Bachelorarbeit, 2016
50 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
Einleitung
1. Relevanz des Themas und Stand der Forschung
1.1 Zusammenfassung bisheriger Untersuchungen
1.2 Begriffsklärungen
2. Verfassungsrechtliche Aspekte
2.1 Finanzierung des deutschen Schulwesens
2.2 Rechtliche Vorgaben der Bundesländer für Schulsponsoring
2.3 Neue Bildungspläne für allgemeinbildende Schulen in Baden-Württemberg
2.4 Konkretisierung des Forschungsinteresses und Forschungsfragen
3. Methodischer Ansatz der Untersuchung
3.1 Die Grounded Theory als Forschungsmethode
3.2 Zielsetzung der Grounded Theory
3.3 Das Theoretische Sampling als Auswahlverfahren
3.4 Schulleiter als Zielgruppe
3.5 Datenerhebung: Qualitative Leitfadeninterviews
3.6 Kodieren als analytischer Prozess
3.7 Kategorienbildung nach dem Paradigmatischen Modell
3.8 Prozessaspekte
4. Forschungsergebnisse
4.1 Integration von Unternehmen an Schulen erfolgt themenspezifisch
4.2 Unternehmen besitzen Erklärungskompetenz zu bestimmten Themenstellungen
4.3 Unternehmen präsentieren sich den Schülern als Arbeitgeber der Zukunft
4.4 Schulen akquirieren durch Kooperationen zusätzliche Ressourcen
4.5 Konsequenzen kommerzieller Aktivitäten an Schulen
5. Diskussion
Diese Bachelorarbeit untersucht die soziale Realität kommerzieller Aktivitäten an Schulen in Baden-Württemberg. Ziel ist es zu analysieren, in welchen Dimensionen diese Aktivitäten stattfinden und durch welche Mechanismen Kooperationen zwischen Schulen und wirtschaftlichen Akteuren zustande kommen, um personelle, materielle und finanzielle Defizite im Schulalltag zu kompensieren.
4.1 Integration von Unternehmen an Schulen erfolgt themenspezifisch
Für Schulen und deren Lehrkörper scheint es eine Herausforderung zu sein, neue und aktuelle Themen in ihren Unterricht zu integrieren. In diesem Zusammenhang wurden innerhalb der Interviews wiederholt die Themen Medienwandel, innovative Technologien der Naturwissenschaften, berufsspezifische Gesichtspunkte und wirtschaftliche Aspekte genannt. Die allgemeinbildenden Bildungspläne 2016 geben diese thematischen Schwerpunkte für allgemeinbildende Schulen vor (siehe Kapitel 2.3). Die zentrale Frage wird in Zukunft sein, wie Schulen den personellen und ressourcentechnischen Aufwand zur Integrierung des neuen Bildungsplans bewältigen können. Schulleitern ist in diesem Zusammenhang bekannt, dass verschiedene Unternehmen Fortbildungen für Lehrkräfte anbieten, darunter die ENBW, die Sparda-Bank, die Sparkasse und die IHK (Interview 4, Abs. 23; Interview 9, Abs. 27). Die Lehrkräfte und Schüler werden dabei mit direkter und indirekter Werbung von Unternehmen konfrontiert, indem Lehrer das Material im Rahmen dieser Fortbildungen in ihrer Schule verwenden. Dabei kann es sich sowohl um Firmenlogos wie auch um bestimmte Weltbilder der Unternehmen handeln (Interview 9, Abs. 33). Im Unterricht dient vor allem kostenloses Unterrichtsmaterial von Unternehmen den Lehrern dazu, zusätzliche Informationen über aktuelle Themen zu erhalten. Das Internet stellt dabei eine wichtige Datenquelle dar (Interview 5, Abs. 59). Solches Material ist meist aufwendig erstellt und sieht äußerlich hochwertig aus (Interview 10, Abs. 33). Es scheint allerdings die inhaltliche Ausgewogenheit des Materials über die Verwendung im Unterricht zu entscheiden. Demnach ist der Auswertungsprozess solcher Materialen essentiell. Im Falle einer einseitigen Beeinflussung der Schüler muss den Schulleitern zufolge innerhalb der Verwendung auch eine Gegenposition von den Lehrern aufgezeigt werden (Interview 7, Abs. 61). Daraus lässt sich schließen, dass eine Prüfung von kostenlosem Unterrichtsmaterial von Unternehmen stattfinden muss. Allerdings gibt es hierfür keine zentralen Regelungen innerhalb der Schulen.
