Lizentiatsarbeit, 2005
98 Seiten
1. EINFÜHRUNG
2. FRÜHGEBURTLICHKEIT
2.1 DEFINITION, EPIDEMIOLOGIE
2.2 URSACHEN
2.3 FOLGEN DER ZU FRÜHEN GEBURT
2.3.1 BIOLOGISCHE ENTWICKLUNG
2.3.2 PSYCHOSOZIALE UND EMOTIONALE ENTWICKLUNG
3. PROBLEME IM BEREICH DER SCHULLEISTUNG
3.1 DEFINITION VON SCHULLEISTUNG
3.2 LERNBEHINDERUNG
3.3 SPEZIFISCHE LERNSTÖRUNGEN
3.3.1 LESE-RECHTSCHREIBSTÖRUNG
3.3.2 RECHENSTÖRUNG
3.3.3 KOMBINIERTE STÖRUNGEN SCHULISCHER FERTIGKEITEN
3.4 PSYCHOGENE LERNSTÖRUNGEN
3.5 UNDERACHIEVEMENT
3.6 AUFMERKSAMKEITSDEFIZIT-/HYPERAKTIVITÄTSSTÖRUNG
3.7 SCHULPHOBIE/ SCHULANGST
4. STUDIENERGEBNISSE ZUM THEMA FRÜHGEBURT UND SCHULLEISTUNG
4.1 STUDIENERGEBNISSE BIS 2001
4.1.1 BHUTTA, A. T. ET AL. (2002)
4.1.2 HORWOOD, L.J. ET AL. (1998)
4.2 STUDIENERGEBNISSE IM DEUTSCHSPRACHIGEN RAUM
4.2.1 SCHUBIGER, G. ET AL. (1999)
4.2.2 WOLKE, D. ET AL. (1999)B
4.2.3 STICKER, E. ET AL. (1998)
4.2.4 HANKE, C. ET AL. (2002)
4.3 STUDIENERGEBNISSE 2001-2005
4.3.1 GRUNAU. R. E, ET AL. (2002)
4.3.2 GRUNAU, R. E. ET AL. (2004)
4.3.3 ANDERSON, P.; DOYLE, L.W. (2003)
4.3.4 SAIGAL ET AL. (2003)
4.3.5 MICK, E. ET AL. (2002)
4.3.6 JOHNSON, A. (2003)
4.3.7 HACK, M. ET AL. (2002)
4.3.8 BRESLAU, N. ET AL. (2004)
4.3.9 MENT, L. R. ET AL. (2003)
4.4 ZUSAMMENFASSUNG UND DISKUSSION DER STUDIENERGEBNISSE
5. RISIKOFAKTOREN FÜR SCHULISCHE PROBLEME BEI FRÜHGEBORENEN
5.1 RISIKOFAKTOREN AUF NEUROLOGISCHER EBENE
5.1.1 WHITE MATTER / GREY MATTER
5.1.2 GEHIRN VOLUMEN/ HYPOCAMPUS VOLUMEN
5.1.3 LATERALE VENTRIKEL
5.1.4 EXEKUTIVE FUNKTIONEN
5.1.5 STÖRUNGEN IM BEREICH DER VISUELLEN MOTORIK
5.1.6 NEUROMOTORIK
5.2 RISIKOFAKTOREN AUF MEDIZINISCHER EBENE
5.2.1 PRÄ- UND NEONATALE KOMPLIKATIONEN
5.2.2 KRANKHEITEN UND STÖRUNGEN, WELCHE DIE LEISTUNGSFÄHIGKEIT DIREKT BEEINFLUSSEN
5.2.3 MEDIZINISCHE FAKTOREN, WELCHE DIE LEISTUNGSFÄHIGKEIT INDIREKT BEEINFLUSSEN
5.3 RISIKOFAKTOREN AUF PSYCHOLOGISCH- EMOTIONALER EBENE
5.3.1 STUDIENERGEBNISSE ZUM PSYCHISCHEN ERGEHEN VON FRÜHGEBORENEN
5.3.2 ERKLÄRUNGSANSÄTZE UND URSACHEN DER PSYCHISCHEN STÖRUNGEN
5.3.3 FOLGEN FÜR DIE SCHULLEISTUNGEN
5.4 RISIKOFAKTOREN AUF SOZIALER EBENE
5.4.1 SOZIODEMOGRAPHISCHE FAKTOREN
5.4.2 QUALITATIVE UMWELT FAKTOREN: DIE FAMILIE
5.4.3 QUALITATIVE UMWELTFAKTOREN: SOZIALES UMFELD
5.5 DISKUSSION DER RISIKOFAKTOREN
5.5.1 SOZIALE- VERSUS BIOLOGISCH-/MEDIZINISCHE RISIKOFAKTOREN
5.5.2 ZUSAMMENFASSUNG DER RISIKOFAKTOREN
6. LANGZEITPROGNOSEN BEZÜGLICH DER SCHULISCHEN ENTWICKLUNG VON FRÜHGEBORENEN
6.1 NEONATALE PROGNOSE FAKTOREN
6.2 PROGNOSEFAKTOREN IM KLEINKIND- UND VORSCHULALTER
6.3 BIOLOGISCHE VERSUS SOZIALE PROGNOSE FAKTOREN
6.4 MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN DER LANGZEITPROGNOSE
6.4.1 SPANNUNGSFELD FRÜHERKENNUNG/PROGNOSE UND STIGMATISIERUNG
7. PRÄVENTIVINTERVENTION
7.1 INTERVENTIONSSTUDIEN
7.1.1 KOMBINIERTE INTERVENTIONEN BEI ELTERN UND KIND
7.1.2 KIND- ZENTRIERTE INTERVENTIONEN
7.1.3 ELTERNZENTRIERTE INTERVENTIONEN
