Diplomarbeit, 2005
101 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
1.1 Ausgangslage und Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung und Auswahl der Literatur
2 ETHIK IM ZUSAMMENHANG MIT DEM WERTE- UND NORMENSYSTEM
2.1 Grundlagen der Ethik
2.1.1 Begriffliche Abgrenzungen
2.1.2 Normenbegründung und ethische Denkansätze
2.2 Verknüpfung von Ethik und Ökonomie
2.2.1 Wirtschaftsethik
2.2.2 Unternehmensethik
2.2.3 Führungsethik
2.2.4 Business Ethics
2.2.5 Corporate Citizenship und Corporate Social Responsibility
2.2.6 Ethik als Notwendigkeit für die Ökonomie
2.3 Ausgewählte wirtschafts- und unternehmensethische Entwürfe
2.3.1 Profitmaximierung als soziale Verantwortung nach Friedman
2.3.2 Wirtschaftsethik als ökonomische Theorie der Moral nach Homann
2.3.3 Wirtschaftsethik als theologisch-philosophische Disziplin nach Koslowski
2.3.4 Governance Ethik nach Wieland
2.3.5 Integrative Wirtschaftsethik nach Ulrich
3 KULTUR IM ZUSAMMENHANG MIT DEM WERTE- UND NORMENSYSTEM
3.1 Kultur – Begriff und Bedeutung
3.1.1 Begriffliche Abgrenzung
3.1.2 Bedeutung der Kultur für das Individuum
3.2 Landeskultur im internationalen Unternehmen
3.2.1 Anthropologie nach Hall
3.2.2 Kulturdimensionen nach Hofstede
3.2.3 Kulturelle Diversität nach Trompenaars
3.2.4 Schichtenmodell nach Dülfer
3.3 Ökonomische Analyse der Kultur
3.3.1 Werte und Wertesysteme
3.3.2 Funktionen der Kultur
4 ETHISCHE PROBLEMFELDER BEI INTERNATIONALER TÄTIGKEIT UND MÖGLICHE LÖSUNGSANSÄTZE
4.1 Originäre Problemfelder
4.1.1 Unterschiedliche kulturelle Werthaltungen
4.1.2 Unterschiedliche institutionelle Rahmenbedingungen
4.1.3 Systematisierung der möglichen Konfliktlagen
4.2 Exemplarische Betrachtung ausgewählter Wirtschaftsräume
4.2.1 Situation in Deutschland
4.2.2 Situation in den USA
4.2.3 Situation in China
4.3 Ansätze zur Überbrückung ethischer Herausforderungen bei internationaler Tätigkeit
4.3.1 Ausgangssituation nach den bisherigen Ergebnissen
4.3.2 Universalismus als potenzieller Lösungsansatz
4.3.3 Relativismus als potenzieller Lösungsansatz
4.3.4 Rahmenkonzept für die Implementierung von ethischen Normen in der multinationalen Unternehmung nach Donaldson und Dunfee
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Ethik und Ökonomie im Kontext der zunehmenden Globalisierung. Das zentrale Ziel besteht in der Analyse kulturbestimmender Faktoren und deren Auswirkungen auf das ethisch-moralische Wertesystem, um daraus Strategien für den Umgang mit interkulturellen Konflikten in internationalen Unternehmen abzuleiten.
2.2.6 Ethik als Notwendigkeit für die Ökonomie
Ein erster Begründungsansatz ergibt sich aus negativen externen Effekten, die dadurch entstehen, dass aufgrund falscher Marktpreise den Unternehmen falsche Signale gegeben werden. Vermeintlich unbegrenzt verfügbare, kostenlose Güter werden mit der Folge der Übernutzung intensiv zur Produktion ausgebeutet. Da es sich jedoch um knappe Ressourcen handelt, werden die zu deren Wiederherstellung beziehungsweise Erhaltung notwendigen sozialen und ökologischen Kosten durch die Gemeinschaft getragen. Produzenten und Konsumenten werden dabei jedoch nicht in dem Ausmaß dazu herangezogen, wie sie von Herstellung und Verbrauch der Güter profitiert haben. Ein klassisches Beispiel hierfür sind Umweltgüter wie Luft oder Wasser und die Bemühungen um die Internalisierung externer Effekte und Kosten.
