Examensarbeit, 2002
94 Seiten, Note: 1,7
1. Integrationstheorien
1.1. Definition des Begriffs „Integration“
1.2. Darstellung zweier konkurrierender Integrationstheorien
1.2.1. Funktionalismus/ Neofunktionalismus
1.2.2. Intergouvernementalismus
1.3. Konkurrierende Hypothesen für die empirische Bearbeitung
2. Darstellung und kritische Beurteilung der Asylsituation in der Bundesrepublik Deutschland, der V. Französischen Republik und im Vereinigten Königreichvon Großbritannien und Nordirland
2.1. Die Bundesrepublik Deutschland
2.1.1. Entwicklung bis heute
2.1.2. Basis der Rechtsgewährung
2.1.3. Verfahren
2.1.4. Rechtlicher und gesellschaftlicher Status von Asylbewerbern
2.1.5. Staatsangehörigkeit und Einbürgerung
2.2. Die V. Französische Republik
2.2.1. Entwicklung bis heute
2.2.2. Basis der Rechtsgewährung
2.2.3. Verfahren
2.2.4. Rechtlicher und gesellschaftlicher Status von Asylbewerbern
2.2.5. Staatsangehörigkeit und Einbürgerung
2.3. Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland
2.3.1. Entwicklung bis heute
2.3.2. Basis der Rechtsgewährung
2.3.3. Verfahren
2.3.4. Rechtlicher und gesellschaftlicher Status von Asylbewerbern
2.3.5. Staatsangehörigkeit und Einbürgerung
2.4. Vergleich
3. Die Situation der EU-Asylpolitik
3.1. Die Anfänge
3.1.1. Schengen und Dublin
3.1.2. Der Vertrag von Maastricht
3.2. Der Vertrag von Amsterdam
3.3. Aktuelle Situation
3.4. Bewertung
4. Die EU-Asylpolitik im Hinblick auf die Integration der Union
4.1. Hypothesen
4.2. Situation der EU bei der Aushandlung des Amsterdamer Vertrages
4.2.1. Präferenzstrukturen der wichtigsten Beteiligten
4.2.1.1. Die Bundesrepublik Deutschland
4.2.1.2. Die V. Französische Republik
4.2.1.3. Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland
4.2.1.4. Die Kommission und das Europäische Parlament
4.2.2. Spill-over und Spill-backs
4.2.2.1. Asylpolitik
4.2.2.2. Visapolitik
4.2.2.3. Einwanderungs- und Einbürgerungspolitik
4.3. Beurteilung durch die theoretischen Ansätze
4.3.1. Neofunktionalistische Sichtweise
4.3.2. Intergouvernementalistische Sichtweise
4.4. Bewertung
5. Kritische Reflexion der Analysekraft der theoretischen Ansätze
5.1. Problembereiche der beiden theoretischen Ansätze
5.2. Integrationstheoretische Perspektiven
Die Arbeit untersucht den Integrationsgrad der Asylpolitik innerhalb der Europäischen Union und analysiert, ob dieser Politikbereich in den supranationalen Bereich integriert wurde oder ob es sich lediglich um eine lose zwischenstaatliche Zusammenarbeit handelt. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit theoretische Ansätze wie der Neofunktionalismus und der Intergouvernementalismus geeignet sind, die Entwicklungen der EU-Asylpolitik zu erklären.
Funktionalismus/ Neofunktionalismus
Der Funktionalismus stellt eine Theorieschule in der Internationalen Politik dar. Der Begründer und Hauptvertreter ist David Mitrany. In Bezug und Abgrenzung zum Föderalismus postuliert er eine Methode zur internationalen Integration, die sich an funktionalen Elementen orientiert. Eine Liga als Integrationsziel beurteilt er als zu lose, während die Idee der föderalen Organisation ihm zu eng erscheint. Es soll eine Art internationaler Regierung geschaffen werden, deren Arbeit und Aufbau sich direkt an den internationalen Aktivitäten orientiert. Die Funktion allein, frei von theoretischen, ideologischen oder gouvernementalen Prämissen, soll die Form determinieren (Mutimer 1994, 21).
