Fachbuch, 2019
105 Seiten
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Politische Partizipation
2.2 Formen und Dimensionen politischer Partizipation
3 Erklärungsmodell politischer Partizipation
3.1 Civic Voluntarism Model
3.2 Ressourcen
3.3 Politische Involvierung
3.4 Politische Rekrutierung
3.5 Kontrollvariablen
4 Forschungsmethodisches Vorgehen
4.1 Beschreibung der Datengrundlage
4.2 Zusammensetzung der Stichprobe
4.3 Analyseverfahren
4.4 Operationalisierung
5 Empirische Ergebnisse
5.1 Deskriptive Statistik
5.2 Ergebnisse der multiplen linearen Regression
6 Diskussion und Evaluation der Schätzergebnisse
7 Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Einflusses von Bildung auf verschiedene Dimensionen der politischen Partizipation in Deutschland. Dabei wird analysiert, inwieweit Bildung als zentraler Faktor neben anderen sozioökonomischen und motivationalen Variablen die politische Teilhabe beeinflusst und ob sich bisherige Forschungsergebnisse an einem aktuellen Datensatz bestätigen lassen.
3.1 Civic Voluntarism Model
In einer Studie aus dem Jahr 1972 entwickelten Verba und Nie zunächst das sozioökonomische Standardmodell (SES) politischer Partizipation, das in der Partizipationsforschung als richtungsweisend angesehen wurde und eine Basis für weitere Forschungen darstellte (Steinbrecher, 2009, S. 58). Verba und Nie identifizieren, dass der sozioökonomische Status, ausgedrückt durch Bildung, Einkommen und Beruf, einen großen Einfluss auf die politische Partizipation ausübt. Bürger mit einem höheren sozialen und ökonomischen Status partizipieren mehr in politischen Angelegenheiten als Personen mit einem geringeren sozioökonomischen Status. Dies kann dadurch begründet werden, dass Individuen mit einem höheren Status auch dementsprechend höhere Kompetenzen, Ressourcen und ein höheres politisches Bewusstsein aufweisen. Außerdem sind sie offener für Gespräche mit anderen partizipierenden Personen über politische Sachverhalte (Verba & Nie, 1987, S. 125-137). Im Rahmen des SES blieb jedoch unklar, wie die politische Partizipation und der sozioökonomische Status theoretisch miteinander verknüpft sind (Brady, Verba, Schlozman, 1995, S. 272).
Aus diesem Grund wurde das sozioökonomische Standardmodell in den 1990er Jahren von Verba und seiner Forschergruppe kritisch reflektiert und zum Civic Voluntarism Model weiterentwickelt. In diesem Modell soll die theoretische Verknüpfung zwischen sozioökonomischem Status und politischer Partizipation stärker erklärt werden. Das CVM konstatiert Faktoren der Motivation und soziale Beziehungen sowie individuelle Ressourcen wie Zeit, Geld und sogenannte Civic-Skills, d.h. kommunikative und organisatorischen Kompetenzen (Van Deth, 2009, S. 153; Verba et al., 1995, S. 281-282). In ihrer Untersuchung betrachten Verba, Schlozman und Brady die Gründe, warum Personen nicht wählen gehen oder andere politische Partizipationsformen nutzen. Sie nennen dafür drei Grundannahmen: “because they can't”, “because they don't want to”, “because nobody asked” (Verba et al., 1995, S. 269). Dafür identifizieren sie drei Konstrukte, die die politische Beteiligung beeinflussen.
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz politischer Partizipation für die Demokratie, beleuchtet den Rückgang der Beteiligung und führt die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit ein.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert den Begriff der politischen Partizipation und stellt verschiedene Formen und Dimensionen wie konventionelle und unkonventionelle Beteiligung dar.
3 Erklärungsmodell politischer Partizipation: Es wird das "Civic Voluntarism Model" als theoretischer Rahmen erarbeitet, um die Rolle von Ressourcen, politischer Involvierung und Rekrutierung zu analysieren.
4 Forschungsmethodisches Vorgehen: Hier werden der Datensatz ("GESIS Panel Campus File"), die Zusammensetzung der Stichprobe, die Analyseverfahren sowie die Operationalisierung der Variablen detailliert erläutert.
5 Empirische Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die bivariaten Mittelwertvergleiche und die Ergebnisse der multiplen linearen Regressionsanalyse zur Überprüfung der Hypothesen.
6 Diskussion und Evaluation der Schätzergebnisse: Die empirischen Befunde werden interpretiert, diskutiert und den zuvor aufgestellten Hypothesen gegenübergestellt.
7 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Politische Partizipation, Bildung, Civic Voluntarism Model, Wahlbeteiligung, Protestaktivitäten, Ressourcen, Politische Involvierung, Politische Rekrutierung, Sozioökonomischer Status, Regressionsanalyse, GESIS Panel, Politische Wirksamkeit, Parteibindung, Demokratie, Partizipationsforschung.
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Bildung auf das politische Partizipationsverhalten von Bürgern in Deutschland unter Berücksichtigung weiterer sozioökonomischer Faktoren.
Die zentralen Themen umfassen die Bedeutung von Ressourcen, persönlicher Motivation (Involvierung) und sozialer Integration (Rekrutierung) für die politische Teilhabe.
Die Forschungsfrage lautet: Stellt Bildung auch weiterhin einen bedeutsamen Einfluss auf die politische Partizipation dar?
Es wird eine quantitative Analyse auf Basis des "GESIS Panel Campus File" durchgeführt, die bivariat Mittelwertvergleiche und multivariat lineare Regressionsanalysen nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung eines Erklärungsmodells (CVM), das methodische Vorgehen und die ausführliche empirische Auswertung der Daten.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Politische Partizipation, Bildung, Civic Voluntarism Model, Wahlbeteiligung und Protestaktivitäten.
Die Analyse zeigt, dass ein höheres Einkommen die Wahlbeteiligung signifikant positiv beeinflusst, während der Einfluss auf Protestaktivitäten gering und nicht signifikant ist.
Die schulische Bildung zeigt einen starken, signifikanten Einfluss auf die Partizipation. Die berufliche Bildung weist hingegen nur geringe bis keine signifikanten Effekte auf.
Die Arbeit unterscheidet diese, da sie unterschiedliche Wirkungsmechanismen aufweisen und für Protestaktivitäten oft eine stärkere persönliche Involvierung erforderlich ist als für das Wählen.
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