistungen und Arbeitsweisen während eines naturwissenschaftlichen Experiments realistisch einzuschätzen.
Die Arbeit verknüpft die Konzepte der pädagogischen Selbstbeurteilung mit den fachdidaktischen Anforderungen des Experimentierens im Sachunterricht der Grundschule.
Das Ziel ist es, den Realitätsgehalt der Schülerselbstbeurteilung zu bestimmen und einen möglichen Zusammenhang zwischen einer realistischen Selbsteinschätzung und dem tatsächlichen Erfolg beim Experimentieren zu identifizieren.
Es handelt sich um eine empirische Studie, bei der quantitative Daten durch einen Selbstbeurteilungsbogen der Schüler und einen Fremdbeurteilungsbogen (durch Beobachtung) erhoben und mit statistischen Verfahren wie dem Kolmogorov-Smirnov-Test und dem Mann-Whitney-U-Test analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu Selbstbeurteilung und Experimentieren, die Beschreibung des methodischen Versuchsaufbaus sowie die detaillierte statistische Auswertung der gewonnenen Leistungsdaten.
Die zentralen Charakteristika sind die Verbindung von diagnostischer Selbstbeurteilung, schülerzentriertem Experimentierunterricht und die quantitative Überprüfung dieser Fähigkeiten bei Drittklässlern.
Der Wasserläufer dient als physikalisches Phänomen, das die Oberflächenspannung des Wassers verdeutlicht und sich ideal für Schülerexperimente mit Alltagsmaterialien eignet, um eigenständiges Forschen zu provozieren.
Durch den Abgleich der 24 Items im Selbstbeurteilungsbogen mit den parallel erhobenen Werten des Fremdbeurteilungsbogens wurde die Abweichung (Differenzpunkte) berechnet, woraus sich der Grad des Realitätsgehalts ableiten ließ.
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