Masterarbeit, 2018
45 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau und Methodik
2 Das Zeitalter des Rokoko
2.1 Epochale Eingrenzung
2.2 Frauenbild und Darstellung des Weiblichen in der Kunst
2.3 Liebesdarstellung in Kunst und Literatur
2.3.1 Liebesdarstellungen im Sinne der Philia
2.3.2 Liebesdarstellungen im Bereich des Eros
3 Pittonis Werke
3.1 Bacchus und Ariadne
3.1.1 Mythologischer Hintergrund
3.1.2 Frauenbild und Liebesdarstellung
3.2 Die Opferung der Polyxena
3.2.1 Mythologischer Hintergrund
3.2.2 Frauenbild und Liebesdarstellung
3.3 Vergleich der beiden Werke
3.4 Vergleich zu Darstellungen des Weiblichen in den Werken anderer Künstler
4 Conclusio
Die Arbeit untersucht das Frauenbild sowie die Darstellung von Liebe in der Kunst des Rokoko und analysiert, wie diese Aspekte in ausgewählten Werken von Giovanni Battista Pittoni zum Ausdruck kommen. Dabei wird der sozio-historische Kontext der Epoche betrachtet, um die künstlerische Entwicklung im Verhältnis zu vorangegangenen und nachfolgenden Strömungen einzuordnen.
Die Opferung der Polyxena
Das Opfer der Polyxena zeigt die totale Unterordnung der Frau unter den Willen des Mannes einerseits und die Opferbereitschaft und Selbstaufgabe der Frau andererseits. Polyxena reiht sich ein in die Liste antiker mythologischer Frauen, die beinahe oder tatsächlich geopfert wurden – sei es aus Rachsucht der Götter (wie es bei Iphigenie der Fall war) oder als Opfer an die Götter bzw. Gott, wie es auch in der biblischen Geschichte vorkommt. Die antike Literatur nennt verschiedene Gründe für das Verlangen des Achill, Polyxena zu töten. Bei Euripides stellt Achill aus Rachsucht diese Forderung, da Polyxenas Bruder Hektor ihn auf dem Schlachtfeld getötet hat. Andere Quellen mutmaßen, dass sich hinter der Forderung das sexuelle Verlangen von Achill verbirgt, das Mädchen besitzen zu wollen. In jedem Fall wirft das Opfer ein barbarisches Licht auf die im weiteren geschichtlichen Verlauf verehrten Griechen, wie dies auch Pausanius im 2. Jahrhundert feststellte, indem er Homer lobte, diese Szene nicht in seiner Ilias erwähnt zu haben.
Auch im späteren Verlauf, vor allem während der Renaissance, in der die antiken Epen und mythologischen Gestalten so beliebt waren und verehrt wurden, war die Haltung gegenüber dieses antiken Stoffes ambivalent. In der Kunst der Spätantike und des Mittelalters wird Polyxena als furchtlos dargestellt, eine Frau, die Mut beweist und weibliche Tapferkeit zeigt, indem sie sich dem Willen der Griechen beugt.
Pittonis Interpretation des antiken Stoffes ist stark an Senecas Tragödie der Troades angelehnt sowie an die im europäischen Mittelalter verbreiteten Sagen von Dares und Dictys, fiktiver Soldaten während des Trojanischen Krieges. In dieser Version der Geschichte forderte Achill den Tod Polyxenas, weil er sie hatte zur Frau nehmen wollen, bevor er getötet wurde, und dieser Wunsch auch nach dem Tod fortbesteht.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Frauendarstellung in der Kunst ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2 Das Zeitalter des Rokoko: Dieses Kapitel erläutert die epochalen Merkmale des Rokoko, den sozio-historischen Kontext des Frauenbildes und die verschiedenen Formen der Liebesdarstellung.
3 Pittonis Werke: Hier werden die Gemälde „Bacchus und Ariadne“ und „Die Opferung der Polyxena“ sowie deren mythologische Hintergründe und Frauenbilder detailliert analysiert und verglichen.
4 Conclusio: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und ordnet die Werke Pittonis in den kunsthistorischen Kontext der Rokoko-Epoche ein.
Rokoko, Frauenbild, Liebesdarstellung, Mythologie, Malerei, Giovanni Battista Pittoni, Philia, Eros, Ikonographie, Aufklärung, Sinnlichkeit, Verführung, Geschlechterrollen, Arkadien, Kunstgeschichte.
Die Arbeit analysiert die Darstellung von Frauen und Liebe in der Kunst des Rokoko, unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen Stellung der Frau in dieser Epoche.
Zu den zentralen Themen gehören das sich wandelnde Frauenbild, die Unterscheidung zwischen Philia und Eros als Liebeskonzepte sowie die Interpretation mythologischer Stoffe.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das Frauenbild in der Kunst des Rokoko widerspiegelt und inwiefern dies eine Abgrenzung zu anderen Epochen ermöglicht.
Die Arbeit nutzt einen systematischen kunsthistorischen Ansatz, der sozio-historische Hintergründe mit der ikonographischen Analyse von Gemälden verbindet.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Zeitalter des Rokoko, den theoretischen Grundlagen der Liebesdarstellung und der praktischen Analyse zweier zentraler Werke von Giovanni Battista Pittoni.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Rokoko, Frauenbild, Liebesdarstellung, Mythologie sowie die Konzepte der philischen und erotischen Liebe.
Es dient als Fallbeispiel, um die unterschiedliche künstlerische Interpretation von Unterordnung, Tugend und dem Schicksal der Frau im 18. Jahrhundert aufzuzeigen.
Während im französischen Rokoko oft eine explizite Frivolität und das Schäferidyll im Vordergrund standen, blieb die italienische Malerei der Zeit stärker dem Pathos der mythologischen Antike verhaftet.
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