Bachelorarbeit, 2017
70 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Forschungsstand zur frühen naturwissenschaftlichen Bildung
2.1 Forschungsergebnisse aus der Sozialwissenschaft
2.2 Forschungsergebnisse aus der Didaktik
2.3. Forschungsergebnisse aus der Kognitions- und Entwicklungspsychologie
3. Selbstbildung und Ko- Konstruktion als pädagogische Ansätze in der frühen naturwissenschaftlichen Bildung
3.1 Bildungsziele
3.2 Lerntheoretische Begründungen
3.2.1 Bildung als Selbstbildung
3.2.2 Bildung als Ko-Konstruktion
3.3 Zum Bild vom Kind
3.4 Zur Rolle der Fachkraft
3.4.1 Selbstbildungsansatz
3.4.2 Ansatz der Ko-Konstruktion
3.5 Zur Rolle des sozialen und kulturellen Raum
3.5.1 Selbstbildungsansatz
3.5.2 Ansatz der Ko-Konstruktion
3.6 Zur Rolle der kindlichen Naturerfahrungen
3.6.1 Selbstbildungsansatz
3.6.2 Ansatz der Ko-Konstruktion
3.7 Zu Rolle der Sprache
3.8 Methodisch- didaktische Umsetzung
3.8.1 Das freie Experimentieren
3.8.2 Das angeleitete Experimentieren
4. Selbstbildung und Ko- Konstruktion im Vergleich
Ansatz
Selbstbildungsansatz
Ko-Konstruktionsansatz
5. Ausblick
Die Arbeit analysiert und vergleicht die zwei dominierenden pädagogischen Konzepte – den Selbstbildungsansatz und den Ansatz der Ko-Konstruktion – hinsichtlich ihres Einflusses auf die frühe naturwissenschaftliche Bildung und deren praktische Umsetzung in Kindertageseinrichtungen.
3.2.1 Bildung als Selbstbildung
Der Begriff der Selbstbildung stammt aus der Theorie des Konstruktivismus. Der Konstruktivismus geht davon aus, dass Kinder sich ihre individuelle Lernsituation selbst konstruieren und eigene Lernprozesse steuern. Das Wissen wird dabei durch die Auseinandersetzung mit eigenen Ideen und Konzepten sowie deren Interpretationen geformt. Selbst die Informationen, die durch eigene Sinnesorgane geliefert werden, „sind nicht einfach Abbilder der Welt, sondern bereits gefilterte, verarbeitete und interpretierte Ergebnisse eines inneren Verarbeitungsprozesses“ (Mienert, 2007, S. 11). Diese Informationen lassen sich aufeinander `bauen´, sodass neues Wissen immer in Bezug auf Vorwissen konstruiert wird. Die Aktivierung von Vorkenntnissen, ihrer Ordnung, Vernetzung, Ausdifferenzierung und ihrer Integration spielen beim Lernen eine entscheidende Rolle (vgl. ebd.). Kinder erzeugen eigene `Theorien´, die nicht naturwissenschaftlich begründet sind, sondern „über Erfahrungszusammenhänge, die man finden oder sich ausdenken kann“ (Schäfer, 2010, S. 11) konstruiert werden. In der Wissenschaft werden solche Theorien als `naive´ Theorien bezeichnet, Schäfer nennt sie aber „Alltagstheorien“ (ebd.), die uns zeigen können, wie Kinder ihr Können und Wissen nutzen, um sich neue Erfahrungen zu erschließen. An die Stelle des Kompetenzlernens setzt Schäfer deshalb als grundlegendes Lernmodell für die frühe Kindheit das alltägliche Erfahrungslernen (ebd.).
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Relevanz naturwissenschaftlicher Frühbildung, motiviert durch den PISA-Schock und den Fachkräftemangel im MINT-Bereich.
2. Forschungsstand zur frühen naturwissenschaftlichen Bildung: Das Kapitel bietet einen Überblick über aktuelle sozialwissenschaftliche, didaktische sowie entwicklungspsychologische Erkenntnisse und weist auf Forschungsdesiderate hin.
3. Selbstbildung und Ko- Konstruktion als pädagogische Ansätze in der frühen naturwissenschaftlichen Bildung: Als Hauptteil erläutert dieser Abschnitt detailliert die theoretischen Fundamente, die Bildungsziele sowie die methodischen Ansätze beider Konzepte.
4. Selbstbildung und Ko- Konstruktion im Vergleich: Hier werden die beiden Ansätze systematisch gegenübergestellt, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Verständnis von Bildung, Zielsetzung und Methodik herauszuarbeiten.
5. Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert die aktuelle Situation der Elementarpädagogik und skizziert notwendige zukünftige Forschungs- und Handlungsfelder.
Frühe naturwissenschaftliche Bildung, MINT, Selbstbildungsansatz, Ko-Konstruktion, Elementarpädagogik, Experimentieren, Konstruktivismus, Bildungspläne, Kindesentwicklung, Fachkraft, Naturerfahrung, Sprachförderung, Didaktik, Projektarbeit, Lernprozesse.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Analyse und dem Vergleich zweier pädagogischer Konzepte, die maßgeblich die frühe naturwissenschaftliche Bildung in Kitas prägen.
Im Zentrum stehen die Konzepte des Selbstbildungsansatzes und des Ko-Konstruktionsansatzes, ihre lerntheoretische Fundierung, die Rolle der Fachkraft sowie die didaktische Umsetzung in der Naturerfahrung.
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie diese beiden unterschiedlichen Ansätze die frühe naturwissenschaftliche Bildung beeinflussen und welche Auswirkungen dies auf die praktische Arbeit in Kindertageseinrichtungen hat.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche, der Reflexion wissenschaftlicher Texte und dem Vergleich der Werke führender Vertreter wie Schäfer und Fthenakis basiert.
Der Hauptteil widmet sich den Bildungszielen, dem Bild vom Kind, der Rolle der Erzieherinnen, dem Einfluss des sozialen Raums und der Methodik der Wissensvermittlung innerhalb der beiden Ansätze.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Naturwissenschaftliche Frühbildung, Selbstbildung, Ko-Konstruktion, Elementarpädagogik und pädagogische Didaktik definieren.
Im Selbstbildungsansatz wird eine zurückhaltende Haltung der Fachkraft gefordert, während der Ansatz der Ko-Konstruktion eine aktive Mitgestaltung und Interaktionsführung durch die Erzieherin vorsieht.
Kritisiert wird oft, dass "Versuche" als wissenschaftliche Experimente fehlinterpretiert werden und Kinder eher zu unverständlichem Nachplappern angehalten werden, statt ihr natürliches Interesse und eigenes Forschen zu unterstützen.
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