Bachelorarbeit, 2019
27 Seiten, Note: 1
1. Transkulturalität und Interkulturelle Kommunikation
2. Einführung in die Jazz-Geschichte
3. Der Jazz in der UdSSR
3.1. Die Musik ist unter Kontrolle
3.2. Die erste Begegnung mit dem Jazz in der Sowjetunion
3.2.1. Die Vermittlung des Jazz
4. Die gesellschaftlich-politische Aufnahme des Jazz
4.1. Die sorgenfreie Zeit des Jazz
4.1.1. Die kulturelle Elite der UdSSR
4.1.2. Die Jazzband auf der Theaterbühne
4.2. Der Jazz und der ideologische Hintergrund
4.2.1. Terror und Hungersnot
4.2.2. Keine Freiheit in der Kultur
4.2.3. Kurze Entspannung zwischen 1932-1936
4.2.4. 1936-1941: Die Säuberungspolitik
4.2.5. Eiserner Vorhang
5. Der sowjetische Jazz und seine Vertreter
5.1. Die Jazztöne der Parnach-Band
5.1.2. Leopold Teplitski
5.2. Weitere Schritte zu dem sowjetischen Jazz
5.2.1. Tsfasman und AMA Jazzband
5.2.2. Leonid Utesow und der Thea-Jazz
5.2.3. Tänze zu Jazzmelodien
5.2.4. Das Staatliche Jazzorchester der UdSSR
5.3. Neue Entwicklungsstufe
5.3.1. Die Stiliagi
Die vorliegende Arbeit untersucht die Prozesse des Kulturtransfers zwischen den USA und der Sowjetunion am Beispiel des Jazz. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie der Jazz in der UdSSR rezipiert wurde und welche Resonanz diese Musikrichtung in der sowjetischen Gesellschaft vor dem Hintergrund politischer Repression und kultureller Ideologiebildung hervorrief.
4.2.2. Keine Freiheit in der Kultur
„Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“ (Starr 1990:77) lautete der Slogan der nationalen Politik. 1928 wurde auch die Kultur der Sowjetunion einer strengen Zensur unterworfen. Das Hauptziel zwischen 1928 und 1932 war, Russland von den westlichen Einflüssen in allen Lebensbereichen zu befreien und eine ideologisch richtige Kunst, vor allem Musik zu erfinden. Aus diesem Grund wurde die bereits 1925 gegründete Vereinigung Proletarischer Musiker von dem Zentralkomitee offiziell akzeptiert. Daraus gingen neue Regelungen hervor, die besagten, dass sowohl Privatorganisationen als auch Amateurgruppen aus der kulturellen Szene gebannt werden mussten.
Bald wurde der Jazz seitens der Organisation angegriffen. Als Grundlage für die Argumente gegen ihn diente der Essay „Über die Musik der Degeneration“ des Schriftstellers Maxim Gorki. Obwohl er einige Jahre bis 1928 in der Emigration in Italien verbracht hatte, kam er mit der westeuropäischen Gesellschaft nicht zurecht, weswegen sein Artikel mit Hass gegen den Westen erfüllt war. Gorkis Meinung nach wurden der Jazz und der Foxtrott nur von Degenerierten, die ein frivoles Leben führten, geliebt. Außerdem sah Gorki im Jazz ein Mittel der Kapitalisten, die mit der Musik das Volk manipulierten, um ihre Herrschaft zu verstärken. Bald wurde diese Aussage zur offiziellen Position der sowjetischen Regierung. So wurde der Jazz offiziell verboten (Starr 1990:77-86).
1. Transkulturalität und Interkulturelle Kommunikation: Vorstellung der theoretischen Grundlagen nach Welsch und Lüsebrink zur Analyse interkultureller Verflechtungen.
2. Einführung in die Jazz-Geschichte: Kurzer Überblick über die Ursprünge und stilistischen Merkmale des Jazz in den USA.
3. Der Jazz in der UdSSR: Untersuchung der verzögerten Verbreitung der Musik aufgrund von Krieg, Isolation und staatlicher Kontrolle.
4. Die gesellschaftlich-politische Aufnahme des Jazz: Analyse der wechselhaften Phasen zwischen Duldung durch die NEP, ideologischer Verfolgung und staatlichen Anpassungsversuchen.
5. Der sowjetische Jazz und seine Vertreter: Porträtierung prägender Musiker und Orchester sowie der Einfluss der Stiliagi-Subkultur.
6. Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse zur Rolle des Jazz als sprachliches Phänomen des Volkes trotz politischer Widerstände.
Jazz, UdSSR, Kulturtransfer, Transkulturalität, Interkulturalität, Sowjetunion, Walentin Parnach, Alexander Tsfasman, Leonid Utesow, Stiliagi, Zensur, Musikgeschichte, Ideologie, Jazzorchester, Musik.
Die Arbeit analysiert den Kulturtransfer des Jazz von den USA in die Sowjetunion und untersucht, wie die neue Musikrichtung trotz ideologischer Widerstände in der UdSSR rezipiert wurde.
Die Arbeit behandelt die Geschichte des Jazz, die politische Instrumentalisierung von Kunst, die Rolle staatlicher Zensur und die Entwicklung sowjetischer Jazz-Ensembles.
Das Hauptziel ist es zu verstehen, wie der Jazz in der UdSSR aufgenommen wurde und welche gesellschaftlichen Resonanzen er in einem politisch kontrollierten Umfeld hervorrief.
Es werden theoretische Konzepte der Transkulturalität von Wolfgang Welsch und der interkulturellen Kommunikation von Hans-Jürgen Lüsebrink als Analysemethodik herangezogen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Vermittlungsprozesse, der politisch-gesellschaftlichen Bedingungen unter dem stalinistischen Regime sowie die Vorstellung maßgeblicher Musiker und Subkulturen.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Jazz, Kulturtransfer, UdSSR, Stiliagi, ideologische Zensur und künstlerische Adaption.
Die Reaktion war zwiegespalten: Während der NEP-Ära wurde Jazz teilweise geduldet, später jedoch unter Stalin als "dekadent" gebrandmarkt, verboten und durch staatliche Orchester zu ersetzen versucht.
Zu den prägenden Persönlichkeiten zählen Walentin Parnach als Pionier, Alexander Tsfasman als Bandleader der AMA-Jazzband und Leonid Utesow, der den theatralischen Jazz populär machte.
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