Masterarbeit, 2018
150 Seiten, Note: 13.5
1 Zum Thema
2 Problematik
3 Zu den Hypothesen
4 Forschungsstand
5 Erkenntnisinteresse und Ziel der Analyse
KAPITEL I: THEORETISCHES
I ZUR METHODE
1 Zur Produktionsästhetik und zur Strukturanalyse
1.1 Zur Produktionsästhetik
1.1.1 Der literarische Text : Ein Produkt seiner Epoche
1.1.2 Zugang zur produktionsästhetischen Analyse
1.1.3 Text und Kontext
1.1.4 Der sozialgeschichtliche Kontext
1.1.5 Zwischenfazit
2 Zur Strukturanalyse
2.1 Der literarische Text: Eine Struktur
2.2 Kategorien der Strukturanalyse
2.2.1 Zur Handlung: Geschehen und Geschichte
2.2.2 Figuren, Erzählbericht und Personenrede
2.2.3 Autor, Erzähler und Erzählsituation
2.2.4 Personenkonstellation, Haupt-und Nebenfigur
2.2.5 Zeit und Raum
2.2.6 Zur Kompositionsstruktur des Textes
2.2.7 Wort im Kontext, Stilmittel und Tempusgebrauch
II – ZU DEN BEGRIFFEN UND KONTEXTEN
1 Zu den Begriffen
1.1 Zum Begriff Antizipation
1.2 Zum Begriff Literarisierung
1.3 Der Totalitarismus: Ein modernes Phänomen
2 Zu den Kontexten
2.1 Das 20.Jahrhundert:Vom Verfall der Doppelmonarchie zur Gründung des Dritten Reiches
2.2 Zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie
2.2.1 Zu den Ursprüngen der Doppelmonarchie
2.3 Das Dritte Reich
2.3.1 Die Innenpolitik von Hitler
2.3.2 Die Hitlerjugend
2.4 Hitlers Außenpolitik
2.4.1 In Europa
2.4.2 In Afrika
3 Zwischenfazit
KAPITEL II
MUSILS DIE VERWIRRUNGEN DES ZÖGLINGS TÖRLESS: ZUM ERSCHEINEN DES TOTALITARISMUS IN EINER AUTORITÄREN GESELLSCHAFT
Zwischeneinführung
1 Robert Musil: Biographie und Werk
2 Inhaltsangabe von Die Verwirrungen des Zöglings Törleß
3 Zur produktionsästhetischen Analyse des Romans
3.1 Das Leben der Schüler im Internat
3.2 Die Beziehungen zwischen den Zöglingen
3.3 Zur Machtorganisation im Internat
3.3.1 Die Herrschenden: Reiting und Beineberg
3.3.2 Zur Krise des modernen Subjekts und zur Selbstfindung
3.3.2.2 Die Funktion der Internatsbehörden bei der Schulbildung
3.4 Die Züge des Totalitarismus im Autoritarismus
3.4.1 Zur Vergewaltigung des Einzelnen durch das System
3.4.2 Die Zufügung der Gesellschaft an dieser Rigidität
3.5 Zwischenfazit
KAPITEL III
ZUR LITERARISIERUNG VON DEM TOTALITARISMUS IN HORVÁTHS JUGEND OHNE GOTT
Zwischeneinführung
1 Horváth: Leben und Werk
2 Inhaltswiedergabe von Jugend ohne Gott
3 Zur Strukturanalyse des Romans
3.1. Zur Handlung: Geschichte und Geschehen
3.2 Figuren, Erzählerbericht und Personenrede
3.3 Autor, Erzähler, Erzählsituation, Erzählerbericht und Erzählhaltung
3.3.2 Erzählerbericht und Erzählhaltung
3.4 Personenrede
3.5 Zeit, Raum, Tempora und Wort im Kontext
3.6 Zwischenfazit
KAPITEL IV
1 DIE LITERATUR: EINE VISIONÄRE KUNST
1.1 Zur literarischen Aufarbeitung des Übergangs vom Autoritarismus zum Totalitarismus: Eine politische Kontinuität
1.2 Zu den Faktoren der Literarisierung einer politisch gewalttätigen Kontinuität
1.2.1 Zu den biographischen Faktoren
1.2.2 Zu den soziopolitischen Faktoren
1.2.3 Zu den künstlerischen Faktoren
1.3 Zur Kritik an gewalttätigen Systemen
1.4 Versuch einer Bestimmung des Begriffs Literatur anhand der Ergebnisse
SCHLUSSWORT
Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Kontinuität vom Autoritarismus zum Totalitarismus im deutschsprachigen Raum während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Literatur gesellschaftliche Entwicklungen visionär vorwegnehmen und verarbeiten kann, indem sie die Mängel autoritärer und totalitärer Systeme in den Romanen "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" von Robert Musil und "Jugend ohne Gott" von Ödön von Horváth kritisch beleuchtet.
