Bachelorarbeit, 2019
30 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Vor Auschwitz
2.1 Kindheit und Jugend
2.2 Studium
3. Medizin und NS-Ideologie
4. In Auschwitz
4.1 Wie kam Mengele nach Auschwitz?
4.2 Welche Aufgaben übernahm Mengele in Auschwitz?
4.2.1 Grundlagen
4.2.2 Quellenlage
4.3 Welche Verbrechen beging Josef Mengele in seiner Zeit in Auschwitz?
4.3.1 Selektionen
4.3.2 Medizinische Versuche
4.3.3 Exzesstaten
5. Wer war Josef Mengele?
6. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Person Josef Mengele mit dem Ziel, der Beantwortung der Forschungsfrage "War Josef Mengele ein Arzt ohne Gewissen?" näherzukommen, indem sie sein Leben, seine Tätigkeit in Auschwitz und die zeitgeschichtlichen Hintergründe beleuchtet.
4.3.2 Medizinische Versuche
Klee behauptet, für Mengele sei der Selektionsvorgang ganz selbstverständlich gewesen: Aus seiner Sicht ist (...) Auschwitz-Birkenau (..) das größte Genetiklabor der Welt, tagtäglich werden die menschlichen Meerschweinchen angeliefert: Zwillingspaare, Kleinwüchsige, Verkrüppelte, allesamt Objekte für die Erbbiologische Zentralsammlung des KWI in Berlin. Was zunächst sehr reißerisch klingt, ist als Tatsache anzusehen, denn genau diese Aussage wird durch die Taten Mengeles bestätigt. Natürlich sind die Zeugenaussagen mit Vorsicht zu genießen, jedoch gibt es Überschneidungen und es ist bekannt, dass Beweismaterial an das KWI nach Berlin übersandt wurde (z. B. abgeschnittenen Kinderköpfe, Blutproben, sezierte Augäpfel etc.).
In dem Haftbefehl von 1981 lautet der dritte Anklagepunkt: ‚Medizinische Versuche‘. Das oben angeführte Zitat gibt Auskunft darüber, welche Interessengebiete Mengele bezüglich seines ‚Forschungsmaterials‘ hatte: Aus diesem wählte er zumeist Zwillinge oder Menschen mit zwergenhaftem Wuchs oder anderen Anomalien aus. Was Mengele von nun an von anderen Lagerärzten unterschied, sei das eigenständige Forschungsinteresse gewesen, aus dem heraus er Versuche an den Lagerinsassen verübte, die nicht von der SS oder anderen Dienststellen in Auftrag gegeben wurden.
Die Bandbreite der medizinischen Versuche scheint endlos, im Haftbefehl umfassen diese Vorwürfe acht Seiten. Dies ist der Grund, aus dem Auslassungen toleriert werden müssen. In diesem Fall wird speziell auf die Zwillingsversuche eingegangen, weil diese die größte Bandbreite umfassen und am meisten Informationen darüber vorhanden sind.
Mengeles Interessen seien zum Teil medizinischer, in erster Linie jedoch anthropologisch wissenschaftlicher Natur gewesen. Infolgedessen, dass Auschwitz keinerlei Einschränkungen bot, was die Mittel des Erkenntnisgewinns betrifft, bot sich eine seltene Gelegenheit für die Zwillingsforschung, die von besonderem Interesse für die Erblehre war. Hier konnten gleichzeitig Zwillinge obduziert werden. Dies war natürlich nur möglich, wenn beide Zwillingspartner hierfür zur Verfügung standen. Was bedeutete: „Wann immer ein Zwilling an einer Krankheit starb, wurde sein Geschwister getötet, um eine ‚vergleichende Sektion‘ durchführen zu können.“ Dies bestätigt die Aussage einer Zeugin, die in der Schreibstube des Krankenreviers arbeitete: „Es fiel mir auf, daß im Falle eines natürlichen Todes eines der Zwillinge eine Meldung über den Tod des zweiten Zwillings nach ein paar Stunden zu mir kam.“
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Problematik der Quellenlage und formuliert das Ziel, der Frage nach Mengeles Gewissen nachzugehen.
2. Vor Auschwitz: Dieses Kapitel behandelt Mengeles Kindheit, Jugend und sein Studium, um erste Bezüge zur NS-Ideologie und eine Grundlage für die weitere Arbeit zu schaffen.
3. Medizin und NS-Ideologie: Das Kapitel bietet einen Überblick über das Zusammenwirken von Medizin und Ideologie im Dritten Reich und deren Einfluss auf Mengeles wissenschaftliche Anschauungen.
4. In Auschwitz: Dieses zentrale Kapitel analysiert Mengeles Ankunft, seine Aufgaben, die spezifische Quellenlage sowie die begangenen Verbrechen, unterteilt in Selektionen, medizinische Versuche und Exzesstaten.
5. Wer war Josef Mengele?: Hier wird versucht, sich der Person Mengele anzunähern und die vielschichtigen Faktoren zu beleuchten, die sein Handeln als Arzt und Mensch ermöglichten.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Beantwortung der Forschungsfrage und zieht eine persönliche Bilanz zur Verantwortung des Menschen.
Josef Mengele, Auschwitz, NS-Medizin, Konzentrationslager, Medizinische Versuche, Selektion, Rassenhygiene, Nationalsozialismus, Zwillingsforschung, Eugenik, Menschenverbrechen, SS-Arzt, Zeitgeschichte, Gewissen, Ethik.
Die Arbeit befasst sich mit der Person Josef Mengele im Kontext seiner Zeit als KZ-Arzt in Auschwitz und untersucht kritisch sein Handeln sowie die Frage, ob er als "Arzt ohne Gewissen" bezeichnet werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf Mengeles Biografie vor Auschwitz, der Verflechtung von NS-Ideologie und Medizin, den spezifischen Verbrechen in Auschwitz (einschließlich Selektionen und Menschenversuchen) sowie der Analyse seiner Persönlichkeitsstruktur.
Das primäre Ziel ist es, eine differenzierte Antwort auf die Forschungsfrage "War Josef Mengele ein Arzt ohne Gewissen?" zu finden, unter Berücksichtigung der komplexen historischen und persönlichen Faktoren.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Zeugenaussagen, Haftbefehlen und autobiografischen Aufzeichnungen, um ein Bild der Taten und der Person Mengele zu rekonstruieren.
Der Hauptteil analysiert detailliert Mengeles Aufgaben in Auschwitz, seine Rolle bei Selektionen, seine medizinischen Versuche an Häftlingen – insbesondere an Zwillingen – sowie die ihm vorgeworfenen sogenannten Exzesstaten.
Die zentralen Begriffe umfassen Josef Mengele, Auschwitz, NS-Medizin, Medizinische Versuche, Selektion, Rassenhygiene, Eugenik und die Frage nach der menschlichen Verantwortung.
Die Arbeit stellt dar, dass Mengele Auschwitz als "Genetiklabor" nutzte und Zwillinge als bloße Objekte für anthropologisch-wissenschaftliche Zwecke betrachtete, wobei er für "vergleichende Sektionen" sogar den Tod des Geschwisters in Kauf nahm oder herbeiführte.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die NS-Ideologie Mengele als Rechtfertigung für seine Taten diente, wobei er – als hochgebildeter, aber ideologisch verblendeter Mensch – wissenschaftliche Forschung skrupellos über ethische Bindungen stellte.
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