Bachelorarbeit, 2018
42 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Zur Entstehung des Guadeloupe-Kreol
3. Grammatikalisierung
3.1 Parameter der Grammatikalisierung
3.2 Unidirektionalität von Grammatikalisierung
3.3 Reanalyse und Grammatikalisierung
3.4 Kreolisierung und Grammatikalisierung
4. Funktionen von là in gesprochenen Französisch
4.1 Das pragmatische là
4.2 Das grammatische là
5. Funktionen von la im Guadeloupe Kreol
5.1 Aktuelle Forschung und Hypothesen
5.2 Die grammatischen Funktionen von la
5.2.1 la als nachgestellter definiter Determinierer
5.2.2 la als Teil des Demonstrativdeterminierers
5.3 la als pragmatischer Marker
5.4 la als allgemeiner restriktiver Marker
5.5 la als Marker restriktiver Relativsätze
6. Ergebnisdiskussion
6.1 Korpusauswertung
6.2 Diskussion der Hypothesen zur Grammatikalisierung
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Partikel la im Guadeloupe-Kreol und analysiert deren vielfältige Funktionen im Kontext von Grammatikalisierungsprozessen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diese Funktionen zusammenhängen und ob sie auf tatsächliche Grammatikalisierungsprozesse zurückzuführen sind, wobei insbesondere der Einfluss von Sprachkontakt und afrikanischen Substratsprachen berücksichtigt wird.
3.1 Parameter der Grammatikalisierung
„Grammaticalization is the gradual drift in all parts of the grammar toward tighter structures, toward less freedom in the use of linguistic structures at all levels.“ (Haspelmath 1998: 318)
Haspelmath nennt mit dieser Definition das grundlegende Merkmal von Grammatikalisierung, den graduellen Wandel von grammatischen Strukturen. Diese Definition bedarf allerdings einer Erweiterung und Erklärung. So kann allgemein von einem graduellen Sprachwandelprozess gesprochen werden, bei dem aus einem lexikalischen Zeichen ein grammatisches wird oder eine bereits grammatische Form noch grammatischer wird (vgl. Schon 2016: 54). Hopper (1991: 22) formuliert für eine genauere Definition der Grammatikalisierung fünf allgemeine Prinzipien
1) Layering: Die durch Grammatikalisierung entstandene neue Bedeutung eines Elements verdrängt nicht notwendigerweise sofort die Bedeutung der Form, aus der sie hervorgegangen ist, sondern es kann für eine bestimmte Zeit zu einer Koexistenz kommen.
2) Divergence: Durchläuft ein lexikalisches Element einen Grammatikalisierungsprozess, aus dem dann ein grammatisches Element hervorgeht, so kann die Ursprungsform als autonomes lexikalisches Element erhalten bleiben. Die Funktionen der neuen Form divergieren also von der Funktion der ursprünglichen Form. Dies kann auch als ein spezieller Fall des Layerings verstanden werden.
3) Specialization: Das grammatikalisierte Element erfährt eine Spezialisierung, der Gebrauch der grammatikalisierten Form wird dadurch in bestimmten Kontexten immer obligatorischer und eine Beschränkung der freien Distribution des Elements stellt sich ein.
4) Persistence: Es besteht eine Relation zwischen der Bedeutung und Funktion der grammatikalisierten Form und der lexikalischen Form, aus der das Element hervorgeht. Diese Polysemie ist zunächst noch erkennbar, wird allerdings im Zuge der Grammatikalisierung opak.
5) Decategorialization: Durch Grammatikalisierung verliert eine Form ihre Zugehörigkeit zu der Wortart, der sie zuvor angehörte.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Rolle des Guadeloupe-Kreols und die zentrale Forschungsfrage nach der Grammatikalisierung der Partikel la im Vergleich zum Französischen.
2. Zur Entstehung des Guadeloupe-Kreol: Dieses Kapitel behandelt die historische Genese des Guadeloupe-Kreols und die sprachkontaktbedingten Entwicklungen unter französischem Einfluss.
3. Grammatikalisierung: Es werden theoretische Grundlagen der Grammatikalisierung, inklusive wichtiger Parameter und Mechanismen wie Layering und Reanalyse, erläutert.
4. Funktionen von là in gesprochenen Französisch: Das Kapitel analysiert die duale Verwendung von là im gesprochenen Französisch als pragmatischer Marker und grammatisches Morphem.
5. Funktionen von la im Guadeloupe Kreol: Hier werden die verschiedenen Funktionen von la im Guadeloupe-Kreol, vom Determinierer bis hin zum Relativsatzmarker, detailliert beschrieben.
6. Ergebnisdiskussion: Die Korpusauswertung und die anschließende Diskussion prüfen die theoretischen Hypothesen anhand praktischer Beispiele aus der Sprache.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt la als eine Partikel mit stark grammatikalisierten Funktionen, wobei die Rolle der Substratsprachen hervorgehoben wird.
Grammatikalisierung, Guadeloupe-Kreol, Sprachkontakt, Kreolisierung, Definitheitsmarker, Relativsatz, pragmatischer Marker, Unidirektionalität, Reanalyse, morphosyntaktischer Wandel, Sprachwandel, Demonstrativdeterminierer, Substratsprachen, Typologie, Sprachwissenschaft
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung der Partikel la im Guadeloupe-Kreol und analysiert deren Funktion im Rahmen der Grammatikalisierungstheorie.
Die Schwerpunkte liegen auf der Grammatikalisierungstheorie, dem Sprachkontakt zwischen Guadeloupe-Kreol und Französisch sowie der spezifischen Analyse morphosyntaktischer Funktionen der Partikel la.
Es soll geklärt werden, wie die verschiedenen Funktionen von la zusammenhängen und ob diese durch einen Prozess der Grammatikalisierung erklärt werden können.
Die Arbeit nutzt einen theoretischen Rahmen aus der Grammatikalisierungsforschung sowie eine empirische Korpusanalyse von authentischen Textquellen und Informantendaten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Analyse der französischen Partikel là, eine detaillierte Untersuchung der Funktionen von la im Kreol und eine anschließende Auswertung des Korpus.
Wichtige Begriffe sind Grammatikalisierung, Guadeloupe-Kreol, Sprachkontakt, Relativsatzmarker und Determinierer.
Die Arbeit diskutiert, dass der Einfluss afrikanischer Sprachen möglicherweise eine tragende Rolle bei der Etablierung spezifischer Konstruktionen, wie etwa restriktiver Relativsätze mit la, spielt.
Die „copying-rule“ wird herangezogen, um das Auftreten des definiten Determinierers am Ende von Relativsätzen zu erklären, da sich dieses Phänomen durch bloße Übernahme aus dem Französischen nur schwer begründen lässt.
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