7.2 DISKUSSION DER PRÄVENTIVINTERVENTIONEN
7.2.1 DAUER UND ZEITPUNKT DER INTERVENTIONEN
7.2.2 INHALT DER INTERVENTIONSSTUDIEN
7.2.3 VON DER FORSCHUNG ZUR UMSETZUNG
7.3 INTERVENTIONSKONZEPT ZUR PRÄVENTION VON SCHULISCHEN PROBLEMEN BEI FRÜHGEBORENEN
7.3.1 SPANNUNGSFELD ZWISCHEN HILFE UND STIGMATISIERUNG
7.3.2 DAUER UND ZEITPUNKT DER INTERVENTION
7.3.3 ZIELPUBLIKUM
7.3.4 FÖRDERDIAGNOSTIK
7.3.5 INTERDISZIPLINARITÄT
7.3.6 INHALTLICHE ASPEKTE
7.3.7 KOSTEN- NUTZEN
7.3.8 INTERVENTIONSMODELL
8. THERAPIE
8.1 INDIVIDUELLE THERAPIE/ FÖRDERUNG
8.2 FÖRDERUNG FRÜHGEBORENER KINDER IM UNTERRICHT
8.3 ELTERNBERATUNG
9. ROLLE DER SONDERPÄDAGOGIK
10. SCHLUSSFOLGERUNG
Die Lizentiatsarbeit untersucht, inwiefern eine Frühgeburt die schulische Entwicklung und die Leistungen von Kindern beeinflusst und welche Rolle präventive Interventionsstrategien spielen können, um diesen Kindern eine erfolgreiche Schulbildung zu ermöglichen.
5.4.2 Qualitative Umwelt Faktoren: Die Familie
Die soziodemographischen Faktoren zu ermitteln und zu kontrollieren, ist relativ einfach möglich. Den Einfluss von verschiedenen qualitativen Umwelt Faktoren (Funktionieren der Familie, Eltern- Kind Beziehung, Psychische Verfassung der Eltern, Erziehungsstil, Freunde, soziales Klima, Ressourcen) zu messen, ist jedoch weitaus schwieriger. Dementsprechend gibt es auch nur wenige Studien, die den Einfluss der qualitativen Umwelt auf das Frühgeborene Kind untersuchen.
Die Familie vermittelt einen grossen Teil der Haltungen, Einstellungen, Meinungen und Wertorientierungen, die das spätere Leben und Lernen des Kindes kennzeichnen. Wenige Studien untersuchten den Einfluss verschiedener familiärer Variabeln auf das Kind: Vorhandenes Spielzeug, Grösse der Wohnung, Aktivitäten, Familiengrösse, Erziehungsstile, psychosoziales Klima. (vgl. Weidenmann et al. 1993, 464)
Folgend ist der Risikofaktor Familie im Zusammenhang mit Frühgeburtlichkeit näher beschrieben.
Durch die Frühgeburt hervorgerufene familiäre Belastungsfaktoren
Die zu frühe Geburt eines Kindes ist für die Eltern oft mit vielseitigen Belastungen verbunden. Die Geburt findet meist in einer Notfallatmosphäre statt und ist häufig ein Schockerlebnis. Die Eltern können auf Grund medizinischer Massnahmen nur beschränkt Kontakt mit ihrem Kind aufnehmen, was ein Gefühl von Fremdheit und Hilflosigkeit dem Kind gegenüber weckt. Die Angst um das Kind kann psychischen Stress auslösen. (vgl. Vonderlin 1999, 53) Brisch schreibt, dass die Eltern die Geburt des Frühgeborenen als traumatische Trennungserfahrung erleben, was unverarbeitete Trennungs- und Verlusttraumen aus der Lebensgeschichte der Eltern reaktivieren kann. (Brisch 1996, 1206)
1. EINFÜHRUNG: Die Arbeit erläutert die Relevanz der Frühgeburtlichkeit als Risikogruppe für schulische Defizite und definiert die Forschungsfragen zu Einflussfaktoren und Präventionsmöglichkeiten.
