Bachelorarbeit, 2018
36 Seiten, Note: 2,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1. Einleitung
2. Grundlegende Fragestellung der Imagery-Debatte: Welcher neuronale Prozess ist konstitutiv für Vorstellungsbilder?
3. Der Beginn der Debatte: Die Rotations- und Scanning-Experimente
4. Pylyshyns Theorie zu Vorstellungsbildern
4.1 Pylyshyns repräsentationalistische Annahmen
4.2 Pylyshyns Erklärungsansatz zu bildhaftem Vorstellen
5. Die Schwierigkeit des Bildbegriffs: Was ist eine bildhafte Repräsentation?
6. Kosslyns Theorie zu Vorstellungsbildern
6.1 Grundlagen von Kosslyns Protomodel zur Objektidentifikation
6.2 Kosslyns Theorie von bildhaftem Vorstellen
7. Pylyshyns Einwände zu den Rotations- und Scanning-Experimenten
7.1 Pylyshyns Argument von verstecktem Wissen
7.2 Pylyshyns Argument von kognitiver Penetrabilität und der Vermischung der Beschreibungsebenen
8. Neurophysiologische Befunde bezüglich mentaler Vorstellungsbilder
9. Neuroimaging-Experimente
9.1 Neuroimaging-Experimente und Studien bezüglich mentaler Vorstellungsbilder
9.2 Einwände gegen die Aussagekraft von Neuroimaging-Experimenten
10. Fazit
11. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die sogenannte "Imagery-Debatte" in der Kognitionswissenschaft und Philosophie des Geistes, mit dem Ziel, die konkurrierenden Theorien von Stephen M. Kosslyn (Piktorialismus) und Zenon W. Pylyshyn (Deskriptionalismus) systematisch zu vergleichen und die Frage zu klären, ob mentale Vorstellungsbilder auf bildhaften oder symbolischen Repräsentationsformaten basieren.
4.2 Pylyshyns Erklärungsansatz zu bildhaftem Vorstellen
Für Pylyshyn ist die Frage, ob mentale Repräsentationen oder Mental Images abbildend oder beschreibend sind, keine, die in der Debatte helfen würde, das Format von Vorstellungsbildern zu erfassen. Er beruft sich auf die, wie er sie nennt, Null-Hypothese, dass der Grund, wieso Probanden in Experimenten von Vorstellungsbildern berichten, ist, dass ihnen entweder gesagt werde, sie sollen sich etwas vorstellen oder die Probanden sich im Zuge der Aufgabenstellung selbst fragen, wie es wäre, diesen Umstand visuell wahrzunehmen und so viele Aspekte der Wahrnehmung wie möglich simulieren: „One of the problems with this research is that nearly all experimental findings cited in support of the picture theory can be more naturally explained by the hypothesis that when asked to imagine something, people ask themselves what it would be like to see it, and they then simulate as many aspects of this staged event as they can and as seem relevant“ (Pylyshyn 2003, 113).
Null-Hypothese nennt er die Hypothese deshalb, weil sie auf Basis der CRTT die sparsamste Erklärung der empirischen Daten sei, die bisher erhoben worden sind. Pylyshyns Grundidee ist, dass es keinen Grund gibt, anzunehmen, man könne die empirischen Daten, die im Rahmen der Imagery-Debatte erhoben worden (behavioristische Experimente oder die Befunde mit Patienten mit Hirnläsionen) nicht mit dem in Punkt 4.1 dargestellten deskriptionalistischen Ansatz erklären. Experimentelle Befunde sagten uns gar nichts über das Format eines zu Grunde liegenden Prozesses. Vorstellungsbildern und bildhaften Denkprozessen lägen die gleiche Form von Repräsentationen zu Grunde, wie allen anderen höherstufigen kognitiven Prozessen: „…at the relevant level of analysis – the level appropriate for explaining the results of many experiments on mental imagery – the process of imagistic reasoning involves the same mechanisms and the same forms of representation as are involved in general reasoning, though with different content or subject matter” (Pylyshyn 2002, 158).
1. Einleitung: Einführung in die historische und wissenschaftliche Relevanz der Imagery-Debatte sowie Skizzierung der konträren Positionen von Kosslyn und Pylyshyn.
2. Grundlegende Fragestellung der Imagery-Debatte: Welcher neuronale Prozess ist konstitutiv für Vorstellungsbilder?: Erläuterung der zentralen Forschungsfrage und kurze Darstellung der piktorialistischen versus deskriptionalistischen Fronten.