Der Integrationsmotor im Funktionalismus stellt die Dynamik der internationalen Probleme mit staatenübergreifendem Inhalt dar. Dadurch, dass sich moderne Staaten, wie zum Beispiel im Bereich der Sicherheits-, Wirtschafts- oder Umweltpolitik mit Problemen konfrontiert sehen, die sie nicht allein, sondern nur in Zusammenarbeit mit anderen Staaten bewältigen können, kommt Kooperation und somit Integration zustande. Die logische Antwort des Funktionalismus auf diese Situation ist die Errichtung von Institutionen, die sich der spezifischen Problembereiche annehmen und auch mit Kompetenzen für diese umgrenzten Bereiche ausgestattet werden (Mutimer 1994, 22/23), aber auch nur so viele Institutionen wie gerade nötig sind, die anstehenden Aufgaben zu erfüllen (Chryssochoou/Tsinisizelis/ Stavridis/Ifantis 1999, 9).
1. Integrationstheorien: Einführung in die zentralen Begriffe und Theorien wie Funktionalismus und Neofunktionalismus sowie den Intergouvernementalismus zur Analyse von Integrationsprozessen.
2. Darstellung und kritische Beurteilung der Asylsituation in der Bundesrepublik Deutschland, der V. Französischen Republik und im Vereinigten Königreichvon Großbritannien und Nordirland: Detaillierte Analyse der nationalen Asylgesetzgebungen, Verfahrensabläufe und Einbürgerungspraktiken in den drei untersuchten Staaten.
3. Die Situation der EU-Asylpolitik: Untersuchung der historischen Entwicklung der europäischen Zusammenarbeit in Asylfragen, insbesondere durch die Schengener Abkommen und die Verträge von Maastricht und Amsterdam.
4. Die EU-Asylpolitik im Hinblick auf die Integration der Union: Anwendung der theoretischen Ansätze auf die empirischen Daten der EU-Politik, um Integrationsdruck und Verhandlungsmotive der Akteure zu bewerten.
5. Kritische Reflexion der Analysekraft der theoretischen Ansätze: Reflexion über die Stärken und Grenzen der verwendeten Theorien sowie Ausblick auf weitere theoretische Perspektiven wie den Liberalen Intergouvernementalismus.
Europäische Union, Asylpolitik, Integrationstheorie, Neofunktionalismus, Intergouvernementalismus, Asylrecht, Drittstaatenregelung, Binnenmarkt, Spill-over, Harmonisierung, Schengener Abkommen, Dubliner Übereinkommen, Staatsangehörigkeit, Einwanderungspolitik.
Die Arbeit analysiert die Integrationsbemühungen der Europäischen Union im Bereich der Asylpolitik und bewertet diese anhand politikwissenschaftlicher Integrationstheorien.
Die zentralen Felder sind die nationalen Asylsysteme der drei wichtigsten EU-Staaten sowie deren Harmonisierung auf EU-Ebene durch internationale Abkommen und Verträge.
Das Ziel ist aufzuzeigen, ob die EU einen Weg zu echter Integration in der Asylpolitik eingeschlagen hat oder ob lediglich eine lose zwischenstaatliche Zusammenarbeit besteht.
Es erfolgt eine vergleichende Analyse sowie die theoretische Anwendung des Neofunktionalismus und des Intergouvernementalismus auf empirische Faktenlagen der europäischen Politik.
Der Hauptteil umfasst sowohl die detaillierte Darstellung der nationalen Asylsituationen (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) als auch die theoretische Einordnung der EU-weiten Entwicklung.
Schlüsselwörter sind unter anderem Asylpolitik, Integration, Spill-over, supranationale Organisation und intergouvernementale Zusammenarbeit.
Die deutsche Asylpraxis zeichnet sich besonders durch den verfassungsrechtlichen Anspruch auf ein individuelles Asylverfahren aus, der über den Standard in den anderen beiden untersuchten Ländern hinausgeht.
Der Amsterdamer Vertrag markiert einen bedeutenden Schritt, da er die Asyl- und Einwanderungspolitik in den gemeinschaftlichen Rahmen (die erste Säule) der EU überführte, wenngleich er noch nicht zur vollständigen materiellen Angleichung führte.
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