3.3 Zur Machtorganisation im Internat
Die Untersuchung zu den Beziehungen zwischen den Schülern hilft, richtig zu verstehen, wie die Macht in diesem Internat gestaltet ist. Was noch erstaunt, ist die Tatsache, dass die Schulbehörde davor im Hintergrund bleibt: Sie verschwindet vor dieser Struktur der Macht. Die Schüler scheinen frei, eigenes Schicksal in Hand zu gestalten. Wie wird also die Macht in diesem Konvikt organisiert?
Im Institut wird die Macht so gestaltet, dass es eine Dichotomie gibt, und zwar Herrschende und Beherrschte. Ein Beobachter kommt auch vor.
KAPITEL I: THEORETISCHES: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Untersuchung, insbesondere die produktionsästhetischen Ansätze und die Strukturanalyse, dargelegt und deren Anwendung auf die gewählten Romane begründet.
KAPITEL II: Dieses Kapitel widmet sich der Analyse von Robert Musils "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß", wobei insbesondere der Zusammenhang zwischen dem internatischen Leben und der autoritären Gesellschaft der Donaumonarchie untersucht wird.
KAPITEL III: Hier wird Horváths Roman "Jugend ohne Gott" strukturell analysiert, um aufzuzeigen, wie das Werk die totalitäre Gesellschaft des Dritten Reiches literarisch verarbeitet.
KAPITEL IV: Das letzte Kapitel reflektiert über die Rolle der Literatur als visionäre Kunstform, die politische Kontinuitäten und gewalttätige Systeme kritisch hinterfragt und den Übergang vom Autoritarismus zum Totalitarismus spiegelt.
Autoritarismus, Totalitarismus, Literaturwissenschaft, Musil, Horváth, Produktionsästhetik, Strukturanalyse, Politische Kontinuität, Jahrhundertwende, Machtverhältnis, Nationalsozialismus, Menschenrechte, Gesellschaftskritik, Individuum, Internatserziehung.
Die Arbeit analysiert die politische Kontinuität zwischen den autoritären Systemen der Donaumonarchie und dem totalitären Nationalsozialismus anhand von zwei bedeutenden deutschsprachigen Romanen des 20. Jahrhunderts.
Die Schwerpunkte liegen auf der Machtorganisation in Bildungsinstitutionen, der Unterdrückung des Individuums durch staatliche Ideologien und der kritischen Auseinandersetzung mit gewalttätigen politischen Systemen.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu ergründen, wie Literatur als Medium dient, gesellschaftliche Krisen und politische Umschwünge visionär vorwegzunehmen und ästhetisch zu verarbeiten.
Der Autor kombiniert die produktionsästhetische Analyse mit einer strukturalistischen Textanalyse, um sowohl den historischen Kontext als auch die interne Struktur der literarischen Werke umfassend zu deuten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Robert Musils Internatsroman hinsichtlich autoritärer Züge und die Untersuchung von Horváths Werk unter dem Aspekt der totalitären Durchdringung der Gesellschaft im Dritten Reich.
Wesentliche Begriffe sind Totalitarismus, Autoritarismus, Literarisierung, Machtverhältnis, Individuum und Gesellschaftskritik.
Das Internat fungiert als "kleiner Staat" oder Labor, in dem Machtstrukturen und die Unterdrückung der Individualität in extremis abgebildet werden können, was die Parallelen zur nationalsozialistischen Diktatur verdeutlicht.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Literatur eine unentbehrliche gesellschaftliche Funktion innehat, da sie künftige Phänomene vorwegnehmen kann und somit ein kritisches Korrektiv gegenüber totalitären Bestrebungen bildet.
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