2. FRÜHGEBURTLICHKEIT: Dieses Kapitel definiert Frühgeburtlichkeit und beleuchtet die biologischen sowie psychosozialen Entwicklungsfolgen für das Kind.
3. PROBLEME IM BEREICH DER SCHULLEISTUNG: Es erfolgt eine detaillierte Darstellung schulischer Störungsbilder, wie Lernbehinderungen, spezifische Lernstörungen und ADHS, und deren diagnostische Klassifizierung.
4. STUDIENERGEBNISSE ZUM THEMA FRÜHGEBURT UND SCHULLEISTUNG: Ein umfassender Überblick über internationale und deutschsprachige Studien zur kognitiven und schulischen Entwicklung von Frühgeborenen.
5. RISIKOFAKTOREN FÜR SCHULISCHE PROBLEME BEI FRÜHGEBORENEN: Das Kapitel analysiert neurologische, medizinische, psychologische und soziale Einflussfaktoren, die Schulleistungsprobleme multikausal determinieren.
6. LANGZEITPROGNOSEN BEZÜGLICH DER SCHULISCHEN ENTWICKLUNG VON FRÜHGEBORENEN: Es werden Methoden zur Prognose des Schulerfolgs diskutiert, wobei die Schwierigkeiten der Vorhersage und das Spannungsfeld zur Stigmatisierung beleuchtet werden.
7. PRÄVENTIVINTERVENTION: Dieses Kapitel stellt verschiedene Interventionsstudien vor und entwickelt ein theoretisches Interventionskonzept zur Prävention von schulischen Problemen.
8. THERAPIE: Es werden therapeutische Ansätze und Fördermaßnahmen erläutert, wobei betont wird, dass individuelle Bedürfnisse bei der Förderung im Vordergrund stehen müssen.
9. ROLLE DER SONDERPÄDAGOGIK: Die Sonderpädagogik wird als koordinierende Disziplin verstanden, die interdisziplinär dazu beitragen soll, Entwicklungsrisiken bei Frühgeborenen zu minimieren.
10. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Arbeit fasst zusammen, dass schulische Probleme bei Frühgeborenen komplex und multikausal sind und eine frühzeitige, ganzheitliche Förderung erfordern.
Frühgeburt, Schulleistung, Lernstörungen, Präventivintervention, Sonderpädagogik, Entwicklung, Risikofaktoren, Langzeitprognose, ADHS, Kognition, Familienbelastung, Frühförderung, Interdisziplinarität, Sozialfaktoren, Entwicklungspsychologie.
Die Arbeit untersucht den Einfluss einer zu frühen Geburt auf die Schulleistung und beleuchtet, welche Faktoren dazu führen, dass betroffene Kinder in der Schule vermehrt auf Schwierigkeiten stoßen.
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Epidemiologie der Frühgeburtlichkeit, verschiedene Arten schulischer Lernstörungen, die Auswirkungen von Risikofaktoren auf verschiedenen Ebenen sowie Interventions- und Präventionsstrategien.
Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die multikausalen Ursachen schulischer Probleme bei Frühgeborenen zu schaffen und ein Interventionskonzept für die sonderpädagogische Praxis abzuleiten.
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller nationaler und internationaler Studien sowie einer theoretischen Reflexion sonderpädagogischer und entwicklungstheoretischer Modelle.
Im Hauptteil werden aktuelle Studienergebnisse analysiert, Risikofaktoren auf neurologischer, medizinischer, psychologischer und sozialer Ebene detailliert erläutert und Möglichkeiten sowie Grenzen der Langzeitprognose diskutiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Frühgeburtlichkeit, Schulleistungsdefizite, Prävention, Risikofaktoren und Sonderpädagogik maßgeblich charakterisiert.
Das soziale Umfeld, insbesondere die Familie und die psychische Verfassung der Eltern, spielt eine entscheidende Rolle als additiver oder interaktiver Faktor, der die Entwicklungschancen von Frühgeborenen maßgeblich beeinflussen kann.
Da die Probleme bei Frühgeborenen nicht nur medizinischer, sondern auch psychologischer und pädagogischer Natur sind, ist eine Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen notwendig, um eine optimale Entwicklungsbegleitung zu gewährleisten.
Diese Modelle beschreiben, wie biologische und soziale Faktoren zusammenwirken: beim additiven Modell summieren sie sich, beim interaktiven Modell beeinflussen sie sich gegenseitig in ihrer Wirkung auf das Kind.
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