Bachelorarbeit, 2019
47 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Migration
2.1 Definition
2.2 Historie der Gastarbeiter*innen in Deutschland
2.3 Motive für die Auswanderung aus der Türkei
3. Beeinflusst der Migrationshintergrund den Bildungserfolg?
3.1 Definition von Bildung und Bildungserfolg
3.2 Bildungssituation von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland
3.3 Gründe für die Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund
4. Integration von Kindern mit Migrationshintergrund in die Grundschule
4.1 Das deutsche Schulsystem und der Selektionsprozess
4.2 Grundschule und Anforderungen
4.3 Möglichkeiten zur Integration von Kindern mit Migrationshintergrund in die Grundschule
5. Bipoli
5.1 Geschichte der bipoli e.V.
5.2 Ziele und Ablauf der Hausaufgabenhilfe
5.3 Wodurch fördert bipoli e. V. die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund in die Grundschule?
6. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Bildungssituation von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland und analysiert spezifische Hindernisse sowie bestehende Integrationsmöglichkeiten im deutschen Grundschulsystem mit einem besonderen Fokus auf die Arbeit des Vereins "bipoli e.V.".
Die Bildungssituation von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschland
Die Grundschule ist nach dem Kindergarten die erste Bildungsinstitution, die Kindern Erfahrungen bezüglich des Schulsystems bietet. Zudem ist sie die erste Bildungseinrichtung, deren Besuch nach dem Abkommen zwischen den Ländern der Bundesrepublik Deutschland – zur Vereinheitlichung des Schulwesens – verpflichtend ist (vgl. Staatliche Schulämter Hessen in Hessen: Unser Kind wird eingeschult). Die Grundschulzeit beinhaltet zum einen den Übergang von dem Kindergarten in die Schule und zum anderen die Selektion der Schüler*innen nach der vierten Klassenstufe (vgl. Schultheis, 2012, S.196). Auf den Selektionsprozess wird in Punkt 4.1 näher eingegangen.
Studien zufolge sind ethnische und soziale Herkunftsaspekte ausschlaggebend für den Bildungserfolg. Gerade bei Kindern mit Migrationshintergrund ist dieser Faktor gravierend und sie sind im deutschen Bildungssystem deutlich benachteiligt (vgl. Schultze, 2007, S. 3), auch wenn die Benachteiligung sich in den vergangen Jahren verringert hat (vgl. Kerstin Göbel und Petra Buchwald, 2017, S.176). Seit Veröffentlichung der PISA-Studie im Jahr 2000 und der ersten IGLU-Studie (2003) ist klar, dass das Schulsystem nicht leistet, was es leisten sollte und was für die Entwicklung von zukunftsfähigen und gut ausgebildeten jungen Menschen wichtig ist. Diese jungen Menschen sollen nämlich auf die Herausforderungen und Schwierigkeiten der Arbeitswelt vorbereitet werden (vgl. Stotz, 2007, S. 4). Anhand der Statistiken wird deutlich, dass Kinder mit Migrationshintergrund im Vergleich zu Gleichaltrigen seltener in einen Kindergarten gehen. Zudem bekommen sie nach der Grundschule seltener eine Empfehlung für das Gymnasium und schneiden im Lesen, im Fach Mathematik und den Naturwissenschaften schlechter ab (vgl. Lokhande, 2016, S. 3f).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Einwanderung in Deutschland und leitet die Forschungsfrage hinsichtlich der Integrationsunterstützung durch den Verein bipoli e.V. ab.
2. Migration: Dieses Kapitel definiert den Migrationsbegriff, erläutert die Historie der Gastarbeiter*innen in der Bundesrepublik und analysiert die Motive für die Auswanderung aus der Türkei.
3. Beeinflusst der Migrationshintergrund den Bildungserfolg?: Hier werden Begriffe wie Bildungserfolg definiert und die soziologischen Hintergründe der Bildungsbenachteiligung, insbesondere durch familiäre Prägungen und sprachliche Faktoren, untersucht.
4. Integration von Kindern mit Migrationshintergrund in die Grundschule: Dieses Kapitel thematisiert den Selektionsprozess im Schulsystem, die schulischen Anforderungen im Fach Deutsch und zeigt Möglichkeiten der Integrationsförderung auf.
5. Bipoli: Die Geschichte, Zielsetzungen und pädagogische Konzeption des Vereins bipoli e.V. werden vorgestellt, um die praktische Integrationsarbeit durch Hausaufgabenhilfe und Sprachförderung zu veranschaulichen.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle von sozialen Initiativen sowie die Notwendigkeit von Reformen für eine erfolgreiche schulische Integration.
Migration, Gastarbeiter, Migrationshintergrund, Bildungserfolg, Grundschule, Integrationspolitik, Sprachförderung, Hausaufgabenhilfe, Bildungsbenachteiligung, Bipoli e.V., soziale Herkunft, Kapitaltheorie, Schulerfolg, Chancengleichheit, Selektionsprozess
Die Arbeit befasst sich mit der Bildungssituation von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Grundschulsystem und untersucht, wie diese Kinder bei ihrer schulischen Integration unterstützt werden können.
Die Arbeit behandelt die Migrationsgeschichte, soziologische Theorien zur Bildungsbenachteiligung, das deutsche Schul- und Selektionssystem sowie die praktische pädagogische Arbeit von Hausaufgabenhilfeprojekten.
Das Hauptziel ist es zu analysieren, durch welche spezifischen Maßnahmen der Verein "bipoli e.V." die schulische Integration und den Bildungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund fördert.
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die auf einer Literaturanalyse basiert und durch eigene Praxiserfahrungen sowie die Auswertung von Fallbeispielen (Diktat und Arbeitsblatt) ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Migrationsfolgen und Bildungstheorien sowie eine detaillierte Beschreibung und Analyse der Konzeption und Praxis des Vereins bipoli e.V.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Migration, Bildungserfolg, Sprachförderung, soziale Herkunft, Hausaufgabenhilfe und Integration in das Grundschulsystem.
Die Autorin nutzt insbesondere die Theorien von Boudon (primäre und sekundäre Herkunftseffekte) sowie Pierre Bourdieus Kapitaltheorie, um zu erklären, wie familiäre Ressourcen den Bildungserfolg beeinflussen.
Die Autorin zeigt auf, dass spezifische Schreibweisen oder Fehler (wie die lautgetreue Schreibung nach türkischer Orthografie) oft auf die Sprachlernbiografie des Kindes zurückzuführen sind und nicht zwingend eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie) darstellen.
Der Fokus liegt bei bipoli explizit auf einer ganzheitlichen Förderung, die neben der Unterstützung bei Hausaufgaben auch Sprachförderung, die Stärkung sozialer Kompetenzen und eine bewusste Beziehungsgestaltung zwischen Leitung und Kindern umfasst.
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