3. Der Beginn der Debatte: Die Rotations- und Scanning-Experimente: Vorstellung der ersten experimentellen Belege (Rotation & Scannen), die als Grundlage für die Annahme bildhafter Repräsentationen dienten.
4. Pylyshyns Theorie zu Vorstellungsbildern: Detaillierte Darstellung des deskriptionalistischen Ansatzes sowie der Null-Hypothese zur Erklärung mentaler Bilder.
5. Die Schwierigkeit des Bildbegriffs: Was ist eine bildhafte Repräsentation?: Untersuchung der begrifflichen Problematik und der Suche nach Kriterien für "bildhafte" oder "analoge" Repräsentationen.
6. Kosslyns Theorie zu Vorstellungsbildern: Ausführliche Erläuterung von Kosslyns Protomodell und seiner Theorie, wie mentale Bilder durch Top-Down-Prozesse im visuellen Kortex erzeugt werden.
7. Pylyshyns Einwände zu den Rotations- und Scanning-Experimenten: Darlegung der Gegenargumente, insbesondere bezüglich verstecktem Wissen und kognitiver Penetrabilität.
8. Neurophysiologische Befunde bezüglich mentaler Vorstellungsbilder: Diskussion der neuropsychologischen Studien und deren Relevanz für die Ähnlichkeit zwischen Wahrnehmung und Vorstellung.
9. Neuroimaging-Experimente: Analyse bildgebender Verfahren als Evidenzträger und kritische Auseinandersetzung mit der Aussagekraft dieser Experimente.
10. Fazit: Zusammenfassung der Debatte und Schlussfolgerung zur aktuellen Konsenslage sowie Ausblick auf die zukünftige Forschung.
11. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Imagery-Debatte, Mentale Vorstellung, Mental Imagery, Stephen M. Kosslyn, Zenon W. Pylyshyn, Bildhafte Repräsentation, Deskriptionalismus, Piktorialismus, Computational Theory of Mind, Visueller Puffer, Kognitive Penetrabilität, Mentale Rotation, Neuroimaging, Hirnaktivität, Repräsentationsformat
Die Arbeit analysiert die theoretische und empirische Kontroverse zwischen den beiden Hauptvertretern Zenon W. Pylyshyn und Stephen M. Kosslyn darüber, wie Vorstellungsbilder im Gehirn repräsentiert sind.
Die zentralen Themen umfassen die philosophische Debatte über mentale Repräsentationen, kognitionswissenschaftliche Experimente zur mentalen Rotation und zum Scanning sowie neuropsychologische und bildgebende Verfahren zur Untersuchung von Hirnaktivität während der Vorstellung.
Ziel ist es, einen systematischen Überblick über die Imagery-Debatte zu geben, die Theorien der Hauptkontrahenten gegenüberzustellen und zu diskutieren, ob mentale Bilder eine eigene bildhafte (piktoriale) oder eine symbolische (deskriptionale) neuronale Grundlage haben.
Es handelt sich um eine philosophische Abschlussarbeit, die primär auf der Literaturanalyse und der kritischen Diskussion wissenschaftlicher Argumente und empirischer Studienergebnisse basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Ansätze (Kosslyn vs. Pylyshyn), eine Analyse der experimentellen Evidenz (Rotation, Scanning, Neuroimaging) sowie eine eingehende Prüfung der kritischen Einwände gegen die piktorialistische Position.
Die wichtigsten Begriffe sind Imagery-Debatte, Mentale Vorstellung, Bildhafte Repräsentation, Piktorialismus, Deskriptionalismus und Kognitive Penetrabilität.
Pylyshyn postuliert, dass beobachtete Effekte in Imagery-Experimenten nicht auf bildhafte Repräsentationen hindeuten, sondern durch das explizite Wissen der Probanden über die Aufgabe und deren Versuch, eine visuelle Wahrnehmung zu simulieren, erklärt werden können.
Pylyshyn nutzt dieses Argument, um zu belegen, dass kognitive Prozesse, die durch Ziele oder Wissen beeinflussbar sind (penetrabel), auf einer symbolischen, regelbasierten Ebene stattfinden und daher nicht einfach als "neuronale Implementation" eines Bildes missverstanden werden sollten.
Kosslyn führt Studien an, etwa unter Einsatz von transkranieller Magnetstimulation (rTMS), die zeigen sollen, dass eine Hemmung des primären visuellen Kortex (V1) tatsächlich die Leistung bei Imagery-Aufgaben verschlechtert, was die funktionale Rolle dieser Areale unterstreicht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

