Examensarbeit, 2005
87 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Der Islam
2.1 Grundriss
2.2 Der Koran
2.3 Sunna, Hadithe, Scharía und Fatwa
2.4. Islam contra Islamismus
3. Djihad im Islam – eine Analyse
3.1 Ursprung und Definition
3.2 Was besagt der Koran?
3.3 Historischer Kontext
3.4 Das Martyrium
4. Djihad – eine Frage der Interpretation?
5. Wirkungsgeschichte des Djihad
5.1 Djihad im Mittelalter
5.2 Djihad im Osmanischen Reich
5.3 Djihad der Neuzeit
5.3.1 „Djihad“ der Islamisten
5.3.2 Eine neue Quantität
5.3.3 Eine neue Qualität
5.3.4 Al Qaida – die Basis
6. Ergebnis
7. Fazit & Ausblick
Die Arbeit untersucht den Begriff Djihad, um zu klären, ob es sich bei dem heute oft als "Djihadismus" bezeichneten Phänomen um eine Ideologie oder eine real existierende Praxis handelt. Dabei liegt der Fokus auf der hermeneutischen Analyse der Koransuren, um zu prüfen, inwieweit Gewaltanwendung religiös legitimiert ist und ob eine historische Wandlung der Koran-Auslegung erkennbar ist.
1. Einleitung
„Tötet die Heiden, wo immer ihr sie findet, greift sie, umzingelt sie und lauert ihnen überall auf (...) denn die Verführung zum Unglauben ist schlimmer als töten.“1 Es sind Koransuren wie diese, auf die sich Islamisten berufen, wenn sie Muslime auf Kampf und Terror einschwören. Die Auswirkungen solcher Beschwörungen sind spätestens seit den Terroranschlägen in den USA der ganzen Welt vor Augen. Besonders dort und in Europa herrscht seit dem 11. September 2001 eine offene oder unterschwellige Angst vor fanatischen Muslimen, welche der freiheitlich demokratischen Grundordnung den „Heiligen Krieg“, den „Djihad“, erklärt haben.
Tatsächlich scheint der Djihad im Aufwind zu sein, nehmen immer mehr islamistische Organisationen das Wort in ihren Namenszug auf, steigt die Zahl der Todesopfer durch deren Terrorakte signifikant.2 Ein weiterer Begriff taucht in diesem Zusammenhang immer häufiger auf: „Djihadismus“. Selbst Wissenschaftler sprechen im Zusammenhang mit Terror von Djihadismus und haben den Begriff längst als Schlagwort manifestiert. Doch hält der Inhalt des Wortes dessen Schlagkraft tatsächlich stand? Bedeutet das Suffix „-ismus“ nicht eine viel zu große Aufwertung, um es auf den Djihad anzuwenden? Und ist es nicht zugleich auch eine Abwertung – weckt das Wort Djihad bei Nichtmuslimen mehrheitlich doch eindeutig negative Assoziationen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle mediale und gesellschaftliche Debatte um den Begriff „Djihadismus“ und hinterfragt dessen wissenschaftliche sowie politische Verwendung angesichts aktueller Terroraktivitäten.
2. Der Islam: Dieses Kapitel zeichnet einen Grundriss der islamischen Religion, erläutert die Bedeutung des Korans als Hauptquelle des Glaubens und setzt den Islam begrifflich vom Islamismus ab.
3. Djihad im Islam – eine Analyse: Es erfolgt eine detaillierte hermeneutische Untersuchung des Djihad-Begriffs, seiner koranischen Wurzeln und seiner spirituellen versus kriegerischen Dimensionen.
4. Djihad – eine Frage der Interpretation?: Hier wird die Problematik der unterschiedlichen Auslegungsmöglichkeiten des Begriffs durch verschiedene Interessengruppen und die daraus resultierende Manipulierbarkeit thematisiert.
5. Wirkungsgeschichte des Djihad: Das umfangreichste Kapitel analysiert die historische Entwicklung des Djihad-Begriffs vom Mittelalter über das Osmanische Reich bis hin zur modernen, gewaltorientierten Praxis der Islamisten und der Al Qaida.
6. Ergebnis: Das Ergebnis der Arbeit stellt fest, dass der sogenannte Djihadismus keine neue Ideologie ist, sondern eine Strategie zur gewaltsamen Durchsetzung der universellen Gottesherrschaft.
7. Fazit & Ausblick: Das Fazit reflektiert die mediale Macht bei der Konstruktion von Feindbildern und appelliert an eine Rückbesinnung auf friedfertige, moralische Aspekte der religiösen Texte.
Djihad, Islam, Islamismus, Koran, Scharía, Martyrium, Terrorismus, Al Qaida, Wahabismus, Ideologie, Religionswissenschaft, Heiliger Krieg, Religionsauslegung, Radikalisierung, Fundamentalismus
Die Arbeit analysiert kritisch den Begriff "Djihad" und das daraus abgeleitete Konstrukt des "Djihadismus", um zu klären, ob es sich dabei um ein religiöses Fundament oder um eine ideologische Instrumentalisierung zur Rechtfertigung von Gewalt handelt.
Die zentralen Felder umfassen die theologische Definition des Djihad, seine historische Entwicklung, die Abgrenzung von Islam und Islamismus sowie die moderne Radikalisierung durch islamistische Terrorgruppen.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob Djihadismus eine eigene Ideologie darstellt oder lediglich eine Strategie zur Durchsetzung politischer Machtansprüche unter missbräuchlicher Verwendung religiöser Texte ist.
Die Arbeit nutzt eine hermeneutische Analyse von Koransuren und vergleicht diese mit Interpretationen verschiedener Islamexperten, eingebettet in eine historisch-kontextuelle Betrachtung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche und koranische Analyse des Djihad, gefolgt von einer Untersuchung seiner Wirkungsgeschichte über das Mittelalter und das Osmanische Reich bis hin zur zeitgenössischen Ära der Al Qaida.
Wichtige Begriffe sind Djihad, Islamismus, Koran, Scharía, Martyrium, Al Qaida, Radikalisierung, Heiliger Krieg, Ideologie und Fundamentalismus.
Der "große Djihad" wird als friedliche, innerliche Anstrengung zur moralischen Selbstverbesserung definiert, während der "kleine Djihad" den kämpferischen, externen Einsatz bezeichnet, der strengen Regeln unterliegt.
Islamisten nutzen die Märtyrer-Ideologie primär zur Legitimation von Selbstmordattentaten und als psychologisches Instrument, um den Heldentod als direkten Weg ins Paradies zu stilisieren, was im Widerspruch zum generellen islamischen Suizid-Verbot steht.
Al Qaida fungiert laut der Arbeit als Koordinatorin, die den Djihad-Begriff radikal verengt und ihn als globale Strategie nutzt, um disparate Terrorgruppen unter einem wahabitisch geprägten Feindbild zu vereinen.
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