1. Relevanz des Themas und Stand der Forschung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Kommerzialisierung von Schulen ein und gibt einen Überblick über den Stand der Forschung, primär aus dem US-amerikanischen Raum.
2. Verfassungsrechtliche Aspekte: Hier werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Schulsponsoring in Baden-Württemberg beleuchtet, einschließlich der Rolle der neuen Bildungspläne und der Finanzierungsstrukturen.
3. Methodischer Ansatz der Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert die Anwendung der Grounded Theory als Forschungsmethode und beschreibt das Design der qualitativen Experteninterviews mit Schulleitern.
4. Forschungsergebnisse: Die zentralen Erkenntnisse der Interviews werden hier analysiert, insbesondere die themenspezifische Integration von Unternehmen zur Kompensation von Defiziten.
5. Diskussion: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, reflektiert die Einschränkungen der Studie und gibt einen Ausblick auf den Bedarf an weiterer Forschung.
Schulsponsoring, Kommerzielle Aktivitäten an Schulen, Grounded Theory, Experteninterviews, Schulleiter, Kooperationen Schule-Wirtschaft, Bildungspläne, Berufliche Orientierung, Unterrichtsmaterial, Medienbildung, Finanzierung, Ressourcenmanagement, Bildungsforschung, Baden-Württemberg, Qualitätssicherung.
Die Arbeit befasst sich mit dem Auftreten und den Hintergründen kommerzieller Aktivitäten an Schulen in Baden-Württemberg und untersucht das Spannungsfeld zwischen der Öffnung der Schule gegenüber der Wirtschaft und dem staatlichen Bildungsauftrag.
Die zentralen Themen sind die Kooperation zwischen Schulen und Unternehmen, die Rolle von Schulleitern bei Sponsoring-Entscheidungen, die Kompensation von Ressourcenmangel durch externe Partner und die Auswirkungen dieser Zusammenarbeit auf den Unterricht.
Die Forschungsfrage lautet: In welchen Dimensionen finden kommerzielle Aktivitäten an Schulen in Baden-Württemberg statt und welche Mechanismen führen dazu, dass Schulen Kooperationen mit Unternehmen eingehen?
Die Arbeit nutzt die qualitative Methodologie der Grounded Theory, basierend auf zehn leitfadengestützten Experteninterviews mit Schulleitern, um eine gegenstandsverankernde Theorie zu entwickeln.
Der Hauptteil analysiert die Ergebnisse der Interviews, insbesondere die themenspezifische Zusammenarbeit (z.B. in MINT-Fächern oder Medienbildung), die Nutzung von externem Unterrichtsmaterial und die Rolle der Schulen als Arbeitgeber-Netzwerke.
Schulsponsoring, Kooperation Schule-Wirtschaft, Grounded Theory, Bildungspläne, Schulleiter-Expertise und Ressourcenkompensation sind die wesentlichen Begriffe.
Da Lehrkräfte oft zeitlich überlastet sind und Unternehmen ihre Materialien subtil zur Imagepflege nutzen, besteht die Gefahr einer einseitigen Beeinflussung der Schüler, was eine kritische Prüfung durch das Lehrpersonal notwendig macht.
Die meisten Schulleiter sehen in den Kooperationen eine "Win-Win-Situation", da Unternehmen Fachwissen und Ressourcen bereitstellen, die das Land oder der Schulträger nicht oder nur unzureichend zur Verfügung stellen kann.
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