Weiterhin verhalten sich Unternehmen in einem kapitalistischen Wirtschaftssystem nicht nur durch Einhaltung des relevanten rechtlichen Rahmens ethisch korrekt. Es ist streng zwischen Legalität und Legitimität zu differenzieren. Legitimität wird dabei vor dem Hintergrund moralischer Vorstellungen definiert und entscheidet über die Zustimmungsfähigkeit zu unternehmerischen Handlungen durch die Gesellschaft und Stakeholdergruppen. Legal ist prinzipiell, was gesetzlich nicht verboten ist. So gibt es zum Beispiel in vielen Ländern keine Gesetze, die Tierversuche oder den Verkauf von Landminen an unterdrückerische Regime verbieten. Auch mag es beispielsweise illegal sein, einer Gewerkschaft beizutreten.
Unter Umständen kann deshalb an dieser Stelle ein Steuerungsdefizit des Rechts festgestellt werden. Die Frage nach der ethischen Dimension unternehmerischer Entscheidungen ist somit nicht immer durch den Verweis auf den Staat als Gestalter der Rahmenbedingungen beantwortbar. Die Einhaltung von Gesetzen der bei Produktion und Handel involvierten Länder kann damit nur eine notwendige, jedoch nicht eine hinreichende Bedingung für ethisches Verhalten von Unternehmen sein.
1 EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung im Kontext der Globalisierung und Erläuterung des Gangs der Untersuchung.
2 ETHIK IM ZUSAMMENHANG MIT DEM WERTE- UND NORMENSYSTEM: Theoretische Grundlegung der Ethik, ihrer Verknüpfung mit der Ökonomie sowie Analyse verschiedener ethischer Entwürfe.
3 KULTUR IM ZUSAMMENHANG MIT DEM WERTE- UND NORMENSYSTEM: Definition von Kultur und Darstellung wesentlicher Kulturmodelle zur Analyse von Länderunterschieden.
4 ETHISCHE PROBLEMFELDER BEI INTERNATIONALER TÄTIGKEIT UND MÖGLICHE LÖSUNGSANSÄTZE: Identifikation interkultureller Konfliktkonstellationen und Analyse praktischer Ansätze zu deren Überbrückung.
5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und thesenförmige Skizzierung der Aussagen.
Ethik, Ökonomie, Globalisierung, Unternehmensethik, Interkulturalität, Kulturdimensionen, Institutionenökonomik, Stakeholder, Gewinnmaximierung, Universalismus, Relativismus, Normenbegründung, Unternehmensführung, Wirtschaftsethik, CSR.
Die Arbeit analysiert, wie multinationale Unternehmen in einer globalisierten Welt ethische Anforderungen und wirtschaftliche Ziele in Einklang bringen können, wenn unterschiedliche kulturelle Werthaltungen aufeinandertreffen.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Ethik in der Ökonomie, die kulturvergleichende Analyse sowie die Bewertung verschiedener Strategien zum Umgang mit ethischen Konflikten in internationalen Märkten.
Ziel ist es, ein Verständnis für die kulturbestimmten Unterschiede moralischer Normen zu schaffen und ein Rahmenkonzept aufzuzeigen, wie Unternehmen ethische Herausforderungen im internationalen Geschäft proaktiv lösen können.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die durch eine Literaturanalyse führender Konzepte (wie die von Hofstede, Hall, Trompenaars und Donaldson/Dunfee) gestützt wird.
Der Hauptteil behandelt die Verknüpfung von Ethik und Ökonomie, die detaillierte Darstellung der Kultur als Einflussfaktor sowie die Analyse ethischer Problemfelder am Beispiel von Deutschland, den USA und China.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Unternehmensethik, interkulturelles Management, Kulturdimensionen, Globalisierung und Wirtschaftsethik.
Die USA neigen zu einer legalistischen Sichtweise mit universell anwendbaren Kodizes, während in Deutschland eine skeptischere Haltung gegenüber externer moralischer Einflussnahme und eine striktere Trennung von Privat- und Berufsleben dominiert.
Guanxi beschreibt ein komplexes Netzwerk auf Basis persönlicher Beziehungen, das im Gegensatz zum westlichen Fokus auf formale Verträge steht und für den Erfolg in China als fundamentale soziale Interaktionsbasis gilt.
Es schlägt eine zweistufige Lösung vor: Auf der Mikroebene existiert ein "moral free space" für lokale Normen, während auf der Makroebene übergeordnete Hypernormen existieren, die den Rahmen für ethisches Verhalten setzen.
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