Bachelorarbeit, 2019
43 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Informationsverarbeitung auf Finanzmärkten
2.1 Klassische Kapitalmarkttheorie
2.2 Verhaltensorientierte Finanzwissenschaft
3. Finanzanalysten und Informationsintermediation
3.1 Charakteristik der Analystentätigkeit
3.2 Faktoren der Qualität des Finanzresearchs
4. Herdenverhalten auf den Finanzmärkten
4.1 Modelle rationalen Herdenverhaltens
4.2 Messung einer medialen Information
4.3 Erkennen von Herdenverhalten durch Regressionsanalysen
5. Einfluss der Medien auf die Analystentätigkeit
5.1 Wechselwirkung der Informationsintermediäre
5.2 Auswirkungen von Unsicherheit
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Forschungsziel, ob Finanzanalysen professioneller Marktteilnehmer durch den Einfluss von Medien – insbesondere durch die Formulierung von Nachrichten in Printmedien – von Herdenverhalten beeinflusst werden, um die Bedeutung dieses Verhaltens für Investoren zu verdeutlichen.
4.1 Modelle rationalen Herdenverhaltens
Aus der Verhaltensforschung gibt es verschiedene Ansätze, die ein Herdenverhalten erklären. In Bezug auf die Tätigkeit und einem nutzenmaximierenden Verhalten von Finanzanalysten lässt sich das Herding anhand von Modellen aus der Verhaltensforschung, z.B.
• „Reputational Herding“,
• „External Triggered Herding“ und
• „Informationskaskaden“
im Kontext eines individuell rational handelnden Marktteilnehmers einordnen. Diese Modelle basieren auf der Annahme, dass eine asymmetrische Informationsverteilung vorliegt, und dass Analysten als Ergebnis ihrer Analysetätigkeit private Informationen besitzen. Die aufgeführten Modelle verdeutlichen unterschiedliche Wirkungsmechanismen.
Es existiert keine eindeutige Definition für die Reputation von Finanzanalysten. Während das Erreichen einer Platzierung in einem Analysten Ranking (z.B. das jährliche Ranking veröffentlicht vom Handelsblatt), eine positive Bewertung aus Befragungen von institutionellen Investoren oder die Stellung innerhalb eines Netzwerkes das Ansehen von Analysten steigern kann, so ziehen Arbeitgeber den Prognosefehler eines Analysten oder eine direkte Gegenüberstellung der Leistungen der Kollegen als Evaluationsmaß heran. Dementsprechend kann Reputation als ein Signal auf dem Arbeitsmarkt und damit auch als ein bedeutungsvoller Faktor für die weitere Karriere von Finanzanalysten interpretiert werden.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Herdentrieb auf Finanzmärkten ein und definiert das Forschungsziel, den Einfluss medialer Berichterstattung auf das Herdenverhalten von Finanzanalysten zu untersuchen.
2. Informationsverarbeitung auf Finanzmärkten: Dieses Kapitel stellt die klassische Kapitalmarkttheorie und die verhaltensorientierte Finanzwissenschaft gegenüber, um die Rationalität der Akteure und Markteffizienz zu hinterfragen.
3. Finanzanalysten und Informationsintermediation: Es wird das Aufgabenfeld der Finanzanalysten sowie die wesentlichen Qualitätskriterien für Finanzresearch innerhalb des Informationsverarbeitungsprozesses beschrieben.
4. Herdenverhalten auf den Finanzmärkten: Hier werden theoretische Modelle für rationales Herdenverhalten vorgestellt und Methoden zur Quantifizierung medialer Informationen sowie zur statistischen Analyse von Herdenverhalten erläutert.
5. Einfluss der Medien auf die Analystentätigkeit: Dieses Kapitel diskutiert die Wechselwirkung zwischen Medien als Informationsintermediäre und Analysten sowie die Auswirkungen von Marktunsicherheit auf deren Prognoseverhalten.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und belegt, dass Herdenverhalten von Analysten theoretisch rational begründet werden kann, wobei Medien als externe Einflussgröße fungieren.
Finanzanalysten, Herdenverhalten, Medien, Informationsverarbeitung, Behavioral Finance, Kapitalmarkt, Research, Prognosegenauigkeit, Marktunsicherheit, Reputational Herding, Informationskaskaden, News Analytics, Effizienzmarkthypothese, Börsenberichterstattung, Anleger.
Die Arbeit analysiert, ob und inwieweit professionelle Finanzanalysten bei ihren Prognosen und Empfehlungen von den medialen Berichterstattungen beeinflusst werden, wobei insbesondere die Entstehung von Herdenverhalten im Fokus steht.
Die zentralen Felder sind die moderne Finanzmarktforschung (Behavioral Finance), die Rolle von Finanzanalysten als Informationsintermediäre, die Wirkungsweise von Medienberichten und die Modellierung von Herdenverhalten.
Das primäre Ziel ist es aufzudecken, dass Finanzanalysten – beeinflusst durch Printmedien – zum Herdenverhalten neigen, und dieses Verhalten mit rationalen Motiven wie Reputationsschutz und Karriereinteressen zu begründen.
Die Arbeit stützt sich primär auf eine Literaturanalyse bestehender Studien sowie auf die Erläuterung und Interpretation von Regressionsanalysen, die statistische Zusammenhänge zwischen Berichterstattung und Analystenverhalten prüfen.
Im Hauptteil werden theoretische Annahmen zur Informationsverarbeitung, die Tätigkeitsmerkmale von Analysten, spezifische Modelle des Herdenverhaltens und die empirischen Ergebnisse zum Einfluss von Medien und Unsicherheit auf die Analystentätigkeit diskutiert.
Finanzanalysten, Herdenverhalten, Behavioral Finance, Kapitalmarkt, Informationskaskaden und News Analytics sind die prägenden Begriffe der Arbeit.
Ansteigende Marktunsicherheit erhöht den Druck auf Analysten, rechtzeitige Signale zu liefern, was wiederum den Anreiz zum Herdenverhalten verstärkt, da sie sich in Richtung der Konsensmeinung absichern möchten.
Medien können sowohl als auslösender Faktor für Herdenverhalten wirken, indem sie die öffentliche Stimmung prägen, als auch eine stabilisierende Rolle einnehmen, indem sie Informationen aggregieren und Kaskaden durch neue Fakten auflösen können.
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