Examensarbeit, 2015
53 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung: Ein bayerischer Sonnenkönig?
2. Politikwissenschaftlicher Forschungsstand und theoretischer Rahmen
3. Chancen und Grenzen des Ministerpräsidentenamtes in Bayern
3.1 Zum zeitgeschichtlichen Hintergrund des Ministerpräsidentenamtes
3.2 Zu den strukturellen Kontextbedingungen des Ministerpräsidentenamtes
3.2.1 Regierungschef und Staatsoberhaupt
3.2.2 Wahl und Abberufbarkeit
3.2.3 Aufgaben und Kompetenzen
3.2.4 Zum Ministerpräsidenten im Mehrebenensystem
3.2.5 Zwischenfazit zu den strukturellen Kontextbedingungen des Ministerpräsidentenamtes
3.3 Zu den sozialen Kontextbedingungen des Ministerpräsidentenamtes
3.3.1 Zum Einfluss der Bevölkerung und der politischen Kultur
3.3.1.1 Politische Kultur: Begriffsklärung
3.3.1.2 Politische Kultur in Bayern und der Einfluss auf das Ministerpräsidentenamt
3.3.1.3 Aktuelle Trends und Herausforderungen für den Ministerpräsidenten
3.3.2 Zur Beziehung des Ministerpräsidenten und seiner Partei
3.3.3 Zur Komponente der Persönlichkeit des Ministerpräsidenten
3.3.3.1 Die persönlichen Eigenschaften des Ministerpräsidenten
3.3.3.2 Die Medien und der Ministerpräsident
3.3.4 Zwischenfazit zu den sozialen Kontextbedingungen des Ministerpräsidentenamtes
3.4 Abschließendes Fazit zur Machtfülle des bayerischen Ministerpräsidenten
3.5 Bayern – Eine Ministerpräsidentendemokratie?
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Machtstellung des bayerischen Ministerpräsidenten. Dabei wird analysiert, welche Chancen das Amt bietet, durch welche Grenzen es eingeschränkt wird und ob in Bayern, analog zur Kanzlerdemokratie auf Bundesebene, von einer Ministerpräsidentendemokratie gesprochen werden kann.
3.3.2 Zur Beziehung des Ministerpräsidenten und seiner Partei
Nachdem aufgezeigt wurde, welch wichtige Grundlage die politische Kultur Bayerns für den Ministerpräsidenten darstellt und wie er daraus Macht schöpfen kann, soll im Folgenden die Beziehung zur Partei im Mittelpunkt stehen. Bis auf Wilhelm Hoegner, der der SPD angehörte, sind bisher alle bayerischen Ministerpräsidenten von der CSU gestellt worden. Zwischen 1947 bis 1950, 1966 bis 2008 und seit 2013 regiert die CSU dabei mit absoluter Mehrheit (Glaab/Weigl 2013: 77). Wie ist die Sonderstellung der CSU zu erklären und welche Auswirkungen hat dies für den Ministerpräsidenten? Zunächst soll geklärt werden, was eine Partei laut Definition überhaupt ist:
„Parteien sind auf Dauer angelegte Gruppen von gleich Gesinnten, die zum einen um gesellschaftlichen Einfluss bemüht sind, um die politische Willensbildung in ihrem Sinn zu unterstützen und die zum anderen auf staatlicher Ebene vornehmlich in Wahlen um Macht ringen, um gemeinsame politische Vorstellungen zu verwirklichen“ (Eilfort 2006: 208).
Der CSU ist es in Bayern auf ganz besondere Weise gelungen, die Gesellschaft zu beeinflussen und ihre Macht zu sichern. Dies geht sogar soweit, dass Alf Mintzel 1998 behauptete, jede „‚balance of power‘ scheint in Bayern auf lange Zeit außer Kraft gesetzt zu sein“ (Mintzel 1998: 15), vor allem aufgrund des jahrzehntelangen Ungleichgewichts von CSU-Übermacht und oppositioneller Ohnmacht. Erst in der Landtagswahl 2008 wurde die Alleinherrschaft der CSU gebrochen und sie musste eine Koalition mit der FDP eingehen. In der Landtagswahl von 2013 hatte die CSU jedoch schon wieder ihre absolute Mehrheit zurückerobert. Wie kam die CSU in die vorteilhafte Situation ihrer „Bastion Bayern“ (Mintzel 1998: 15) und warum scheinen für dieses Bundesland „die normalen Maßstäbe keine Geltung zu haben“ (Schmidt 1974: 7)?
1. Einleitung: Ein bayerischer Sonnenkönig?: Das Kapitel führt in die Thematik ein, indem es die mediale Inszenierung und die Machtfülle bayerischer Ministerpräsidenten wie Horst Seehofer, Edmund Stoiber und Franz Josef Strauß hinterfragt.
2. Politikwissenschaftlicher Forschungsstand und theoretischer Rahmen: Hier wird der theoretische Kontext abgesteckt und auf die bestehenden Forschungslücken in Bezug auf die Landespolitik und das Amt des Ministerpräsidenten hingewiesen.
3. Chancen und Grenzen des Ministerpräsidentenamtes in Bayern: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die strukturellen und sozialen Kontextbedingungen, die die Macht des Amtsinhabers prägen.
4. Fazit: Die Arbeit resümiert die Analyseergebnisse und bestätigt die herausragende, machtvolle Position des bayerischen Ministerpräsidenten in einer Ministerpräsidentendemokratie.
Bayerischer Ministerpräsident, CSU, Landespolitik, Machtfülle, Ministerpräsidentendemokratie, Politische Kultur, Regierungsstil, Richtlinienkompetenz, Staatskanzlei, Kooperativer Föderalismus, Landtagswahl, Landesvater, Alleinherrscher, Persönlichkeit, Regierungskommunikation.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Machtstellung des bayerischen Ministerpräsidenten und untersucht die Rahmenbedingungen, die ein erfolgreiches Regieren in Bayern ermöglichen oder begrenzen.
Die zentralen Felder umfassen die verfassungsrechtliche Stellung des Amtes, den Einfluss der politischen Kultur in Bayern, die Rolle der CSU als dominierende Partei sowie die Persönlichkeit des jeweiligen Ministerpräsidenten.
Das Ziel ist es zu klären, welche Faktoren zur Machtfülle des Amtes beitragen und ob man in Bayern – in Anlehnung an die Kanzlerdemokratie – von einer Ministerpräsidentendemokratie sprechen kann.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die politikwissenschaftliche Forschungsstände und verfassungsrechtliche Gegebenheiten sowie soziale Kontextbedingungen systematisch auswertet.
Im Hauptteil werden sowohl strukturelle Kontextbedingungen (z.B. Aufgaben, Befugnisse) als auch soziale Bedingungen (z.B. politische Kultur, Beziehung zur Partei, Medieneinfluss) intensiv beleuchtet.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "CSU-Hegemonie", "Landesvater", "Alleinherrscher", "Ministerpräsidentenprinzip" und "politische Kultur" definiert.
Die CSU agiert als hegemoniale Partei in Bayern. Die enge Verknüpfung zwischen dem Amt des Ministerpräsidenten und dem Parteivorsitz der CSU (häufig in Personalunion) stärkt die Machtfülle des Regierungschefs erheblich.
Während auf Bundesebene oft Koalitionen und eine institutionelle Trennung zwischen Staatsoberhaupt und Regierungschef prägend sind, vereint der bayerische Ministerpräsident durch das Fehlen eines eigenständigen Staatspräsidenten mehr Funktionen und profitiert von einer oft dominierenden Einparteienherrschaft der CSU.
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